Der Neue muss gut kochen können

Am Samstag hat die Theatergruppe aus Mimbach für gute Laune in seinem Publikum gesorgt. Die Laiendarsteller zeigten die Komödie „Sie können kochen?“: Die drei Damen Karin, Yvonne und Ruth verlieren ihren Mitbewohner „Schäiii-Pieeeh“ und suchen Ersatz. Auf jeden Fall soll er kochen können.

"Das bisschen Haushalt macht sich von allein", sang Johanna Koczian im Jahr 1977. Dass dies nicht zwangsläufig so ist, bewies am Samstagabend die Theatergruppe des Musikvereins Frohsinn Mimbach. Traditionell hatte der Verein zu "Musik & Theater" in die Bliesgau-Festhalle eingeladen. Nach dem Konzert der verschiedenen Orchester folgt meist im zweiten Teil ein Lustspiel. Dieses Mal hatte sich die Truppe unter Spielleiter Eric Moschel "Sie können kochen?" von Claudia Gysel ausgesucht.

Die Wohngemeinschaft, bestehend aus den drei Frauen Karin Maienfelder (Maren Tholl), Yvonne Kuster (Johanna Greff) und Ruth Geier (Antje Herrmann), hat sozusagen herbe Verluste erlitten. Mitbewohner Nr. 4, hat die Bude nämlich verlassen. Jens-Peter Dall (Martin Lauer), von den Girls liebevoll "Schäiii-Pieeeh" - für "J.P." - genannt, war aber auch eine Nervensäge. Nicht nur, dass er sein kleines Geschäft im Stehen verrichtete. Nein, der Gute ließ überall seine Zahnstocher rumliegen. Eklig war das. Aber, jetzt ist er ja weg. "Schäiii-Pieeeh" zog zu seiner Verlobten. "Awwa koche kunnt der", war die einhellige Meinung der drei Damen. Doch der Mietanteil fehlt in der WG-Haushaltskasse. Ein neuer Mitbewohner muss her. Und der muss gut kochen können, darf nicht so kompliziert sein und soll gute Qualitäten im Haushalt haben. Denn Ruth, Yvonne und Karin sind ein wenig schlampig. Und das nicht nur am Sonntag, an dem sie es sich - getreu der Philosophie von "Schäiii-Pieeeh" - gerne etwas gemütlich machen. Doch es muss auch passen. Man muss die nie realisierten Auswanderungspläne der kaum der Sprache mächtigen Yvonne genauso ertragen können, wie die Kuchen- und Fast-Food-Attacken von Ruth. "E Franzos, e Waggess - da sinn jo ach nur Mensche" lautete die Meinung der drei Frauen , als sich der steife François Mitterrand (Eric Moschel) als neuer Mitbewohner vorstellt. Der muss erst noch - sehr zur Erheiterung des Publikums - den auf sein Oberteil spritzenden Kuchenteig der Nachbarin Alice Meier (Anja Jung) über sich ergehen lassen. Die ignoriert er ansonsten geflissentlich. "Hann die schunn widda e Volldepp gefunn?", fragt sich Alice. Dabei ist sie selbst fast immer in der WG, um sich etwas auszuborgen.

Logisch, dass sie es nie zurückbringt. Doch der Mann mit der Baskenmütze hat es faustdick hinter den Ohren: Abstruse und streng ökologische Essensgewohnheiten, die selbst einen Biobauern in die Bredouille bringen würden, sind genauso an der Tagesordnung, wie die Pflicht zur guten Garderobe beim Essen und das Zeitungsverbot bei Tisch. Irgendwann wird es den Frauen zu bunt. Sie machen sich über den Mannes mit dem Namen des Ex-Präsidenten lustig. Doch irgendwann fehlt Geld, und alles kommt ganz anders. Hinter den Kulissen wirkten Katja Becker, Klaus Schunck, Patricia Meyer und Jennifer Moschel.

Das Stück wird am Sonntag, 24. Januar um 16 Uhr im Rahmen der 30. Gersheimer Theaterwoche wiederholt.