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Blieskastel: 200 Jahre Fürsten von der Leyen in Waal

Blick in die Historie der Barockstadt anlässlich eines Jubiläums : Eine neue Festschrift zu den Fürsten von der Leyen

Noch heute sind im Bliesgau Relikte der Herrschaft der adeligen Familie von der Leyen, ein von der Mosel stammendes Geschlecht, anzutreffen. Besonders Blieskastel profitierte von diesen Freiherren und Grafen von der Leyen.

Sie erwählten den Flecken Blieskastel mehrmals zu ihrem Residenzsitz. Letztmalig in den Jahren 1773 bis 1793 von Franz Carl Graf von der Leyen und seiner Gattin Maria Anna, im Volksmund Marianne genannt. 1793 musste die regierende Witwe Marianne vor den französischen Revolutionstruppen aus Blieskastel fliehen. Sie sah den Ort nie wieder. Ihr Sohn Philipp erhielt von Napoleons Gnaden den Fürstentitel. Nach dem Wiener Kongress wurde die vormalige Herrschaft Blieskastel Bayern zugeschlagen. Die Hoffnung auf Entschädigung des Hauses von der Leyen für seine linksrheinischen Verluste erfüllte sich nicht. Aus den angestammten Interessengebieten von Mosel und Rhein zog sich die Familie nach dem Ableben des verschuldeten Fürsten Philipp im Jahre 1829 endgültig zurück.

Die verbliebenen linksrheinischen Gebiete wurden veräußert. 1820 erwarb der Enkel der Gräfin Marianne von der Leyen, Erbprinz und seit 1829 Fürst Erwein I. (1798 – 1879) im Allgäu das Rittergut Waal-Unterdießen. Dort ist das Haus von der Leyen seither ansässig.

Aber die Verbindungen zur ehemaligen Residenz Blieskastel ist über die Generationen nie abgerissen. Sie wird auch heute noch von Prinz Philipp und seiner Gemahlin Prinzessin Elisabeth gepflegt.
Im Sommer dieses Jahres sollte das Jubiläum „200 Jahre Fürsten von der Leyen in Waal“ feierlich begangen werden. Doch die geplanten Festivitäten mussten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Im Rahmen der Feierlichkeiten war auch die Präsentation einer kleineren Jubiläumsfestschrift geplant, die vom ältesten Sohn der Familie, Prinz Wolfram, und dem Blieskasteler Stadtarchivar Kurt Legrum verfasst wurde. Diese Broschüre umfasst 31 Seiten mit 19 zum Teil farbigen Abbildungen. Prinzessin Elisabeth von der Leyen, die Waaler Fotografin Rita Riemer, das Staatsarchiv Augsburg und das Stadtarchiv Blieskastel steuerten die Abbildungen bei.

Da noch nicht eindeutig feststeht, wann die Feierlichkeiten in Waal stattfinden können, wurde nun in Abstimmung mit der Leyenschen Familie die Schrift vorab in Blieskastel vorgestellt. So enthält sie, neben einer prägnanten Darlegung der von der Leyenschen Familiengeschichte, eine Beschreibung der 200-jährigen Anwesenheit in Waal und wird durch eine touristische Beschreibung des Schlosses Waal abgerundet. Die Festschrift von Wolfram Prinz von der Leyen und Kurt Legrum „200 Jahre (1820-2020) Fürsten von der Leyen in Waal. Waal 2020“ kann nach vorheriger Anmeldung in der Tourist-Information der Stadt Blieskastel für 2,50 Euro erworben werden.