"Dieses Kribbeln im Bauch"

Blieskastel. Ja, dieses Kribbeln im Bauch... Es ist wohl der bekannteste Titel von Pe Werner. Sie machte am Samstagabend Station in Blieskastel und um es vorweg zu nehmen: Es war eines dieser Konzerte, die man so schnell nicht vergisst. Man will es ja gar nicht leugnen, dass man bis kurz vor dem Konzert nicht unbedingt der große Pe-Werner-Fan war

Blieskastel. Ja, dieses Kribbeln im Bauch... Es ist wohl der bekannteste Titel von Pe Werner. Sie machte am Samstagabend Station in Blieskastel und um es vorweg zu nehmen: Es war eines dieser Konzerte, die man so schnell nicht vergisst. Man will es ja gar nicht leugnen, dass man bis kurz vor dem Konzert nicht unbedingt der große Pe-Werner-Fan war. Die Betonung liegt auf "war", denn sie hat wohl auch den letzten kritischen Ehemann, der an diesem Abend mit in die Festhalle "musste", überzeugt. Pe Werner ist vor allem authentisch. Sie steht in ihrer Garderobe, lässt sich bereitwillig auf ein Gespräch ein, Lockenwickler im Haar und ganz schlicht gekleidet. Und dann steht sie kurze Zeit später auf der Bühne, schwarzes Satin-Kleid, man erkennt sie kaum wieder. Sie ist gern im Saarland, kennt den Spruch vom "Gudd gess" und findet das toll. Sie mag die Herzlichkeit der Saarländer, sagt sie. Und man nimmt es ihr ab. Sie kam aus Lippstadt, da war der Empfang wohl nicht so herzlich wie in Blieskastel. "Das wird von allen Künstlern gelobt. Alle fühlen sich herzlich willkommen und loben unsere Gastfreundschaft", stellt Elmar Becker heraus. Er tut einiges, damit sich die Künstler wohlfühlen. Die Garderobe ist schön hergerichtet, es gibt Speisen und Getränke, an alles ist gedacht. Und das wirkt sich sicherlich auch auf das Konzert aus. Pe Werner kommt auf die Bühne - und hat schon das Publikum erobert. Jedes Konzert sei ein Unikat, immer wieder erlebe sie Neues auf der Bühne, jeder Abend verlaufe anders, erzählt sie uns vor dem Auftritt. Aber es ist auch viel Routine, besser gesagt Professionalität, die sie auszeichnet. Ihr großes Thema ist der Mond, er kommt in jedem Lied irgendwie vor. Aber man wird es nicht leid, ihr zuzuhören, ohne Pause, gleichwohl mit vielen "Brüchen". Da wechseln sich frech-frivole Lieder mit gefühlvollen Balladen ab, man muss sich ständig auf Veränderungen gefasst machen. Mal singt sie verträumt eine rührende Ballade, um bei der nächsten Nummer - frivol auf dem Flügel räkelnd - dem Pianisten schöne Augen zu machen. Klar, das ist alles einstudiert, Teil der Show, aber es ist sehr spannend und mit hohem Unterhaltungswert. Dabei ist der musikalische Part absolute Spitzenklasse. Sie lobt ihre Band im Vorgespräch, sie könne sich auf die Musiker absolut verlassen. Das ist eigentlich noch untertrieben: Die Band, international besetzt mit Drummer, Bassist, Gitarrist und Pianist, ist ein Garant für den Erfolg. Da stehen exzellente Musiker auf der Bühne. Die Band an sich wäre schon den Eintritt wert. Und Pe Werner präsentiert sich als glänzende Entertainerin, die Stimme von verrucht bis einfühlsam, aber immer klar und sauber, jazzig-bluesige Momente wechseln ab mit durchaus rockigen Nummern. Sie meistert alles. Dabei vergisst sie nicht, lokale Einflüsse mit aufzunehmen, Blieskastel, ja sogar Elmar Beckers "Blieskasteler Klosterbräu" wird in ein Lied eingearbeitet. Der Veranstalter ist übrigens auch mit dem wirtschaftlichen Ergebnis zufrieden: "Wir hatten uns ein Ziel gesetzt, und das konnten wir sogar leicht überschreiten."

AUF EINEN BLICKWeitere "starke Frauen" - so der Titel der Veranstaltungsreihe von Elmar Becker in Zusammenarbeit mit der Stadt Blieskastel - werden erwartet. Am 15. Januar kommt Julia Neigel, am 9. April gastiert Helen Schneider in der Bliesgau-Festhalle. Karten zu den Veranstaltungen gibt es bei der Stadt Blieskastel oder direkt im Lokal "Alt Schmidd". ers