Borkenkäferplage: Land gibt Blieskastel Geld

Nach dem Schädlingsbefall im Wald in Blieskastel : Das Ministerium bietet Förderung und Beratung an

Privatwaldbesitzern soll nach der Käferplage geholfen werden. Dafür stehen Ansprechpartner zur Verfügung.

Die trocken-heißen Sommer 2018/2019 haben im Wald Spuren hinterlassen, die uns aktuell und auch in der Zukunft beschäftigen werden. Die Forstexperten im Saarland sind derzeit damit beschäftigt, die durch die Dürre ausgelöste Massenvermehrung der Borkenkäfer zu stoppen, das Absterben von großflächigen Fichtenbeständen möglichst zu verhindern. Dazu hat das Umweltministerium ein Maßnahmenpaket mit Förder- und Beratungsangeboten für alle Waldbesitzer auf den Weg gebracht.

Wegen der hohen Ausgangspopulation der Borkenkäfer im Jahr 2019 muss je nach Witterungsverlauf mit erheblichen Schäden in den Fichtenwäldern gerechnet werden. „Aufgrund des Ausmaßes der Borkenkäfer-Population wird es leider auch mit stärkstem Bemühen nicht gelingen, jeden Baum, der betroffen ist, zu retten. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses haben Ziele und Maßnahmen für den Umgang mit der Kalamität (Notlage, Anm. der Red.) definiert. Aufgrund der Ausgangssituation ist es das erste Ziel, mögliche Folgeschäden an noch intakten Fichtenbeständen zu verhindern. Sollten dort einzelne Fichten befallen werden, müssen diese schnell aufgearbeitet und brutuntauglich gemacht werden“, so Staatssekretär Sebastian Thul.

In der näheren Zukunft werde es das Ziel sein, auf den Flächen, auf denen die Fichten gefallen sind, eine geordnete „Wiederbewaldung“ mit verschiedenen Baumarten klimastabil zu begründen. Thul: „Dieser Wald soll auch zukünftig die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion optimal erfüllen.“

Man wolle alles tun, um Schäden im Wald zu verhindern bzw. klein zu halten. Das betreffe nicht nur den Staatswald: „Wir werden bei der Bewältigung der Dürrefolgen die kommunalen und privaten Waldbesitzer unterstützen, sowohl fachlich, als auch mit finanzieller Förderung“, so der Staatssekretär.

Auf der Grundlage des Rahmenplans „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ sei nun bundesweit ein neuer Fördergrundsatz „Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen“ eingeführt worden, den das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit einer Landesrichtlinie umsetze. Der Richtlinien-Entwurf sei in der internen Abstimmung. Da die Zeit dränge, werde den Waldbesitzern auf der Grundlage besagten Entwurfes die Antragstellung und der vorzeitige Maßnahmenbeginn ermöglicht.

Gefördert werden laut Ministerium: Maßnahmen zur bestands- und bodenschonenden Räumung von Kalamitätsflächen; Überwachung, Vorbeugung und Bekämpfung der Borkenkäfer (Bestandskontrolle, Lockstoffe, integrierter Pflanzenschutz); Bekämpfung der Borkenkäfer durch Auffinden und Aufarbeitung von befallenem Holz oder Herabsetzung der Bruttauglichkeit; das Anlegen von Holzlagerplätzen inklusive Miete, Pacht, Ersteinrichtung und anderes mehr; Wiederherstellung der infolge von Starkregenereignissen beschädigten Waldwege und der dazugehörigen Anlagen und Prävention von Waldbränden. Kommunale und private Waldbesitzer werden bei Bedarf fachlich beraten.

Kontakt: Task-Force-Forstschutz@umwelt.saarland.de; Privatwaldberatung im Ministerium: Thomas Reget, Tel. (0175) 220 08 15 oder Stefan Faul, Tel. (0170) 794 16 36.

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