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Diskussion um eine alte Eiche in Wolfersheim

Baumfällung in Wolfersheim : Die alte Eiche macht wieder von sich reden

Info-Abend in Wolfersheim soll für Frieden sorgen. Absolutes Halteverbot wegen der umstrittenen Baumfällung.

Ende November letzten Jahres sorgte eine Baumrettungsaktion mit Anketten an eine alte Eiche, die gefällt werden sollte, im Gold-Dorf Wolfersheim für Aufsehen (wir berichteten ausführlich). Der Arbeitstrupp musste wieder umkehren, die Eiche wurde später eingezäunt und für den Zugang abgesperrt. Zu Beginn dieser Woche war eine weitere Aktivität rund um die alte Eiche festzustellen (siehe Info-Kasten).

Zu den Themen Baumschutzsatzung und Hausbäume hatte zuvor der Ortsrat Wolfersheim zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die zahlreich erschienenen Zuhörer konnten sich beim Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler, bei der Ersten Stadt-Beigeordneten, der Wolfersheimerin Lisa Becker sowie dem Stadtrat und Ministerialrat im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, Georg Josef Wilhelm aus Bierbach, über diese Themengebiete informieren. „Nachdem die beabsichtigte Fällung der Eiche in der Ortsmitte für große Aufruhr in Wolfersheim gesorgt hatte, hat der Ortsrat ein Maßnahmenpaket für die Zukunft des Ortsgrüns und damit insbesondere für die ortsbildprägenden Dorfbäume geschnürt“, stellte Ortsvorsteher Matthias Seel in seiner Begrüßung heraus. „Nicht jeder Baum in Wolfersheim kann erhalten werden. Krankheiten, Gefährdung der Standsicherheit oder die Beschädigung anliegender Wohnhäuser sind einige Gründe, die die Entfernung eines Baumes notwendig machen“, fügte er hinzu.

Der Ortsrat habe daher ein Förderprogramm aufgelegt. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes werden darin Neupflanzungen geeigneter Hausbäume finanziert. „Die Förderung richtet sich an alle Wolfersheimer, denn unser Ortsbild soll auch in den nächsten Jahrzehnten weiterhin von Bäumen geprägt sein“, erläuterte Matthias Seel. Eine Baumschutzsatzung für das ländlich geprägte Blieskastel hingegen schätzten die Experten eher kritisch ein. „Solche Satzungen greifen in die durch das Grundgesetz verbrieften Eigentumsrechte der Bürgerinnen und Bürger ein. Außerdem verbieten diese Regelwerke das Entfernen von Bäumen nur in bestimmten Fällen und sind mit einem enormen bürokratischen Mehraufwand verbunden, der für eine Kommune mit der räumlichen Ausdehnung von Blieskastel nur schwer zu bewältigen ist. Wichtiger als Satzungen sind gute Aufklärungsarbeit und die Schaffung eines Bewusstseins in der Bevölkerung“, so Bernd Hertzler und Georg Josef Wilhelm, der im zweiten Teil der Veranstaltung das Hausbaum-Konzept erläuterte.

Wichtig sei es, Bäume entsprechend der örtlichen Gegebenheiten passgenau auszuwählen. So habe man in Wolfersheim, durch die große Menge an freiem Kalk im Boden, wenig Freude an Esskastanien. Ebenso solle man bei der Auswahl eines Baumes den Wuchs und zukünftige Ausmaße bedenken. Als geeignete heimische Bäume nannte Experte Georg Josef Wilhelm die Arten Stechpalme, Kornelkirsche oder Elsbeere. „Weitere Informationen zu Auswahl, Standort und Pflege der Bäume können beim Ortsrat angefordert werden, der entsprechende Beratungsangebote von Stadt, Kreis und örtlichem Obst- und Gartenbauverein vermittelt“, hielt der Ortsvorsteher fest. „Es war ein spannender, informativer Abend, der gezeigt hat, dass diese Themen den Wolfersheimern unter den Nägeln brennen. Außerdem hat die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung des Dorffriedens geleistet und dem Ortsrat gute Impulse für seine weitere Tätigkeit für das Dorf-Grün geliefert“, erklärte ein zufriedener Matthias Seel abschließend.