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Die Naturdenkmäler am Kahlenberger Hof in Breitfurt

Silberlinde und Feldahorn in Breitfurt : Geballte Baumpracht versammelt an einem Platz

Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“: Gleich fünf besondere Bäume sind am Kahlenberger Hof zu entdecken.

Die Naturdenkmäler des Bliesgaus finden sich verstreut in allen Kommunen, an einer einzigen Stelle jedoch gehäuft: am Kahlenberger Hof in Breitfurt. Hier findet man gleich vier auf einem Streich. Hofbesitzer Oliver Schmidt erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Zwei der Denkmäler stehen auf meinem Grundstück und zwei beim Nachbarn. Aber alle stehen frei und sind von Spaziergängern ohne Probleme zu finden.“ Der Wanderweg, der an der Hofbaustelle vorbeiführt, macht die Entdeckung aller vier Naturdenkmäler möglich, ohne den Weg verlassen zu müssen.

Auf dem Grundstück des aktuell bewohnten Teil des Hof-Ensembles steht ganz nah am Wanderweg die Breitfurter Rosskastanie, und etwas versteckter hinter dem Haus die Breitfurter Silberlinde. Beide Bäume sind kerngesund und von imposanter Größe. Sie stehen auf Privatgelände. Ganz anders die Stieleiche, der wir einen eigenen Beitrag widmen. Sie gilt als schönste Eiche des Saarlandes und hielt abseits des Hofes unterhalb der Ottilienquelle auf freiem Feld. Die Gedenkstätte der Ottilienquelle jedoch liegt ebenfalls direkt am Wanderweg und ist von einer Hecke umsäumt, ein kleiner beschilderter Durchgang führt in einen Innenhof. Erst hier sieht man die Quelle.

1881 ließ Alexandre Louis Guillaume Jacomin de Malespine, der zu dieser Zeit den Hof in eine herrschaftliche Anlage verwandelte, die als Pilgerstätte besuchte Ottilienquelle fassen, mit einem Brunnenstock versehen und eine Statue der heiligen Ottilie in einem Sandsteinbildstock aufstellen. Heute fehlt die Heiligenfigur, ebenso das Wasser. Eine verfallene Holzbank lässt nicht darauf schließen, dass hier noch gepilgert wird. Stattdessen entdeckt man zu beiden Seiten der Quelle zwei unter Naturschutz stehende Bäume, die Breitfurter Feldahorne. Früher wurden diese Bäume zur Nahrungsgewinnung genutzt, die Blätter wurden wie Sauerkraut gegessen.

2015 war der Feldahorn in Deutschland der Baum des Jahres. Meist als Strauch wachsend, entwickelt der Feldahorn nur selten dicke Stämme, kann dann aber bis zu 200 Jahre alt werden. Günstige Bedingungen müssen die beiden Ahorne in Breitfurt gefunden haben, der Zahn der Zeit hat jedoch an beiden Bäumen genagt. Das Landesamt für Umweltschutz hat die Stämme bereits einkürzen müssen, in einem der beiden geschützten Bäume klafft ein metergroßer Hohlraum im Stamm. Vermutlich wurden die Ahorne hier nie als Sauerkrautersatz genutzt, sondern eher zur Zierde gepflanzt. Denn Alexandre de Malespine galt als Schöngeist und baute sich den kompletten Hof zur Residenz aus. Gepflegte Parks und Gärten waren seine Leidenschaft.

Die vielen Naturdenkmäler auf dem Areal müssen mit ihm zu tun haben. Auch ein Arboretum gab es, eine Sammlung einheimischer und exotischer Bäume. Bereits vorhandene Baumriesen wie die noch heute bestens erhaltene monumentale Eiche wurden durch eine Vielfalt unterschiedlichster Laubbäume ergänzt. Überliefert ist, dass Malespine „Maßholder“ pflanzen ließ. Heute nennt man eben diesen Baum „Feldahorn“. Fünf Bäume stehen damit rund um den Hof unter Naturschutz und sind einzeln als Denkmal ausgewiesen.