Blieskastel auf dem Teller

Waldkirch gehört dazu, Andernach auch. Und jetzt eben Blieskastel als „Essbare Stadt“. Öffentliche Grünflächen gehören allen, heißt das Credo. Sie kann man pflegen, bewirtschaften, abernten und die Feldfrüchte verspeisen. Für die Bürgermeisterin ein „einmaliges Projekt“.

Man stelle sich vor, es gibt Orte in einer ansonsten mit Häusern, Straßen, Wegen und Plätzen bebauten Stadtumgebung, an denen sich anstatt oder neben der üblichen Begrünung mit Bäumen, Sträuchern oder einfachem Gras etwas Nutzbares befindet, nämlich etwas Essbares. Das gibt es nicht? Doch, und die Stadt Blieskastel reiht sich als saarländische Kommune in diesen Reigen der "Essbaren Städte " in Deutschland ein.

"Das Konzept einer essbaren Stadt hat mich nicht nur als passionierte Gärtnerin eines eigenen, heimischen Nutzgartens überzeugt, auch die sozialen sowie bildungs- und gesellschaftspolitischen Facetten dieses einmaligen Projektes sprechen für sich.", so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Und weiter: "Das Projekt dient der Bewusstseinsbildung für die Wichtigkeit unserer natürlichen Lebensgrundlagen, es vermittelt Kultivierungstechniken und stärkt das soziale Miteinander durch Gemeinschaftsbildung bei gleichzeitigen Partizipationsmöglichkeiten. Das bürgerliche Engagement und die Sensibilisierung gerade auch unserer Kinder und jüngerer Menschen werden dadurch angesprochen. Ich sehe dabei auch eine gute Chance, den Flüchtlingen in unserer Stadt die heimische Gartenkultur näher zu bringen."

Zur Bewegung: Die Idee begann in Deutschland in der Stadt Kassel, die im Jahre 2007 zur essbaren Stadt wurde und damit dem Vorbild der englischen Stadt "Todmorden" folgte. Weitere bekannte Städte wurden Andernach im Jahre 2010 und die Stadt Waldkirch 2013, die ebenfalls wie Blieskastel Cittaslow-Stadt ist.

Grünflächen für alle da

Ausgangslage ist der Grundsatz, dass öffentliche Grünflächen für alle da sind, und so soll bei dieser Bewegung auch gemeinsam gegärtnert, gepflegt, geerntet und gegessen werden.

Faber-Wegener: "Wir haben am Standort unserer ehemaligen Stadtgärtnerei Nähe des Klosters einen optimalen Ort gefunden, von dem aus das Projekt nun verwirklicht und organisiert werden kann. Dabei werden Nutzpflanzen wie Obst und Gemüse herangezogen, um später dann an geeigneten Grünflächen gepflanzt werden zu können. Das Projekt wird durch die Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH in Burbach (ZBB) betreut, womit auch den dort tätigen jungen Menschen die Möglichkeit gegeben werden kann, sich sinnvoll verwirklichen zu können."

Beginn, so die Stadtverwaltung, war Anfang Juli mit vorbereitenden Maßnahmen für die Pflanzsaison 2016. Geeignete Orte innerhalb des Stadtgebietes von Blieskastel werden nun gemeinsam gesucht, die dann vorbereitet werden.