Der Paradeplatz wurde zur Piazza

Blieskastel. Die alljährlich in Blieskastel stattfindende saarpfälzische Sommerakademie ist nicht nur bekannt für die hohe künstlerische und kreative Qualität, spektakulär sind auch immer die Abschlussveranstaltungen. Fast schon legendär jenes Abschlusskonzert im Orangeriegarten, wo die Gäste bei strömendem Regen bis zum Schluss ausharrten und mit tanzenden Schirmen Zugaben verlangten

Blieskastel. Die alljährlich in Blieskastel stattfindende saarpfälzische Sommerakademie ist nicht nur bekannt für die hohe künstlerische und kreative Qualität, spektakulär sind auch immer die Abschlussveranstaltungen. Fast schon legendär jenes Abschlusskonzert im Orangeriegarten, wo die Gäste bei strömendem Regen bis zum Schluss ausharrten und mit tanzenden Schirmen Zugaben verlangten. Aber in diesem Jahr wurde all dies noch einmal getoppt: Anlässlich der neuen Patenschaft Blieskastels mit der italienischen Stadt Castellabate hatte man in der dritten Akademiewoche Italien als Thema. Und man wollte nicht nur das Schaffen der Akademie-Teilnehmer präsentieren, sondern auch Blieskastel und die Blieskasteler Bürger mit einbeziehen. Um es vorweg zu nehmen: Es war ein grandioser Erfolg - und vielleicht auch eine Idee, wie man Blieskastels malerische Innenstadt mit ihren Plätzen auch zu anderen Gelegenheiten nutzen könnte. Doch der Reihe nach: Es begann die "Notte italiana" schon zur Nachmittagszeit, übrigens hätte das Wetter an der Adria auch nicht schöner sein können. Optimale Bedingungen also für eine Open-Air-Veranstaltung. Bereits ab 14 Uhr konnte man die Werke der Künstler in den verschiedenen Ateliers und Werkstätten der Akademie besichtigen. In der Alten Markthalle im Rathaus gab es Bilder aus der Abteilung "Entdeckungsreise Malen & Zeichnen", hier mit den Kursusleitern Manuela Osterburg aus Saarbrücken und Constabile Piccirollo aus Castellabate.Das Spektakel begann dann so richtig mit der Tanzperformance "Leichtigkeit des Seins" aus der Klasse von Richard Lee. Und dann wurde der Paradeplatz zur Piazza. "Caprisonne - unser Italien der 50er", war der Titel der Abschlussarbeit in Theaterpädagogik von Veronika Kiesel. Und sie hatte sich mächtig was einfallen lassen. Da knatterten plötzlich Vespas und Isettas über die Paradepiazza, gesteuert von feurigen Italienern. Sogar eine Gondel fuhr - "O sole mio!" - auf dem Canale Grande vor dem Rathaus. Der Pate fuhr vorDie Damen flanierten im Outfit der 50er, es wurde kein Klischee ausgelassen. Ob Hula-Hoop-Reifen oder der Auftritt eines wahrhaftigen Gigolos (der Blieskasteler Christian Horras gab einen feurigen italienischen Liebhaber). Höhepunkt war der Auftritt des Paten (Thomas Schiffmacher) mit seinem Bodyguard Roman Schaller. Der Mafioso ließ im wahrsten Wortsinne die Puppen tanzen und schreckte auch nicht vor einer echten Geldwäsche zurück - unmittelbar vor dem Rathausportal. Erst das Herannahen der Polizia ließ den Paten aufschrecken, die Menge wurde vertrieben. Ein bisschen chaotisch das Ganze, deshalb umso italienischer. Und man fand sich wieder vor dem Schlangenbrunnen, wo die "Commedia del Blieskastel", Gruppe Improvisationstheater unter Leitung von Jens Clausen, in schrillen Kostümen bestes Straßentheater bot. Italienische Tänze im Klosterpark und eine fulminante "Messa di Gloria" in der Kirche des Wallfahrtsklosters unter der Leitung von Martin Folz - was für ein gelungener Abschluss. Und es wurde noch eine lange Party im Klosterhof mit italienischer Musik und ebensolchen kulinarischen Köstlichkeiten.