Deponie Hölschberg in Biesingen wird saniert

Biesingen : Entwarnung nach Sturm der Entrüstung

Die Firma Terrag betreibt seit Beginn des Jahres die Deponie auf dem Hölschberg, die derzeit saniert wird.

Die Deponie auf dem Hölschberg ist diese Woche geschlossen. Grund hierfür sind Sanierungsarbeiten an der Zuwegung zur Deponie. Bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung erläuterte Terrag-Geschäftsführer Frank Becker den Fortgang der Arbeiten. Die Firma Terrag betreibt seit Beginn des Jahres die Deponie auf dem Hölschberg. Wie Becker erläuterte, war eine Sperrung der Zufahrt für eine Woche unumgänglich, weil sich der Zustand der Zufahrtstraße zusehends verschlechtert hatte. „Es war allerhöchste Zeit für eine Sanierung der Zufahrt“, unterstrich Frank Becker. Neben vielen kleineren Erneuerungsarbeiten an Fehlstellen wurden zwei Streckenabschnitte komplett neu asphaltiert, auch wurden neue Ausweichbuchten angelegt und geteert. „Wir haben uns für Ausweichbuchten entschieden, weil eine generelle Verbreiterung der Zufahrtsstraße auch eine Zunahme der Geschwindigkeit zur Folge gehabt hätte. Wir wollten quasi hier keine Autobahn“, bekräftigte der Geschäftsführer. Die Arbeiten kommen zügig voran, die Sperrung kann dann bald wieder aufgehoben werden. Die Arbeiten direkt an der Deponie werden dann im Laufe des Aprils erfolgen. Hier wird ebenfalls die Situation für die anliefernden Personenkraftwagen verbessert werden. Auch soll eine Lkw-Waage installiert werden.

Ein großer Teil der Arbeiten umfasste auch Zufahrtsabschnitte rund um die alte Tongrube, die sich an der Ortsrandlage von Aßweiler befindet. Hier war es zu Beginn der Woche zu großer Aufregung gekommen, weil Anwohner die Arbeiten nicht richtig zuordnen konnten. Man war der Meinung, die Terrag wolle die Wasserflächen mit zu dieser Jahreszeit sehr hohem Amphibienaufkommen zuschütten. In den sozialen Netzwerken hatte es einen Sturm der Entrüstung gegeben. In dieser Angelegenheit konnte Frank Becker eindeutig Entwarnung geben: „Wir hatten ausdrücklich mit dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (Lua) einen Ortstermin vereinbart, um die Situation zu besprechen“. Tatsächlich sieht der derzeit rechtskräftige Rekultivierungsplan vor, auch noch die letzten verbliebenen Wasserflächen zuzuschütten, was übrigens ausschließlich in den Wintermonaten zulässig ist.

Die Terrag betreibt die Rekultivierungsmaßnahmen im Auftrag des Saarpfalz-Kreises, der auch Genehmigungsinhaber ist. Mit dem Lua wurde auf Anregung der Terrag bereits Anfang März ein Gespräch über die Rekultivierungsmaßnahmen geführt. Ein wesentlicher Punkt dabei: die Erhaltung von möglichst vielen Wasserflächen. „Wir haben daher schon vorausschauend im Winterhalbjahr auf eine Verkleinerung der Wasserflächen verzichtet, was von der aktuellen Genehmigung gedeckt gewesen wäre“, erläuterte der Terrag-Geschäftsführer. Die Überlegungen zu der Kultivierung befinden sich laut Becker noch in einem sehr frühen Stadium und werden zwischen der Firma Terrag, dem Saarpfalz-Kreis und dem Lua abgestimmt: „Bis zu einem möglichen Ergebnis wird die Terrag, wie bisher auch, von einer Verkleinerung der Wasserflächen Abstand nehmen“, bekräftigte Becker. Eine wesentliche Zielrichtung der neuen Rekultivierungsplanung soll der größtmögliche Erhalt wesentlicher Wasserflächen sein.

Wie Becker weiter mitteilte, habe Aßweilers Ortsvorsteher Roland Engel angeregt, im Zusammenhang mit dauerhaften Wasserflächen auch die Gefahr von Überflutungen bei Starkregenereignissen zu berücksichtigen. Deshalb werde in den Planungen bei den Wasserflächen auch auf ein ausreichendes Rückhaltevermögen geachtet. Wechselnde Wasserstände würden auch von den Vertretern des Naturschutzes befürwortet.

Terrag-Geschäftsführer Frank Becker teilte im Gespräch mit unserer Zeitung weiter mit, dass Mitte des Jahres ein Tag der offenen Tür auf der Hölschbergdeponie geplant sei. Dann hätten auch alle Bürger die Möglichkeit, sich über die Rekultivierungsmaßnahmen in der alten Tongrube zu informieren.

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