Webenheimer Bauernfest : Festzeltstimmung in Webenheim

Beim Bauernfest wird die nächsten zwei Wochen gefeiert. Heute steht die Stuten- und Fohlenschau an.

Mit den unvermeidlichen überlauten Böllerschüssen wurde am Freitagabend das 96. Webenheimer Bauernfest eröffnet. Der Schirmherr des Festes, Finanz- und Europaminister Stephan Toscani, hatte mit nur einem satten Schlag das offiziell erste Festbierfass angeschlagen. Er nannte sowohl das Fest als auch das Bier, das aus dem Saarpfalz-Kreis kommt „ein starkes Stück Heimat“. Der Präsident des Reitervereins Bliestal, Ralf Schunck, erinnerte an die Ursprünge des Festes, das aus einer Protestbewegung der Bauern entstanden war. Und auch heute, so der Landwirt, stünden die Bauern wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Aber der Präsident gab dann für die kommenden Tage die Devise aus: „Wer feste arbeitet, der kann auch Feste feiern.“ Sabine Moschel, Vorsitzende des veranstaltenden Vereins, ging mit den Kritikern ins Gericht: Da werde über soziale Netzwerke „dann nur kritisiert, wenn etwas nicht klappt. Ich lade alle Kritiker ein, einmal bei uns über eine gewisse Zeit mitzuarbeiten.“ Man sei der einzige Verein in der Region, der so ein großes Volksfest schultere.

Über zwei Wochenenden steht der Blieskasteler Stadtteil nun im Zeichen des Webenheimer Bauernfestes. Und es ist tatsächlich in jedem Jahr wieder eine große Herausforderung für die vielen Ehrenamtlichen im Reiterverein. Dies würdigte auch der Schirmherr in seiner Ansprache, als er den vielen Helfern für ihr großes Engagement dankte. Und nach seinem gelungenen Fassbieranstich unter der Assistenz von Bierkönigin Denise hieß es dann wie immer: „Das diesjährige Webenheimer Bauernfest ist eröffnet.“ Und schon der erste Festtag ließ Rekorde purzeln: Noch nie, da waren sich Verein und Festzeltwirt Kai Grunder einig, war der Andrang beim Handwerker- und Bauernmarkt so groß wie in diesem Jahr. Über 50 Marktbeschicker hatten schon in aller Frühe ihre Stände aufgebaut, und bereits vor der offiziellen Eröffnung um zehn Uhr wurde es eng auf den Parkplätzen.

Die Kennzeichen der Fahrzeuge war Beweis, dass die Strahlkraft des Webenheimer Festes und hier besonders des Handwerker- und Bauernmarktes weit über die Region reicht. Auf dem Markt, und darauf achten die Veranstalter, gab es tatsächlich nur Produkte aus der Region. Auch traditionelles Handwerk wie Hut- oder Bürstenmacher waren wieder vertreten. Eine weitere Attraktion vor allem für Familien mit Kindern war die Tierausstellung mit Schafen, Ziegen und Hühnern, aber auch die  Kaninchenausstellung in der Reithalle. Abgerundet wurde das Ganze durch eine große Oldtimer-Traktorenschau.

Direkt nebenan wurde dann präsentiert, wie landwirtschaftliche Maschinen heutzutage aussehen. Da sieht so mancher Oldtimer-Traktor neben den riesigen Maschinen wie ein Spielgerät aus.

Im Festzelt, wie schon am Vorabend richtig gut „aufgeheizt“, spielte dann zur Mittagszeit die Blasmusik „Arion“ Ensheim auf. Und wie zu hören war, hat auch der Ansturm auf Theke und Festzeltküche reibungslos funktioniert. Selbst auf die halben Hähnchen brauchten alteingesessene Bauernfestbesucher in diesem Jahr nicht zu verzichten: Nach der Kritik im vergangenen Jahr hatte Kai Grunder die Hähnchen mit auf den Speiseplan der Zeltküche aufgenommen. Etwas über 50 Angestellte waren am ersten Festabend im Einsatz, wie Petra Grunder mitteilte. Die Grunders schultern den gesamten Ablauf im Festzelt. Vom Betrieb des Biergartens über die Küche bis hin zur Verpflichtung der Bands und Künstler läuft alles über sie. „Und nach dem Fest ist dann auch gleich schon wieder vor dem nächsten Bauernfest“, unterstreicht Petra Grunder.

Der Vergnügungspark mit zahlreichen Fahrgeschäften ist bei jedem Bauernfest neben dem Festzelt einer der Hauptanziehungspunkte insbesondere für das jüngere Publikum. Foto: Erich Schwarz

Am heutigen Montag beginnt um neun Uhr die Stuten- und Fohlenschau. Zur Mittagszeit kommen dann die Betriebe und Behörden zum Mittagessen. Am kommenden Mittwoch steigt das große Schlachtfest. Dienstag und Donnerstag sind Ruhetage.