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Bizarre Kunstwerke aus winzigen Details

Bizarre Kunstwerke aus winzigen Details

Dudweiler/Biesingen. Am vergangenen Sonntag wurde in der Galerie Am langen Tal in Biesingen eine bemerkenswerte Ausstellung eröffnet. Der Grafiker und Fotograf Heinz Bickelmann stellt Fotografien und Monotypien aus

Ursel und Heinz Bickelmann vor Grafiken, das Bild in der Mitte ist eines der "Brandbilder". Foto: ers
Ursel und Heinz Bickelmann vor Grafiken, das Bild in der Mitte ist eines der "Brandbilder". Foto: ers
Ausschnitt aus einem Werk von Heinz Bickelmann. Foto: SZ/Galerie

Dudweiler/Biesingen. Am vergangenen Sonntag wurde in der Galerie Am langen Tal in Biesingen eine bemerkenswerte Ausstellung eröffnet. Der Grafiker und Fotograf Heinz Bickelmann stellt Fotografien und Monotypien aus. Obwohl der 1926 geborene Künstler von sich selbst sagt, er habe nicht den Anspruch, "als Künstler zu gelten", so haben seine in Biesingen ausgestellten Werke einen hohen künstlerischen Wert und fesseln den Betrachter. Der aus Dudweiler stammende Künstler hat zwischen 1952 und 1956 ein Grafik-Design-Studium an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken absolviert. Seit dieser Zeit gibt es auch die freundschaftlichen Beziehungen zum Galeristen Karlheinz Heinrich, der ebenfalls ein Student der Saarbrücker Schule war. In der Ausstellung in Biesingen nehmen die Monotypien eher einen marginalen Part ein. Sehr eindrucksvoll indes die Fotografien des Künstlers. Bickelmann: "Ich habe damals mit einem ganz normalen Fotoapparat gearbeitet, den ich mir bei Photo Porst gekauft habe." Umso eindrucksvoller erscheinen die von Bickelmann gemachten Aufnahmen. Dabei sind es nur wenige Bilder mit konkreten Gegenständen, die in ihrer Ganzheit fotografiert wurden. So hat Bickelmann eine besondere "Schwäche" für Baumstämme. Es sind allerdings immer nur Detailaufnahmen winziger Rindenteile, bei denen die Strukturen und Geflechte auf der Rinde, Verwitterungen oder andere Einflüsse auf den Stamm des Baumes festgehalten sind. So entstehen bizarre Kunstwerke, wunderschön im Detail in ihrer Oberflächenstruktur und -beschaffenheit zu studieren. Und bei oberflächlichem Betrachten zunächst nicht als Fotografien zu erkennen. Ein weiteres, immer wiederkehrendes Motiv nennt Bickelmann "Brandbilder". Dabei handelt es sich um Fotografien von Zeitschriftenbildern, die kurz vor der Unkenntlichkeit beim Verbrennen vom Künstler festgehalten wurden. Hier entstehen ebenso wie bei dem Bildern mit den Baumstamm-Motiven bizarre, eigentümlich verfremdete Motive. Und man kann die Bilder immer wieder anschauen, entdeckt fortwährend neue Strukturen, wundersame Launen der Natur. Es ist Bickelmanns Sinn für das vom Laien vernachlässigte Detailbetrachten: So ergibt ein weggeworfener Maschinen-Putzlappen, von Bickelmann aufgenommen, ein wundersames, interessantes Motiv, dessen ursprüngliche Bedeutung für den Betrachter kaum noch zu definieren ist. Er gehe nicht nur von einem Motiv aus, die Vielfalt der fotografischen Möglichkeiten hätten ihn beschäftigt, erläutert der Künstler. Den Bildern hat er bewusst keine Titel zugeordnet, der lege sonst den Betrachter zu sehr fest. Dies sei "unzureichend für die Vorstellungswelt des Schauenden", erklärt Bickelmann, denn in der Fotografie "gibt es kein festgelegtes Seh-Schema". Jeder Betrachter solle seine eigene Herangehensweise an die Fotos selbst bestimmen, meint der Grafiker und Fotograf aus Dudweiler. Heinz Bickelmann: Fotografien und Monotypien. Ausstellung in der Galerie Am langen Tal in Biesingen geöffnet bis Sonntag 5. Dezember. Geöffnet jeweils freitags, samstags und sonntags von 15 bis 19 Uhr. "Ich habe damals mit einem ganz normalen Fotoapparat gearbeitet, den ich mir bei Photo Porst gekauft habe." Grafiker und Fotograf Heinz Bickelmann aus Dudweiler