Konzert : Kölsche Stimmung auf dem Paradeplatz

Auch die regionale Kultband „Käsfieß“ aus Bierbach brachten als Vorgruppe die Fangemeinde im barocke Stadtzentrum in Wallung.

Es sollte der Höhepunkt der erstmals stattfindenden „Blieskasteler Music Nights“ werden – und er wurde es auch. Sonntag-Nachmittag, 17.30 Uhr, in Blieskastels Innenstadt dominierten schwarze T-Shirts mit gelbem Aufdruck die Innenstadt: „Open Air Blieskastel – Die Käsfieß“ war aufgedruckt, und man hatte den Eindruck, ganz Bierbach war nach Blieskastel zum Open air auf dem Paradeplatz gepilgert. Den beiden Konzertveranstaltern Olaf Ehrmantraut und Bernhard Wesely war ein richtiger Coup gelungen: Mit den „Höhnern“ aus Köln hatte man eine richtige Kracher-Gruppe verpflichtet, die sehr viele Fans auch hier in der Region hat.

Und als lokales Sahnehäubchen hatte man jene legendären „Käsfieß“ aus Bierbach verpflichtet, ein Garant für gute Laune bei der Fasenacht der Bierbacher „Kerbcher“ und seit genau 30 Jahren auf der Bühne. „Seid ihr eigentlich wegen uns oder nur wegen der Käsfieß gekommen?“, staunte da Henning Krautmacher, Frontmann der „Höhner“. Tatsächlich hätten sich die Karnevalsrocker aus Köln keine andere Vorband wünschen können: Die „Käsfieß“ rockten schon kurz nach 18 Uhr den Paradeplatz, dass die Innenstadt zu beben schien. Die Stimmung war fantastisch, die vielen Fans der Bierbacher Kulttruppe machten mächtig Stimmung auf dem Paradeplatz.

„Was hätte es Schöneres geben können, als zu unserem 30-jährigen Bühnenjubiläum mit den Höhnern auftreten zu können?“, war Eckes Geißel zusammen mit der Bierbacher Truppe ganz stolz auf den Auftritt. Und hinter der Bühne konnten es alle feststellen: Die „Höhner“ kennen keine Starallüren, die waren richtig locker, unterhielten sich mit ihren saarländischen Musikerkollegen auf Augenhöhe und ließen sich geduldig ablichten. „30 Jahre stark und froh, liebe Käsfieß, weiter so!“, gratulierten die großen Kölner den musikalischen Freunden aus Bierbach auf der Bühne. Und dann war es auch Eckes Geißel, der die Kölner anmoderieren durfte: „Die Hööööhner“, rief er ins Mikrofon, und schon war sie präsent, die aus dem Kölner Karneval bekannte Band, die musikalisch so sehr viel mehr drauf hat, als man vielleicht als Karnevalsmuffel annimmt. Brillante, vielseitige Musiker, die natürlich ihre Hits abspielten und genau wussten, wie sie das Publikum auf ihre Seite bringen und zum Mitklatschen, -schunkeln und -singen animieren konnten. Daneben aber durchaus leise Songs, und auch Texte zum Nachdenken waren dabei. Henning Krautmacher und seine Musiker zeigten Spielfreude, man merkte, dass nicht nur der Funke zum Publikum übersprang, sondern dass dieses Publikum auch den Musikern gefiel. Krautmacher ließ nicht unerwähnt, dass sie zuvor in Elmar Beckers „Alt Schmidd“ saarländische „Gefillde“ gegessen hatten.

Und Elmar Becker war es auch, der das Geschenk der „Käsfieß“ an die „Höhner“ wieder vervollständigte: Man wollte den Kölner Musikerkollegen saarländische Spezialitäten schenken, aber irgendwie war der Ring Lyoner aus der Spezialitätenkiste abhanden gekommen. Und was ist schon eine saarländische Spezialitätenkiste ohne Lyoner? Wie gesagt, Elmar Becker rettete die Situation und besorgte den saarländischen Ringel. Und als Dank gab es dann für die „Käsfieß“ ein fulminantes Finale: Die großen Musikerkollegen aus Köln zitierten ihre Bierbacher Mitmusiker beim legendären „Viva Colonia“ mit auf die Bühne zu einer spektakulären Zugabe. Der Paradeplatz bebte zum wiederholten Mal, das war ganz großes „Kino“, ein Abend voller Emotionen. „Diesen Auftritt, diesen Tag werden wir nie vergessen. Das war für uns alle in der Band ein unvergessliches Erlebnis“, unterstrich Eckes Geißel.