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Debatte um Freibad-Öffnung in Blieskastel

Am 13. Juli öffnet wohl die Badeanstalt : Das Plantschen lässt auf sich warten

Diskussion im Stadtrat Blieskastel über die Wiedereröffnung des Kombibads mit Hindernissen.

Sommer, Sonne, Sand und Meer – oder nach Corona nur Sommer, Sonne, Freibad? Aber wenn nicht einmal das Freibad geöffnet hat? Wann wird es wieder öffnen?

Das Virus hat auch in Blieskastel unübersehbare Folgen gehabt. Mit der Schließung des Blieskasteler Kombibades musste sich deshalb der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag beschäftigen. Übrigens fand auch diese Sitzung wieder im großen Saal der Bliesgaufesthalle unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften statt. Seit dem 13. März ist das Blieskasteler Kombibad (kombiniertes Hallen- und Freibad) geschlossen. Die Junge Union war offensichtlich Antreiber für die Resolution zur Öffnung, die dann von der CDU-Fraktion zusammen mit der Freien Fraktion in den Stadtrat eingebracht worden war. Aber es stellte sich gleich heraus, dass auch die anderen Fraktionen im Rat für eine schnelle Öffnung plädieren würden.

„Sie rennen damit bei uns Scheunentore ein“, unterstrich der SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Jesel. Auch Lukas Paltz von der Grünen-Fraktion meinte, „dass man die Öffnung des Bades Mitte Juli anvisieren sollte“.

Die Argumentationskette ist klar. Das Virus ist noch nicht verschwunden, die Leute können infolgedessen nicht wie gewohnt in den Urlaub verreisen. Insofern kommt dem Schwimmbad in den demnächst beginnenden Ferien eine besondere Bedeutung zu. Der Geschäftsführer der Blieskasteler Freizeit GmbH, Bernhard Wendel, erläuterte detailliert die Situation im Lockdown wie auch die Hürden für eine Wiedereröffnung. Aus finanzieller Sicht war die Corona-Krise sogar positiv für das Bad.

Wie Wendel mitteilte, wurde ein Notbetrieb aufrechterhalten, die Reinigungskräfte wie auch die Bediensteten an der Bäderkasse waren in Kurzarbeit (übrigens aufgestockt, wie Wendel auf Nachfrage des Grünen Udo Schmidt erläuterte). Durch diese ersetzten Personalkosten konnten die fehlenden Bad-Einnahmen mehr als kompensiert werden. Und deshalb machte Wendel auch gleich klar, wo das Problem liegt: „Wenn wir das Bad öffnen, wird das nicht ohne Zusatzkosten abgehen. Und die Öffnung eines Kombibades ist sozusagen die größte Herausforderung“, unterstrich der Geschäftsführer.

Denn zuvor wurde argumentiert, dass etwa in Kirkel oder in Gersheim die Freibäder bereits geöffnet hätten: „Die Situation eines reinen Freibades ist noch einmal eine ganz andere als die in einem Kombibad, das kann man nicht vergleichen“, begründete Bernhard Wendel den längeren Vorlauf. Es mussten Hygienepläne erstellt werden, die Wasseraufbereitung braucht Vorlauf, die Gewässerproben müssen im Labor analysiert werden –  kurzum, das lässt sich also alles nicht in kurzer Zeit realisieren. Nach dem Stadtratsvotum, das einstimmig ausfiel, wird die Wiedereröffnung nun am kommenden Dienstag (30. Juni) in der Aufsichtsratssitzung der Freizeit GmbH beraten. Dann geht Wendel davon aus, dass man das Bad ab Montag, 13. Juli, öffnen kann. Aufgrund der gegeben Verhältnisse wird es eine maximale Anzahl von 530 Badegästen geben können. Zum Vergleich: In Spitzenzeiten vor der noch anhaltenden Krise waren das schon mal 2700 Schwimm- und Badefreunde an einem Tag.

Man verzichtet weiterhin auf einen  „Schichtbetrieb“. Das heißt für die Badegäste, dass sie nicht nach einer gewissen Zeit das Bad verlassen müssen. Dies sei wahrscheinlich nicht praktikabel. Rein organisatorisch wird es zudem so sein, dass man die Tickets nicht online buchen muss: „Wir haben eine Vielzahl älterer Schwimmbad-Gäste, die nicht unbedingt mit einer Online-Buchung klarkommen“, erläuterte Wendel. Gleichwohl kann man auf der Internetseite des Bades sehen, wie viele Gäste gerade in der Freizeiteinrichtung sein werden. Dann kann man sich dort sozusagen einbuchen und weiß dann genau, dass man einen Platz hat. Aber man kann auch einfach zum Schwimmbad hinfahren und dort auf Einlass warten. Auf jeden Fall muss sich der Schwimmgast über ein Formular registrieren lassen. Auch dieses Formular kann man vorab im Internet ausdrucken und schon vor dem Eintritt ausfüllen.

Weiterhin betonte Bernhard Wendel, dass sowohl die Sauna noch nicht geöffnet werden kann und auch aus organisatorischen Gründen die beiden Blieskasteler Wassersportvereine während der Sommermonate nicht trainieren können. Der Geschäftsführer schätzt die Mehrkosten für den Nach-Corona-Betrieb auf 160 000 bis 220 000 Euro. SPD und Grüne legten Wert darauf, dass dies auch in die Resolution aufgenommen wurde.

Wendel teilte weiterhin mit, dass die Eintrittspreise stabil bleiben werden.