Die Linden waren nicht zu retten

Ein Anwohner hält nach wie vor die bereits erfolgte Fällung dreier alter Linden im Vorfeld der Tiefbauarbeiten in der Blieskasteler Schlossbergstraße für vorschnell und unnötig. Die Stadtverwaltung hält dagegen und beruft sich auf Experten-Urteile. Die Standsicherheit der Bäume sei nicht mehr gewährleistet gewesen.

Derzeit laufen in der oberen Schlossbergstraße in Blieskastel Bauarbeiten zur Verbesserung der Ver- und Entsorgungskanäle. Gleichzeitig keimt der Streit um die Fällung dreier alter Linden gegenüber der neuen Kita wieder auf. Ende Mai hatte der erste Beigeordnete der Stadt, Georg Wilhelm, hauptberuflich Forstexperte, die Fällung damit begründet, dass das Wurzelwerk der Bäume durch die Ausschachtarbeiten so beschädigt werden würde, dass die Linden umsturzgefährdet seien (wir berichteten). Anlieger Manfred Harz, der sich an der Baumfällaktion damals gestört hatte, hakt jetzt im Zuge der Bauarbeiten noch einmal nach. "In dem jetzt ausgehobenen Graben müsste man doch Wurzelreste sehen. Ich kann da aber nichts feststellen." Harz glaubt nach wie vor, dass die Stadt Blieskastel die Bäume unter Umständen gefällt habe, weil sie einem privaten Bauvorhaben an der Stelle im Weg waren. Dem widerspricht Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. "Bisher wurde für Versorgungsleitungen noch nicht allzu tief ausgeschachtet", so die Verwaltungschefin auf Anfrage unserer Zeitung. "Man sieht bereits erste Wurzelstränge. Unsere Fachleute sind sicher, das noch viele mehr und stärkere Stränge sichtbar werden, wenn wir für den Kanal bis auf eine Tiefe von drei Metern graben müssen." Hinzu komme, dass auch für den neuen Gehweg in diesem Teil der Schlossbergstraße besonders tief aufgegraben werden müsse. Der Gehweg müsse für eventuelle Einsätze der Feuerwehr dort standfest sein. Faber-Wegener zeigt Verständnis für die Verärgerung von Manfred Harz. "Uns ist die Entscheidung auch nicht leicht gefallen. Und keinesfalls fällen wir Bäume auf Wunsch von Privatleuten." Aber aus der Sicht des Ingenieurbüros und der Fachleute in der Verwaltung habe es keine Alternative gegeben.