Vorweihnachtsmarkt: Das Rathaus wurde zum Marktplatz

Vorweihnachtsmarkt : Das Rathaus wurde zum Marktplatz

Am Wochenende fand der vorweihnachtliche Markt in Blieskastel erstmals an einem neuen Ort statt. Doch das tat der guten Laune keinen Abbruch.

In der Orangerie war es eine einzige Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr musste der vorweihnachtliche Markt, sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Blieskastel, ins Rathaus am Paradeplatz umziehen. Wegen des Brandschutzes und auch wegen der besseren Logistik für die Marktteilnehmer, so die Begründung (wir berichteten).

Und allen Unkenrufen zum Trotz wurde der Markt an neuer Stätte eine Fortsetzung der vor Jahren begonnenen Erfolgsgeschichte. Die damalige Frauenbeauftragte Doris Buhr hatte die Idee, einen vorweihnachtlichen Markt zu organisieren, auf dem vor allem Frauen aus der Region ihre selbst gefertigten Waren und künstlerischen Stücke anbieten sollten. Und diese Idee wurde auf Anhieb zum Renner, oftmals schien die Orangerie aus den Nähten zu platzen. Aber die Orangerie ist eng, die Zuwegung schmal und beschwerlich, und auch das Aufbauen der Häuschen war nicht einfach zu bewerkstelligen. „Man war immer froh, wenn der Markt vorüber war und es war nichts passiert“, erinnert sich ein Marktbeschicker.

Dann kam im letzten Jahr das Verbot, am sogenannten Totensonntag einen solchen Markt abzuhalten. Also wurde der vorweihnachtliche Markt von der nun neuen Gleichstellungsbeauftragten Sandy Will auf den Freitag und den Samstag des letzten Novemberwochenendes verlegt. Und allen Unkenrufen wiederum zum Trotz wurde der Markt erneut ein Erfolg, auch der Freitag bescherte den Marktbeschickern gute Umsätze.

Nun also der Umzug ins Rathaus und die Straße vor dem Verwaltungsgebäude. „Wir sind rundum zufrieden“, lautete schon am Freitagnachmittag die erste Bilanz von Sandy Will. Man hatte alle freien Ecken und Nischen des barocken Rathauses zu „Marktplätzen“ umfunktioniert, selbstverständlich auch den großen und den kleineren Rathaussaal sowie die Markthalle. „Es herrscht eine sehr schöne Atmosphäre hier, mir fehlt nichts“, zog Besucherin Katja Fries einen Vergleich mit der Orangerie. „Es ist auch ein schönes Gefühl, dass sich das Rathaus mit einer solchen Aktion für den Bürger öffnet“, fügte Fries hinzu.

Margret Weißmann aus Kirkel war bereits zum dritten Mal mit ihren Schmuckerzeugnissen beim Vorweihnachtsmarkt dabei: „Ich finde auch hier das Ambiente sehr toll. Es staut sich nicht so und der Markt ist ebenso gut besucht wie in der Orangerie“, stellte die Schmuckdesignerin heraus. Auch Iris Jennerwein, Inhaberin der „Nummero Uno“ in Blieskastel, war schon öfters dabei: „Das Publikum hat sich ein bisschen verändert, aber es ist hier so gut wie in der Orangerie“, war sie überzeugt. Sie fand es ein bisschen schade, dass man nun so weit von der Schlosskirche weg sei, wo zur selben Zeit immer auch ein Adventsbasar der katholischen Frauengemeinschaft stattfindet: „Da haben wir immer alle gegenseitig voneinander profitiert“, bedauert die Geschäftsfrau. Und was meinte Doris Buhr, sozusagen die Ideengeberin des Marktes zum neuen Marktstandort? „Ich finde es sehr schön hier. Das ist viel besser, als ich gedacht habe. Es läuft alles sehr entspannt und den Leuten gefällt es offensichtlich auch“, bemerkte die frühere Frauenbeauftragte. Veranstalterin Sandy Will konnte sich derweil bei einem Kaffee in Ruhe zurücklehnen: „Es läuft prima. Auch die Sache mit dem Bürobetrieb im Rathaus noch am Vormittag hat ohne Reibungspunkte geklappt. Und zudem ein dickes Lob an den Bauhof: Ohne die Helfer vom Bauhof könnten wir das hier nicht stemmen“, lobte sie ihre städtischen Kollegen.

Gastronom Elmar Becker bedauerte, dass der Markt am Samstag schon um 18 Uhr schloss: „Da profitiert die Gastronomie nicht von diesem Markt. Würde der Markt bis 20 oder 21 Uhr dauern, dann hätte auch die Gastronomie mehr davon“, war er überzeugt. Kritisch sei auch angemerkt, dass am Samstag zudem noch ein Flohmarkt auf dem ehemaligen Ix-Markt-Gelände stattfand. Hier waren dann ganz viele Parkplätze verloren. Vielleicht könnte man den Veranstaltungskalender von Seiten der Stadt an diesem Wochenende etwas entzerren.