1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Blieskastel

Die „Pulverblättcher“ feiern in der „Eiszeit“

Kappensitzung in Blickweiler : Die „Pulverblättcher“ feiern im heißen Kultursaal die „Eiszeit“

Die Fastnachtssitzung in Blickweiler bot dem begeisterten Publikum eine Mischung aus gelungenen Tänze, Reden und Sketchen.

Beim Blickweiler Fastnachtsclub „Die Pulverblättcher“ (BFC) lautet das aktuelle Motto „Eiszeit“. Das wirkte am Samstagabend, bei der Fastnachtsshow in der Hitze des Kultursaals, wie eine Perspektive. Deshalb entledigte sich auch Sitzungspräsident Marco Hillinger schnell seiner Kostümkapuze. Der Elferrat in Eskimoverkleidung hingegen ertrug tapfer die Temperaturen und harrte mit den Narren gut viereinhalb Stunden aus.

Seit Jahren ist er bei den Pulverblättchen Stammgast: „Fidelius“ (Christoph Lesch). Auch am Samstag war der Mann im quietschblauen Anzug seiner Masche treu geblieben: Man nehme bekannte Ohrwürmer und dichte sie auf Saarländischen - meist zur Fastnacht - um. Etwa Falkos „Vienna Calling“, was bei dem Saarbrücker „Hello, scheen, dass ner do sinn“ heißt. Er hat Marco Hillinger im Baumarkt getroffen, als der mit seiner Frau Spaten kaufen wollte. Ja, die beiden Par-Shippen jetzt. Und Gäste hatte der „Fidelius“ dabei - Wahnsinn: Joe Cocker etwa mit „Schunkeln ist hard“ und Rex Gildo, den Schutzpatron der Gardemädchen. Da bleibt kein Auge trocken. Und dann des „Fidelius“ Erklärung: „Das geht immer“. Stimmt. Auch die Zugabe, die das Publikum wollte. Da hatten Oma und Enkelchen (Ramona und Nico Heubusch) ganz andere Sorgen. Opa will die Kur seiner Frau wegen „Altbausanierung“ von der Steuer absetzen. Deren Arzt wiederum ist baff, dass sie nach drei Jahren wieder da ist. War er doch damals im Glauben, dass sie nur noch sechs Monate zu leben habe. „Ihr seid Teil einer Übung, die wir im Sinne des Brandschutzes durchführen müssen“, meinte Sitzungschef Hillinger zu den Blickweiler Narren zwischendrin und teilte diese in drei Gruppen ein: Seelöwen, Polarfüchse und Pinguine. Dann galt es unterschiedliche Laute von sich zu geben. Und zwischendurch immer mal der Griff in die kleine „Flachwitzkiste“: Hillinger weiß es, die Stimmung hochzupuschen. Das gelang auch Lena Heubusch und Chris Meier, die mit ihrem Sketch die Banalität in der Alltagskommunikation zwischen Mann und Frau zum Thema hatten. Er solle sich mal ein Beispiel am Nachbarn holen, der allmorgendlich seine Frau zum Abschied küsst. „Aber, ich kenne die Frau doch gar nicht“, meinte Chris fassungslos. „Hurra die Gams“, lautete das Matty Valentino-Lied, mit dem Andreas Moschel, Sascha Clemens und Harald Anke die Stimmung in Blickweiler erneut hochdrehten. „Das, was jetzt kommt, gab’s noch nie“, frohlockte der Sitzungsmoderator, als er das Funkenmariechen-Medley der Geschwister Jalina und Anni Clemens (Trainerin: Laura Hollinger) ankündigte, die erstmals gemeinsam auftraten.

Zu welcher Irrungen Budgetkürzungen im Altersheimführen können, bewiesen Nicole Meyer, Klaus Recktenwald, Sebastian Stinski, Christian Meier, Harald Anke und Michael Mand mit ihrem Altersheim-Gag. Die tattrigen Senioren und die Pflegerin mussten auf der Bühne gemeinsam ihre Morgen-Toilette verrichten und trieben dem Publikum die Tränen in die Augen. „Die zwei von der Bank“ alias „Es Ursel unn es Renade“ (Kurt Collet und Horst Klein) waren auch diesmal wieder Garant für Schenkelklopfer. So musste „Es Renade“ ihren Mann darüber aufklären, dass Budda kein Grieche war, da der Gatte glaubte, einen Körper wie ein Adonis zu haben.

Die Aktivengarde der Pulverblättcher trat bei der ersten Fastnachtsshow des Blickweiler Fastnachtsclubs „Die Pulverblättcher“ am Samstagabend mit einem Showtanz „Abba“ auf. Foto: Jörg Martin

Mehr zum Thema Fastnacht finden Sie online unter: www.saarbruecker-zeitung.de/fastnacht