Handball-Saarlandpokal: Der TVN steht vor einer Herkulesaufgabe

Handball-Saarlandpokal : Der TVN steht vor einer Herkulesaufgabe

Niederwürzbacher Handballer spielen an diesem Sonntag hoch motiviert im Halbfinale um den Saarlandpokal.

Im Pokal sorgt der Handball-Saarlandligist TV Niederwürzbach seit Jahren für Furore. In der letzten Saison qualifizierte sich der TVN für das Finalturnier der vier besten saarländischen Mannschaften am Ostermontag in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle und schlug auf dem Weg dahin sogar das Oberliga-Spitzenteam HF Illtal. Damit der Finaleinzug auch dieses Jahr gelingt, muss Niederwürzbach beim Halbfinalturnier am Sonntag in der Westpfalzhalle in Zweibrücken mindestens den zweiten Platz erreichen. Eine Herkulesaufgabe.

Um 14 Uhr trifft der TVN auf Gastgeber und Oberliga-Spitzenreiter VTZ Saarpfalz. Um 15.50 Uhr wartet mit der HSG Völklingen ein weiterer Oberligist auf den TVN, der um 17.40 Uhr sein abschließendes Spiel gegen den TuS Brotdorf II bestreitet. Bereits am Samstag spielen die Oberligisten HF Illtal und SV 64 Zweibrücken sowie die Saarlandligisten HG Saarlouis II und HSV Merzig/Hilbringen in Saarlouis die ersten beiden Finalteilnehmer aus. „Der Pokal ist für uns ein Bonus, aber natürlich wäre es für uns ein Highlight, wenn wir wieder in das Finale einziehen würden“, sagt TVN-Abteilungsleiter Arno Gebhardt.

Ein Schlüsselspiel ist für ihn die Partie gegen Völklingen. Der Oberligist spielt eine durchwachsene Saison und überwintert in der Liga auf dem viertletzten Rang. „Auf dem Papier ist Völklingen die Aufgabe, die wir lösen müssen. Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, können wir das Spiel gewinnen“, hofft Gebhardt. Er ergänzt: „Aber auch gegen die VTZ Saarpfalz sind wir nicht chancenlos. Da haben wir in den letzten Jahren oft gut ausgesehen.“

Die Zweibrücker scheinen derzeit aber nur schwer zu knacken. Der Oberliga-Tabellenführer, der den Heimvorteil auf seiner Seite hat, hat in dieser Saison zu Hause noch kein Spiel verloren. Auch die Partie gegen Brotdorf II wird kein Selbstläufer. Der Verbandsligist ist nominell die schwächste Mannschaft des Turniers. „Man kann aber davon ausgehen, dass eigentlich die erste Mannschaft aus der Saarlandliga auf dem Feld stehen wird“, weiß Gebhardt. Viel Selbstbewusstsein zieht der TVN aus der vergangenen Pokalrunde. Da gewann Niederwürzbach im Rahmen des Halbfinal-Turniers unter anderem gegen das Oberliga-Spitzenteam HF Illtal mit 21:15. „Das war vielleicht unser bestes Spiel der letzten Jahre“, sagt Gebhardt.

Dass der TVN-Motor nach der kurzen Winterpause noch Zeit braucht, um auf Touren zu kommen, glaubt der Abteilungsleiter nicht: „Wir sind Handballer und keine Rentner. Die Pause war lang genug. Körperlich sind die Oberligisten etwas stärker. Aber spielerisch können wir mithalten. Das haben wir in den letzten Jahren immer wieder bewiesen.“ Er ergänzt: „Wir sind nicht nervös. Für die jungen Spieler ist so ein Turnier etwas Besonderes. Aber wir haben genug erfahrene Akteure, die so eine Drucksituation schon oft erlebt haben. Am Ende entscheidet die Tagesform und vielleicht auch ein wenig Glück.“ Personell kann der TVN, der am Donnerstag wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen ist, aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler sind einsatzbereit. Eine gute Nachricht konnte der Verein schon vor dem Turnier verkünden.

Am Dienstag wurde der Vertrag mit Trainer Christian Schöller um eine weitere Saison verlängert. Nach dem Pokalwochenende geht es für den TVN am Samstag, 13. Januar, um 18 Uhr in der Saarlandliga mit einem Heimspiel gegen Schlusslicht HF Illtal II weiter. Der amtierende Meister Niederwürzbach liegt auf Platz vier, sechs Punkte hinter Tabellenführer HWE Homburg. „Wir haben ein oder zwei Spiele unnötig verloren, insgesamt liegen wir aber im Soll. In der Rückrunde wollen wir weiter alle Heimspiele gewinnen. Zu Hause sind wir schließlich seit fast vier Jahren ungeschlagen“, sagt Gebhardt. Er freut sich über die Vertragsverlängerung mit Trainer Schöller: „Jetzt können wir im Hinblick auf die kommende Saison voll mit der Planung einsteigen.“

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