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Die Gollensteinhütte in Blieskastel ist wieder geöffnet

Pfälzerwaldverein Blieskastel : Die Gollensteinhütte ist wieder geöffnet

Wirtin Jenny Wust und ihr Team haben die vergangenen Monate genutzt, den Wanderer-Treffpunkt gründlich zu renovieren.

Die Gollensteinhütte hoch über Blieskastel erlaubt einen tollen Fernblick ins Biosphärenreservat Bliesgau. Das Heim der Ortsgruppe Blieskastel des Pfälzerwaldvereins (PWV) „An der Schutzhütte 4“ oberhalb des Wallfahrtsklosters hat mit Jenny Wust eine neue Pächterin, die mit Hilfe des PWV in den letzten Monaten die Hütte umfassend renovierte und aus der Sicht vieler zu einem Schmuckstück werden ließ. „Die Theke ist umgestaltet und somit aufgewertet, Bestuhlung und Tische komplett neu im Landhausstil und damit moderner, heller und freundlicher – die Besucher sollen sich wohlfühlen“, erzählte unserer Zeitung Jenny Wust, die ihren Stammbetrieb in der Stadtmitte „Zum Mühleneck“ infolge der besonderen Corona-Umstände noch geschlossen hält. „Die Öffnungszeiten in der Gollensteinhütte ab 12 Uhr richten sich nach den Hygiene- und Abstandsrichtlinien, sonntags und am Donnerstag, 21. Mai, (Vatertag) ist bereits ab 10.30 Uhr zum Frühschoppen offen“, so Jenny Wust, die in der Küche mit dem Blieskasteler Daniel Kaufmann einen bewährten Koch am Herd stehen hat. Wanderer und Kurgäste dürfen sich freuen, denn die Hütte – sie gibt es seit 43 Jahren - ist ab sofort an vier Tagen die Woche wieder geöffnet.

Ein Blick zurück: Zuvor stand auf dem Platz in der Nähe des Wallfahrtsklosters die alte Schutzhütte, eingeweiht am 1. Juni 1930. In der Nacht zum 15. Dezember 1975 dann eine bittere Stunde, denn die Schutzhütte brannte komplett nieder. Doch schon im folgenden Frühjahr gingen engagierte Mitglieder des PWV an den Bau der heutigen Gollensteinhütte. Horst Hühner als Bauleiter, Erich Walch, Heinz Striegel als Organisationsleiter, Adam Klammes und Hans Korn als Mann für alle Fälle legten sich besonders ins Zeug, wie die Chronik verrät. Am 21. Mai 1977 wurde die schmucke Hütte öffentlich übergeben. In den 43 Jahren seither ist sie immer wieder gern besuchter Treffpunkt. Stolz ist der PWV Blieskastel, dass mit Otto Ferdinand Link, bekannt als „Linke-Babbe“, ein gebürtiger Kaschtler die große Wanderbewegung der Pfälzerwald-Vereine im Dachverband Neustadt 1903 gründete. „Der Kaschtler und Initiator der Wanderbewegung ist in der Pfalz bei den Wanderern so bekannt wie unter den Katholiken unserer Nachbarn der Bischof von Speyer“, hat Wanderfreund Hans Cappel bei seinen vielen Wanderungen ausgemacht, und der bekannte Heimatkundler weiß auch den Grund: „Link hat sich mit einem Foto, aufgenommen bei der allerersten PWV-Wanderung am 18. Januar 1903 in Ludwigshafen, bei allen Wanderern eingeprägt. Vor allem, weil er dort erstmals den noch heute gültigen Wandergruß „Waldheil“ ausrief.“ 1982 wurde die Idee geboren, an dem Sandstein vor der Gollensteinhütte eine Gedenkplatte für den „Linke-Babbe“ anzubringen. Steinbildbauer Gerd Abel aus Niederwürzbach fand eine kostengünstige Lösung. „Abel übertrug das Angesicht von Otto Ferdinand Link von einer normalen Postkarte auf den schönen Sandstein. Das Werk kann sich sehen lassen“, merkt Cappel an. „Otto Ferdinand Link wurde 1868 als Sohn eines Bierbrauers geboren, sein Großvater war Bürgermeister von Blieskastel. Der Name Link dieses Stammes kommt heute im Bliestal nicht mehr vor. Ältere Bürger erinnern sich noch an ein Kolonialwarengeschäft dieses Namens im Anwesen der heutigen Ratsapotheke“, weiß Cappel.

„12 000 markierte Wanderwege lassen heute die Heimat für alle Generationen leicht zu Fuß erkunden. Einige Wege, so der Jakobsweg, führen auch nach und über Blieskastel. Da trifft es sich gut, dass unsere Gollensteinhütte wieder als Einkehr zur Verfügung steht“, freut sich Ernst Welsch vom Vorstand des PWV Blieskastel.