Der Fantasie freien Lauf lassen

Blieskastel. Sie war und ist eine einzige Erfolgsgeschichte, die Saarpfälzische Sommerakademie in Blieskastel. Es ist immer wieder eine besondere Atmosphäre, die der Besucher in den einzelnen Kursen, überhaupt schon beim Besuch des Akademiegeländes, verspürt

Blieskastel. Sie war und ist eine einzige Erfolgsgeschichte, die Saarpfälzische Sommerakademie in Blieskastel. Es ist immer wieder eine besondere Atmosphäre, die der Besucher in den einzelnen Kursen, überhaupt schon beim Besuch des Akademiegeländes, verspürt. Und genau jene Atmosphäre ist es, die auch Helge Baer (Foto: SZ), die Leiterin der Sommerakademie, zu fassen versucht: "Bliesgau, Blieskastel, die Menschen, die Dozenten, es ist einfach etwas Wunderschönes", so ihr Erklärungsversuch. Etwa 800 Teilnehmer in drei Wochen werden es auch in diesem Jahr sein, die bis zur großen Abschlussfeier (Freitag, 31. Juli) die verschiedensten Kurse besucht haben. Die Bandbreite ist riesengroß, sie reicht von "Basiszeichnen" bis hin zur "Getanzten Zeichnung - Gezeichneter Tanz", vom "Chor intensiv" bis zur Erstellung von Holzplastiken "Holz, Holz, Holz", übrigens in diesem Jahr einer der "Renner" unter den Kursen. Die Akademie bietet Möglichkeiten für Anfänger wie für Fortgeschrittene, für junge wie auch für ältere Menschen. Dabei ist der lokale Rahmen der Saarpfalz längst gesprengt, es kommen Kursteilnehmer aus dem Saarland, aber auch der gesamten Republik. Etwa Barbara Baumann aus Aachen, die gerade dabei ist, einen Holzstamm zu bearbeiten. Sie hat Bekannte in Saarlouis, dadurch ist sie auf die Sommerakademie aufmerksam geworden: "Und seit fünf Jahren bin ich immer dabei." Oder Ingrid Föhring aus demselben Kurs. Sie kommt aus dem hessischen Großumstadt: "Meine Eltern haben hier ein Haus, in dem ich für die Zeit der Sommerakademie wohnen kann. Ich habe mich ganz bewusst für diesen Holzkurs entschieden", erzählt sie, während sie einen Stamm bearbeitet. Was will sie kreieren? "Vielleicht zwei Liebende, ich weiß es noch nicht. Mal gucken." Im Kurs "Plastizieren" von Kursleiterin Jutta Reuch versuchen sich einige Damen und ein Herr mit dem Modellieren von Ton. Auch hier reicht die Bandbreite von blutigen Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen. Aber die künstlerische Leiterin gibt bewusst nichts vor, der Fantasie wird freien Lauf gelassen. Aber Hubert Wegener, der einzige Mann in diesem Kurs und einer der immer noch wenigen Männer bei der Sommerakademie, hat bereits feste Vorstellungen. Er hat eine Zeichnung von einer großen Welle angefertigt, und die ist er nun am Modellieren und Plastizieren. Viel Spaß herrscht übrigens auch bei den Kleinen in den verschiedenen Kursen. Meist belegen Mütter und Kinder zusammen Kurse bei der Sommerakademie. Während sich also die Mama beim Improvisationstheater versucht, kann der Kleine beim Zirkusprojekt, im Trommelkurs oder beim Steinbildhauen erste künstlerische Erfahrungen sammeln. In diesem Jahr etwa sind es allein 33 Kinder, die beim Zirkusprojekt dabei sind. Da wird in der alten Aula-Turnhalle jongliert und mit dem Einrad gefahren, während Niels Bergmann aus Homburg mit einem alten Ölfass quer durch die Halle balanciert: "Ich habe mir das im letzten Jahr angesehen, und dann wollte ich das unbedingt machen", erzählt der Siebenjährige. Am vergangenen Freitag konnte man übrigens seine Künste und auch die Kreationen der anderen Akademie-Teilnehmer beim Tag der offenen Tür bestaunen. Am Freitag, 31. Juli, besteht die Möglichkeit, an mehreren Stationen in Blieskastel an der Abschlussveranstaltung "Una notte italiana" ab 17.30 Uhr teilzunehmen. Der Start ist bei der Alten Markthalle, der Abschluss findet im Klosterhof statt. "Die Menschen, die Dozenten, es ist einfach etwas Wunderschönes."Helge Baer