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Drei, vier Sanierungvarianten für das Gymnasium Blieskastel

Wie geht es weiter mit dem sanierungsbedürftigen Gymnasium in Blieskastel? : Was passiert nun mit dem Gymnasium?

Die Bausubstanz des Gebäudes in Blieskastel ist sehr in die Jahre gekommen – Nun liegen Lösungsmöglichkeiten vor.

Die Analyse in Sachen Von der Leyen-Gymnasium ist ernüchternd: Seit drei Jahren ist der sogenannte Mittelbau wegen baulicher Mängel gesperrt, in der Sache scheint es keine Bewegung zu geben. „Die barocken Gebäude zur Schlossbergstraße hin waren ja nie als Schulgebäude gedacht“, hatte Schulleiter Christoph Kohl bereits vor längerer Zeit bei einer Führung im Gebäude erläutert. Sie wurden zum Teil zunächst als Aufbaugymnasium genutzt, später sie dem heutigen Gymnasium zugeschlagen. Man hatte sie als Schulgebäude umgebaut – mit allen Unzulänglichkeiten, die sich daraus ergaben. So besteht nicht nur Nachholbedarf in Sachen Brandschutz und Fluchtwege, auch die Bausubstanz der barocken Frontgebäude ist buchstäblich in die Jahre gekommen.

Vor einiger Zeit wurden die Blieskasteler aufgeschreckt, als sich ein Gerücht verbreitete, man wolle ein neues Gymnasium errichten, und zwar in der Bliesaue (wir berichteten ausführlich). Es gab einen Aufschrei, der Geist des Standortes Schlossberg wurde beschworen. Aber dann tat sich wieder eine Weile nichts.

Grund genug für unsere Zeitung, einmal nachzuhören, was nun Sachstand ist. Schulleiter Christoph Kohl möchte sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, denn es handele sich bei den Planungen um eine „hochbrisante politische Entscheidung“, die er zunächst nicht kommentieren möchte. Eine Nachfrage beim Schulträger ergab derweil folgendes Ergebnis.

„Der Saarpfalz-Kreis hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Blieskastel ein sogenanntes integriertes, energetisches Quartierskonzept (Machbarkeitsstudie für die Standorte Von der Leyen-Gymnasium und Grundschule auf dem Schlossberg Blieskastel) erstellt. Die Konzeptentwicklung für Sanierungsmaßnahmen auf dem Schlossberg ist fertiggestellt und wurde am 23. Juni dem Bauausschuss des Kreises erstmals präsentiert“, so Pressesprecherin Sandra Brettar in ihrer Stellungnahme. Inhalt des Konzeptes seien, wohl je nach Sichtweise, drei bis vier Sanierungsvarianten. Dabei seien besonders berücksichtigt worden die Bewertungskriterien Städtebau und Baukultur, Energie, Kosten, Wirtschaftlichkeit, Fördermittel, Architektur, Funktionalität und Synergieeffekte.

Die erste Variante sieht den vollständigen Erhalt des Standortes und der vorhandenen Bebauung vor, die Sanierung der betroffenen Gebäude von Süd- und Nordseite. Wobei Südseite das ehemalige Internatsgebäude meint, Nordseite sind die barocken Frontgebäude und die Neubauten im Hintergrund. Die zweite Variante ist zweigeteilt. Hier erfolgt die Konzentration einmal auf die Sanierung des Schulstandortes auf der Nordseite, dann auf die Sanierung des Standortes auf der Südseite. Bei beiden Konzepten würden ein Erweiterungsbau (zwischen den barocken Frontgebäuden und dem sogenannten neuen und alten Neubau) sowie die Aufstockung bestehender Gebäude erfolgen müssen. Die letzte Variante sieht dann –Schreckgespenst für viele Blieskasteler! – ein Neubau in der Bliesaue in unmittelbarer Nachbarschaft zur Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule vor. Nicht wenige Beobachter erachten indes diese Variante als die einzig sinnvolle (Kopf)-Lösung gegenüber der (Bauch)-Lösung Sanierung der barocken Bausubstanz. Bliebe, bei einem Neubau, auch noch die Frage, wie man dann ein geschlossenes Gymnasiumsgebäude nutzen sollte. Es bleibt die Frage, wann man denn gedenke, den sogenannten Mittelbau wieder für den Schulbetrieb zu öffnen. „Mögliche Arbeiten an den zurzeit nicht betretbaren Gebäuden machen erst dann Sinn, wenn eine Entscheidung über die Umsetzung des Quartierskonzeptes gefallen ist. Hierüber hat der Kreistag zu befinden“, heißt es in der Presseerklärung des Saarpfalz-Kreises. Allerdings würden „zur Aufrechterhaltung eines ordentlichen Schulbetriebes notwendige Sanierungsmaßnahmen natürlich unabhängig vom Quartierskonzept berücksichtigt und umgesetzt“.