Das Auf und Ab der Anmeldezahlen

Das unberechenbare Auf und Ab bei den Anmeldezahlen haben die Schulen nicht in der Hand. Selbst nach Info-Veranstaltungen oder Gesprächen und Umfragen, um die Bedürfnisse von Eltern und Schülern zu erfahren. Schulamtsleiterin Karin Florsch ist diesbezüglich aber zuversichtlich.

Die Anmeldefristen der weiterführenden Schulen in St. Ingbert, Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim sind beendet. Erste Tendenzen in der Entwicklung der Schülerzahlen an den einzelnen Institutionen zeichnen sich also schon jetzt ab. Der große Gewinner der Statistik scheint das Leibniz-Gymnasium zu sein, das im kommenden Schuljahr 151 Jungen und Mädchen begrüßen kann. Auf diesen Zulauf könne man stolz sein, sagt die Schulamtsleiterin des Saarpfalz-Kreises, Karin Florsch.

Die geringeren Schülerzahlen der vergangenen Jahre seien vermutlich "der Baustelle" geschuldet (wir berichteten). "Der Schulträger Saarpfalz-Kreis hat mit dem Neubau und Umbau viel Geld in die Hand genommen, um den Standort attraktiv zu gestalten", sagt sie. So begründet es auch der Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums, Erik Brill: "Wir haben ein sehr neues Gebäude, eine sehr schöne Freiwillige Ganztagsschule und eine neue Mensa."

Großen Zuwachs bekommt auch die Johannesschule in St. Ingbert-Rohrbach. "Es ist derzeit noch nicht genau analysiert, aber alles spricht dafür, dass die Kinder aus dem Einzugsbereich der Schmelzerwaldschule nun nach Rohrbach gehen", erklärt Florsch den großen Anstieg.

Die Schmelzerwaldschule nimmt zum kommenden Schuljahr nämlich keine Fünftklässler mehr auf. Formal gehört die Institution mittlerweile zur Gemeinschaftsschule Mandelbachtal. Doch Florsch zeigte sich nicht verwundert darüber, dass die jetzigen Grundschüler eher die Johannesschule wählten: "St. Ingberter Schüler bleiben auch gerne in St. Ingbert", das habe der letzte Schulentwicklungsplan bestätigt.

Kein Einziger aus dem Einzugsbereich der Schmelzerwaldschule wählte nach der Zusammenführung die Gemeinschaftsschule Mandelbachtal. Trotzdem verzeichnet diese einen Anstieg der Anmeldungen. Schulleiterin Christina Linz begründet dies mit einer großen Nachfrage an dem Konzept der Gemeinschaftsschule. Seit der Umstellung zeigen die Anmeldezahlen einen Aufwärtstrend.

Konstant hält sich in den vergangenen Schuljahren und mit Ausblick auf das kommende die Gemeinschaftsschule Gersheim. Leichten Schwankungen sind die Privaten ausgesetzt: Albertus-Magnus-Realschule sowie Albertus-Magnus-Gymnasium in St. Ingbert.

Leicht aber stetig gestiegen sind diesmal wieder die Anmeldezahlen am Von-der-Leyen-Gymnasium in Blieskastel. Ansonsten sei Blieskastel immer wieder ein "kleiner Wermutstropfen", weil dort die Zahlen seit Jahren stark schwankten, bedauert Schulamtsleiterin Florsch. Das lässt sich mit Blick auf die Gemeinschaftsschule begründen. An der Geschwister-Scholl-Schule wird es diesmal nämlich allem Anschein nach nur eine Fünfer-Klasser geben. Mit 19 Anmeldungen ist die Schule damit auch das Schlusslicht in der Statistik. "Wenn ich wüsste, woran das liegt, dann würde ich mit dem Kollegium daran arbeiten", sagt Schulleiterin Sylvia Behet. "Natürlich ist es betrüblich", sagt sie, dennoch sei es nicht möglich, es allen recht zu machen.

Viele Eltern hätten signalisiert, dass die Geschwister-Scholl-Schule die Schule der Wahl sein wird. Warum sich jemand umentscheidet, könne an vielen Dingen liegen, ob es nun bessere Busverbindungen oder günstigere Tickets nach sonstwo seien. Behet: "Ich denke, wir leisten alle gute Arbeit." Das unberechenbare Auf und Ab haben die Schulen nicht in der Hand. Selbst nach Info-Veranstaltungen, mit denen die Schulen für sich werben oder Gesprächen und Umfragen , um die Bedürfnisse von Eltern und Schülern zu erfahren.

Schulamtsleiterin Florsch ist aber zuversichtlich: "Die Erfahrung zeigt, dass an vielen Schulen die Anmeldezahlen schwanken und dass es nach geringen Zahlen meist auch wieder nach oben geht. Dies wird wahrscheinlich auch so bei Blieskastel sein."