Bürgermeister von Blieskastel 100 Tage im Amt

Der Chef im Rathaus ist mit seiner Arbeit zufrieden : Jeder Tag ist sehr genau getaktet

Rund 100 Tage im Amt: Bürgermeister Bernd Hertzler blickt zurück, aber vielmehr noch nach vorne.

Seit rund 100 Tagen im Amt ist der Bernd Hertzler, der Bürgermeister von Blieskastel. Doch fangen wir ganz von vorne an: Die Wahl des Sozialdemokraten zum Verwaltungschef und die damit verbundene Abwahl der christdemokratischen Bürgermeisterin war sicherlich von vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht erwartet worden, zumindest nicht in dieser Deutlichkeit. Er selbst, so sagt Bernd Hertzler bei unserem Besuch in seinem Büro im Rathaus, sei immer ganz cool geblieben: „Ich glaube, meine Frau war noch aufgeregter als ich“. Er sei natürlich sehr über seine Wahl erfreut gewesen, habe es aber lange nicht realisieren können, dass er nun Bürgermeister sei.

Der Empfang bei den Bediensteten in der städtischen Verwaltung sei sehr herzlich gewesen, man habe ihn sofort akzeptiert und die Zusammenarbeit funktioniere ausgesprochen gut. Auch seien die unterschiedlichen politischen Farbenspiele grün-rot-schwarz kein Thema, es gebe keinerlei politische Anfeindungen.

Apropos Farben: Sein Büro hat Bernd Hertzler neu streichen lassen, von eher gelblich-mediterranen Tönen seiner Vorgängerin hat er sich verabschiedet, es herrschen nun warme Grautöne vor. Ansonsten wurde nicht viel verändert, ein paar Schränke wurden entfernt, ein Stehpult kam hinzu. Außerdem hat der SPD-Kommunalpolitiker einige sehr beeindruckende Fotokunstwerke von Roman Schmitt aufgehängt.

Sein Tagwerk beginnt Hertzler meist morgens gegen 8 Uhr, „der Tag ist genau getaktet, es sind sehr viele Termine zu bewältigen“, kennt Hertzler nun auch die arbeitsintensiven Seiten des Amtes. Zu Beginn seiner Amtszeit hat Bernd Hertzler zudem die „Tour“ durch die Landesministerien unternommen, auch bei den Ministern sei er freundlich begrüßt worden und man habe ihm breite Unterstützung zugesichert.

Sein Start wurde „überschattet“ von der Affäre um falsche, beziehungsweise nicht ausgestellte Abwasserrechnungen für einige Bürger, „die stillschweigend hingenommen haben, dass sie keine Abrechnungen erhielten“, wie der Rathauschef anmerkte. Aber das ist erledigt, wenngleich dabei schon gleich zu Beginn ein reges Medieninteresse zu spüren und abzuarbeiten war.

Breiten Raum nimmt auch die Neuausrichtung des Fachbereichs 3 (Bürgerdienste) ein. Hier sei man noch nicht ganz fertig, aber an der Stelle gab es dann auch ein dickes Lob für die Beigeordneten Lisa Becker und Guido Freidinger: „Die Beigeordneten bringen sich hervorragend ein, das klappt sehr gut“, unterstreicht Hertzler.

Das Feuerwehrwesen hat der Bürgermeister zur Chefsache erklärt. Das sei überaus gut bei den Feuerwehren angekommen, unterstrich auch Hauptamtsleiter Jens Welsch. Mehr Selbstbestimmung habe man weiterhin den Ortsräten eingeräumt, die bei ihren Budgets nun einen größeren Freiraum hätten. Man habe außerdem das Projekt „kostenloses Internet für alle“ weiter vorangetrieben. Freies W-Lan gebe es jetzt zum Beispiel am Busbahnhof in Aßweiler, beim Rathaus und auf dem Paradeplatz oder in öffentlichen Räumen in Wolfersheim. Altheim und Brenschelbach. Geplant ist der freie Internetzugang auch für den Würzbacher Weiher und die Würzbachhalle. Auch die Digitalisierung der Schulen, eine Verbesserung der Ausstattungen sowie insgesamt ein großes Augenmerk auf die vorschulischen und schulischen Bildungseinrichtungen seien weitere Schwerpunkte. Verstärkte Kooperationen strebe man mit den Nachbargemeinden Gersheim und Mandelbachtal an, hier sei man bereits auf einem guten Weg.

Und was wird aus dem Altstadtfest oder besser mit „Franz“? „Es wird keinen Franz mehr geben“, kommt prompt die Antwort. Man werde mit einem weiterhin nur schmalen Budget ein „kleines, aber feines Stadtfest Blieskastel“ feiern: „Hier sind wir beim Erstellen einer Konzeption“, verriet Hertzler (wir berichteten ausführlich).

Ein großes Ereignis ist schon fest im Terminkalender verankert: Das diesjährige Biosphärenfest wird zum zweiten Mal nach 2013 am 14. Juni (Sonntag) in Niederwürzbach gefeiert werden. Apropos Biosphäre: Auch das Biosphärenhaus soll schnellstmöglich für Blieskastel in Angriff genommen werden. Und weil gerade die Zeit der Neujahrsempfänge ist, hat der Blieskasteler Rathauschef jetzt schon in diesem Punkt eine genaue Vorstellung: „Es wird im kommenden Jahr auch in Blieskastel einen städtischen Neujahrsempfang geben. Ich finde es wichtig, dass bei einem solchen Termin die Bürgerinnen und Bürger und auch die Gewerbetreibenden zu einem Gedankenaustausch zusammenkommen“, gab sich Hertzler überzeugt.