Chor der Schlosskirche singt Requiem von Fauré

Jubiläumskonzert 140 Jahre Chor der Schlosskirche : Chor sorgt mit Requiem für große Ergriffenheit

Eine Minute der absoluten Stille, bei der man die berühmte Nadel hätte fallen hören, nachdem das letzte „Requiem“ aus dem letzten Satz „In Paradisum“ in kaum noch hörbarem Pianissimo von Chor und Solistin verklungen war, spiegelte die fühlbare und teilweise auch sichtbare Ergriffenheit der Besucher am Ende des Konzertes wieder.

Ein beeindruckendes Konzert im Jubiläumsjahr „140 Jahre Chor der Schlosskirche Blieskastel“.

Chorleiter Sebastian Brand hatte wohl mit dem gesamten Konzertprogramm, bei dem Werke des französischen Komponisten Gabriel Fauré, besonders aber dessen „Requiem“ (Opus 18) im Mittelpunkt standen , die Herzen der fast 400 Konzertbesucher erreicht. Dieses Programm instrumental und gesanglich umzusetzen verlangte von Chor und den Solisten höchste stimmliche Beweglichkeit. Die bewies der Chor in hervorragender Weise und konnte die dabei auch die Ausgeglichenheit in den einzelnen Stimmen bestens unter Beweis stellen.

Waren es beim „Introitus“ und „Agnus Dei“ die Tenöre, die Bässe im „Libera me“, so überzeugten die Altistinnen und Sopranistinnen beim „Offertory“ und „Sanktus“ und der gesamte Chor bei der Interpretation des fordernden „Dies illa, dies irae“ –„Tag des Zornes“. Glanzpunkte auf die chorische Leistung setzten die Solisten des Tages: Anne Kathrin Fetik, die in warmen Farben „Pie Jesu“ und das eingangs erwähnte „In Paradisum“ ergreifend interpretierte. Konstantin Ingenpaß glänzte mit seinem profunden Bariton in seinen Solo-Passagen wie zum Beispiel im „Libera me“.

Eine ganz besondere Leistung ist dem Organisten Matthias Leiner zu attestieren, der das gesamte Konzertprogramm einschließlich des Requiems an der Orgel mitgestaltete. Da war zum Einzug der Sänger die Tocata in G-Dur von Théodore Dubois zu hören. Auch als er den Chor zu Beginn des Konzertes beim „Lobgesang des Jean Racine“, op.11 von Fauré begleitete und die Pavane in fis-moll op 50 ebenfalls von Fauré erklang.

Eine spannende Klangwelt erzeugten Philipp Schneider und Sebastian Brand mit Querflöte und Klavier. Absoluter Höhepunkt war dann die Aufführung des „Requiem“ mit dem eingangs beschriebenen Ende. Danach dankten die Besucher stehend mit langanhaltendem Beifall den Akteuren des Konzertes für ein, sowohl für den Chor als auch für die Besucher sicher nachhaltiges musikalisches Erlebnis.