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Oktoberfest: Der bajuwarischen Lebensart gefrönt

Oktoberfest : Der bajuwarischen Lebensart gefrönt

Erstes Wochenende des Blieskasteler Oktoberfestes ist erfolgreich zu Ende gegangen. Nächsten Freitag geht’s weiter.

Wenn der bodenständige Bliesgauer sein Bier plötzlich nicht mehr aus einem gepflegten Pilsglas sondern aus einem überdimensionalen Maßkrug trinkt, das halbe Hähnchen zum Brathendl und das Abendessen zur Brotzeit wird – ja dann ist wieder mindestens für zwei Wochenenden die bajuwarische Lebensart auch in die hiesige Region übergeschwappt. Zwar heißt es im riesigen Festzelt immer noch „es laaft“ und nicht „o´zapft is“, wenn das erste Fass offiziell angestochen ist. Aber das Prosit der Gemütlichkeit kennt man auch im Saarland recht gut.

Und dass man auf das mitunter sehr forsche Kommando der Musikanten vorn auf der Bühne die Krüge oder zumindest die Arme hochzureißen hat, weiß inzwischen jeder erfahrene Oktoberfestbesucher. Am Freitag also war es wieder soweit, die Bauernfestwiese in der Bliesaue verwandelte sich wieder in die „Bliesgauwiesn“, bayrisch weiß-blau oder auch rot-kariert war angesagt. Jeder oder jede, die oder der nicht in der Lederbux oder dem Dirndl erschien, wurde als saarländischer Alien in der bliesgau-bayrischen Umgebung zumindest mitleidig als Oktoberfest-Spielverderber angesehen. In großen Scharen steuerten die in bajuwarischer Tracht verkleideten Gäste in Richtung Festzelt.

Dort war dann zunächst Sammeln angesagt. Schließlich mussten sich die Tischgruppen zusammenfinden, welche entsprechende Arrangements beim Veranstalter „Grunder Gourmet“ im Voraus schon gebucht hatten. Nach den ersten, eher steirmärkisch denn bayrisch klingenden Tönen der schon im Saarland erfahrenen Partytruppe „Frontal“ auf der Showbühne dann der obligatorische Fassbieranstich. Auch die Blieskasteler Verwaltungschefin hatte sich passend ins Dirndl gewandet, vor dem bevorstehenden Fassanstich war ihr nicht bange: „Ich werde etwa zwei bis drei Schläge brauchen“, gab sie sich optimistisch.

Ja und schon nach dem zweiten satten Schlag floss das Oktoberfestbier. Mit dabei beim Fassbieranstich etliche Brauerei-Repräsentanten sowie Vertreter des Reitervereins Blies­tal, sozusagen die Hausherren der Bliesgauwiesn. „Es ist das beste Helle Deutschlands“, verkündete Georg Schmitt als Repräsentant der Homburger Brauerei, nachdem das Helle in die Maßkrüge floss. Und dass die jungen Brauer das Bier anstatt „Helles“ lieber „Geiles“ genannt hätten, das wusste man schon aus der einschlägigen Werbung.

Aber zurück zum Oktoberfest: „Es ist schon erstaunlich, dass sich das Oktoberfest nach so langer Zeit immer noch so großer Beliebtheit erfreut. Aber es ist ja auch ein schönes, hochwertig aufbereitetes Fest. Und es ist ebenso erstaunlich, dass die Stimmung im Zelt schon um acht Uhr so gut ist“, stellte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener fest. Tatsächlich ging es schon am frühen Abend hoch her, spätestens gegen 20.30 Uhr stand etwa die Hälfte der Gäste auf den Tischen und schwenkte die Krüge oder schunkelte zu den Klängen von „Frontal“. Später erfreute noch „Marry“ mit ihrer Sangeskunst, und auch in diesem Jahr schmettert der Gabalier-Imitator Joey Gabalögl unerschrocken sein „Hulabalu“ in die Webenheimer Nacht. Fazit des ersten Festabends von Festwirt Kai Grunder: „Die Stimmung ist richtig gut. Wir haben weit mehr Karten als im letzten Jahr verkauft, und der Samstagabend ließ sich im Vorverkauf auch sehr gut an“, war der Gastronomie-Tausendsassa mit dem ersten Oktoberfest-Wochenende sehr zufrieden.

Am Samstagabend rockte die saarländische Formation „Büttenbacher“ das 2000-Personen-Zelt. Fester Garant für Partystimmung auch wieder Ballermann-Entertainer Tim Toupet, der auf den Blieswiesen erneut sehr gut beim Publikum ankam. Auch Joey Gabalögl hulabalute erneut durch die Webenheimer Nacht und tausende Kehlen johlten in alpenländischen Slang mit.