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Blieskastel plant Einführung eines zentralen Gebäudemanagements

Stadtverwaltung Blieskastel : Blieskastel zentralisiert Gebäudemanagement

Das Ziel ist eine Zusammenfassung der Zuständigkeiten und Kompetenzen in der Verwaltung der Immobilien. Eine Hilfestellung dabei leistet die als Verein organisierte bundesweite Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt).

Blieskastel mit seinen rund 20 000 Einwohnern, verteilt über 16 unterschiedlich große Stadtteile, verfügt insgesamt über rund 110 von ihr zu unterhaltende und bewirtschaftende Gebäude. Darunter sind drei historische Verwaltungsgebäude, neun Kindergärten, sieben Grundschul- und Freiwillige Ganztagsschul-Gebäude, mehrere Turnhallen, Mehrzweckhallen, Dorfgemeinschaftshäuser und Feuerwehrhäuser. Bisher existiert in der Verwaltung keine systematische Erfassung der Qualität der Gebäudesubstanz und -Ausstattung. Die Zuordnung von Energie- und sonstigen Betriebs- und Nebenkosten der Gebäude erfolgt – trotz doppischer Haushaltsführung – bisher nicht gebäudescharf, sodass die Wirtschaftlichkeit bezogen auf einzelne Gebäude oft gar nicht beurteilt werden kann. Auch was die Nutzung der betreffenden Gebäude anbelangt, gibt es insbesondere in Bezug auf die Fremdnutzung (etwa durch Vereine) keine lückenlose Dokumentation der Nutzung oder Belegung. Die Zuständigkeiten für die Gebäude sind in der Verwaltung bisher grob aufgeteilt in baulich-technische Angelegenheiten (Neu-, Um-, Anbau und Reparaturen im Fachbereich 2 – Umwelt, Planen und Bauen und Fachbereich 3, der für die Belegung oder Vermietung zuständig ist und die Budgetverwaltung trägt.

Diese Zersplitterung der Zuständigkeiten und Kompetenzen erfordert ein hohes Maß an Abstimmung und Kommunikation zwischen den Fachbereichen und einzelnen Sachbearbeitern und ist aus der Sicht der Stadtverwaltung letztlich einer effizienten und nachhaltigen Gebäudewirtschaft abträglich. Eine im vergangenen Jahr im Rahmen von Ortsbegehungen durchgeführte Bestandsaufnahme bei Kindergärten und Schulen hat einen erheblichen Sanierungs- und Renovierungsbedarf im Gebäudebestand erkennen lassen. Ähnlich hoch dürfte der Sanierungs- und Renovierungsstau bei zumindest einem Teil der übrigen städtischen Gebäude sein. „Nicht zuletzt wegen der personell und finanziell beschränkten Leistungsfähigkeit der Stadt, aber auch im Hinblick auf eine möglichst effektive Nutzung beziehungsweise Akquise von Fördermitteln erscheint eine Priorisierung anstehender Sanierungsmaßnahmen unumgänglich“, so der für Kindergärten, Grundschulen, Hallen und Dorfgemeinschaftshäuser zuständige Beigeordnete Guido Freidinger in seiner Begründung für eine grundlegende Neuorganisation dieses Bereiches der Verwaltung im Stadtrat.

Zwar war das Thema Gebäudemanagement auch schon einmal Gegenstand eines von seiner Vorgängerin beauftragten Organisationsgutachtens; die damals erarbeiteten Vorschläge wurden jedoch offensichtlich nicht weiterverfolgt oder gar umgesetzt. Daher hat Bürgermeister Bernd Hertzler im Mai die kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) gebeten, ein Angebot zur Neuorganisation der städtischen Gebäudewirtschaft zu erarbeiten. Die KGSt ist ein nicht auf Gewinnerzielung ausgerichteter Verein, dem bundesweit zahlreiche Städte und Gemeinden und Gemeindeverbände, darunter auch die Stadt Blieskastel, angehören und der sich auf die Beratung seiner Mitglieder in allen Fragen der Organisations- und Personalentwicklung spezialisiert hat und in diesem Zusammenhang über eine über 50-jährige Erfahrung und umfangreiche Referenzen verfügt. Die KGSt hat nun ein Konzept für eine Organisationsuntersuchung zur Einführung eines zentralen Gebäudemanagements bei der Stadt Blieskastel vorgelegt und im Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen den Stadtratsmitgliedern erläutert. Der Stadtrat hat Ende September die Vergabe entsprechend des erläuterten Angebotes beschlossen.

Ziel des Projektes soll der Aufbau einer effizienten, ressourcenschonenden Gebäudewirtschaft und -Verwaltung sein, die auch die Funktion und Nutzungsintensität der jeweiligen Einrichtung berücksichtigt. Die Laufzeit des Projektes ist mit rund einem Jahr veranschlagt. Es gilt als selbstverständlich, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Organisationsarbeiten angemessen an dem Projekt beziehungsweise dem Entwurf der neuen Organisation zu beteiligen. Im Mittelpunkt soll dabei die Entwicklung eines Managementsystems stehen, in dem die Zuständigkeiten für alle Teilaufgaben mit den erforderlichen Fachkompetenzen in einer Organisationseinheit gebündelt werden und welches mit dem notwendigen Stellenbestand ausgestattet ist oder wird. Das zu erarbeitende Konzept soll auch eine Umsetzungsplanung und den Zeitbedarf beinhalten, die zu erwartenden Effizienzgewinne anhand von Kennzahlenvergleichen ermittelt und Synergieeffekte aufgezeigt werden. Ergebnisse sollen zwischendurch transparent dargestellt und auch die politische Ebene (Fraktionen) in die Information und Kommunikation einbezogen werden. Das Projekt ist bewusst so angelegt, dass auch Nachbarkommunen im Sinne einer interkommunalen Zusammenarbeit beteiligt werden können. „Auch wenn die Umsetzung der Projektergebnisse nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise erfolgen sollte, rechnen wir mit baldigen und vor allem langfristig nachhaltigen Effektivität- und Effizienzgewinnen durch diese Neuorganisation“, so die Verwaltungsspitze in ihrem abschließenden Statement.