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Der Kloster-Friedhof in Blieskastel ist wieder in gutem Zustand

Ehrenamtliche haben hier für Ordnung gesorgt : Der Kloster-Friedhof ist wieder sichtbar

Fleißige Leute haben das zugewucherte Areal von Gestrüpp und Unkraut befreit. Ein Besuch lohnt sich allemal.

Vor exakt 90 Jahren wurde eigens für Patres und Brüder des Klosters Blieskastel zwischen der Klosterkirche und dem Park ein Friedhof angelegt. Durch Hecken vom Weg etwas abgesondert, ist der Besucher des Klosters leicht geneigt, an dem kleinen Friedhof vorbeizugehen. Trotz seiner Schlichtheit lohnt es sich jedoch, den Gottesacker zu betreten, denn es sind immerhin 30 Grabfelder von Geistlichen des Klosters, deren Namen – nach über sechs Monaten – nun auch wieder sichtbar sind.

Die Grabstellen waren nämlich total mit Unkraut überwachsen und deshalb nur noch zu erahnen. „Fleißige Menschen haben ehrenamtlich die Gräber wieder freigeschnitten, den Friedhof so wieder begehbar gemacht“, stellt Ortsvorsteher Jürgen Trautmann im Gespräch mit unserer Zeitung erfreut fest.

Pater Johannes Ries war im Jahre 1930 der erste, der hier seine letzte Ruhe fand, Pater Dietmar Braun im Jahr 2005 der letzte. Einfache Kreuze mit Namensnennung und Todesjahr erinnern an die ehemaligen Klosterbewohner. Im Jahr 2005 gaben die Kapuziner aufgrund Personalmangels das Kloster auf, seitdem fanden keine Beerdigungen mehr statt. An der Stirnwand mit Spitzbogennischen ist eine einfache, aber eindrucksvolle Gedenkstätte geschaffen worden. In fünf Filmen ab 1952 hat Pater Don Camillo mit seinem Freund Peppone (gespielt von den Schauspielern Fernandel und Gino Cervi) weltweite Berühmtheit erlangt. Und ein Don Camillo ist auf dem Kaschtler Klosterfriedhof auch beigesetzt. Der Grabstein allerdings verrät, dass nicht der aus Italien stammende Camillo in Blieskastel segensreich tätig war.

Zur Orientierung der Besucher und Pilger im Kloster Blieskastel wurde vor fünf Jahren ein Info- und Leitsystem in Dienst genommen, das interessierten Leuten die Geschichte des Gotteshauses und seine Kunstwerke in Park und Kapelle näher bringt. „Das Kloster auf dem Han erfreut sich großer Beliebtheit und wird als bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer – von der Corona- Zeit abgesehen – jährlich von Tausenden Pilgern besucht“, sagte unserer Zeitung Stadt-Gästeführer Kilian Kleinpeter. „Die Geschichte des 95 Jahre alten Klosters und die Kunstwerke im Park sind allerdings weniger bekannt. Da helfen an acht Stationen die Infotafeln mit Hintergrundwissen prima weiter.“ Der ehemalige Kreisdenkmalpfleger Bernhard Becker steuerte als Projektkoordinator die Texte bei, Elke Nowack-Lehmann übernahm die Übersetzung ins Englische und ins Französische. Die meisten der Info-Tafeln stehen im Park und weisen diesen als Stätte der Spiritualität und der Stille aus. Von Franz von Assisi, dem Gründer des Franziskanerordens sind einige Legenden überliefert und im Klosterpark initiiert: So seine Predigt an die Tiere, die für ihn wie Menschengeschöpfe waren. Seit 1977 gibt es den von Arno Salm, ehemaliger Leiter der Stadtgärtnerei, angelegten rechteckigen Brunnen, auch dieser ist neben der Stigmatisation (Phänomen der fünf Wunden Christi) als Station mit einer Infotafel versehen.

Auch Don Camillo ist in Blieskastel beigesetzt. Foto: Hans Hurth

Auskunft gibt es im Leitsystem über Kloster, Gnadenkapelle, Tierpredigt, Brunnen im Park und Bruder-Konrad-Brunnen, Brudermannsklause, Stigmatisation und Friedhof der Patres.