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DRK-Kreisverband Homburg zieht sich aus Rettungsdienst zurück

Landesverband übernimmt Management der Rettungswachen : Änderungen beim DRK-Rettungsdienst

Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes übernimmt die Aufgaben des Kreisverbandes Homburg. Hintergrund sind Zahlungsengpässe, die auch durch die Corona-Pandemie entstanden sind.

Beim Homburger Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat es zum 1. November einige Änderungen gegeben. Von ihnen dürften aber Externe wenig bis nichts mitbekommen. Die Betriebsführung der Rettungswachen in Homburg und Bexbach wechselte vom Kreisverband zum DRK-Landesverband. Dadurch gebe es jedoch keine Einschränkungen beim Rettungsdienst. Eine zeitliche Festlegung dieses Schrittes gibt es laut Landesverband nicht, wie deren Sprecher Nicola Lehberger gegenüber unserer Zeitung erklärt.

„Da alle Rettungswachen des Deutschen Roten Kreuzes im Saarland seit Jahren eine Qualitätsgemeinschaft gebildet haben, dort einheitliche und verlässliche Richtlinien gelten, hat der Wechsel für die tägliche und praktische Arbeit an den Rettungswachenstandorten keinerlei Auswirkungen. Der Rettungsdienst ist weiterhin unverändert sichergestellt“, schreibt er auf unsere Anfrage weiter. Mitarbeiter und Equipment bleiben gleich, Streit habe es nicht gegeben.

Der Wechsel in der Organisation sei auf Bitte des Homburger Kreisverbands durchgeführt worden, heißt es weiter. In den übrigen und vielfältigen Aufgabenbereichen des DRK gebe es „eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein gutes Miteinander“. Auch habe man die Umstellung „in guter Teamarbeit“ hinbekommen, sowohl der Rettungswachen-Mitarbeiter als auch der Entscheidungsträger in den beiden Verbänden.

Doch was war der Hintergrund der Umstellung? Corona und das Geld, so könnte man knapp zusammenfassen. Nicole Adolph, Abwesenheitsvertretung des Kreisgeschäftsführers, erklärt, dass durch die vom Kreisverband erbrachten Rettungsdienst-Leistungen „ein erheblicher Vorfinanzierungsbedarf“ entstehe, „der erst nach komplizierten Abrechnungsverfahren mit Zeitverzögerung ausgeglichen wird“. Dies belaste immer wieder die Liquiditätsspielräume des Kreisverbandes.

In akuten Zahlungsschwierigkeiten befinde sich der Kreisverband nicht. „Die Situation ist jedoch nicht zuletzt auch durch die Corona-Auswirkungen und zu geringe Vergütungssätze für die Dienstleistungen in der Integrationsbetreuung von Kindern mit Beeinträchtigungen angespannt. Auch begründet in der Tatsache, dass der DRK-Kreisverband Homburg seine Mitarbeiter nach dem DRK-Reformtarifvertrag bezahlt“, stellt Adolph klar. Nun konzentriere sich der DRK-Kreisverband Homburg auf die übrigen Aufgaben im Bereich der Integrationshilfe, des Hausnotrufes, der Erste-Hilfe-Ausbildung, der freiwilligen Ganztagsschule, des Familienunterstützenden Dienstes, der Kleidersammlung und der Unterstützung der Ortsvereine.

Deren ehrenamtliche Tätigkeit sei nicht zuletzt wieder in den vergangen Monaten deutlich geworden, „in denen viele Helfer unablässig Menschen während der Corona-Pandemie zur Seite standen, wo es notwendig war und ist“.