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Biber in Blieskastel: Landesbehörde äußert sich

Landesbehörde äußert sich zum Biber-Problem in Lautzkirchen : „Verstärkte Dammbau-Aktivitäten“ der Nager

Das Landesamt für Umweltschutz hat eine Stellungnahme zur jetzigen Situation und Zukunft der Biber in Lautzkirchen abgegeben.

Die von den Anwohnern der Au in Lautzkirchen und Ortsvorsteher Jürgen Trautmann schon länger erwartete Stellungnahme bezüglich der Biber ist inzwischen eingetroffen. Darin erläutert Claudia Schneider, Leiterin des Fachbereichs Natur- und Artenschutz des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), das Ergebnis der Beratungen nach dem Ortstermin von Ende 2020. Hier hatten sich die Anwohner mit Ortsvorsteher Jürgen Trautmann und Bürgermeister Bernd Hertzler zu einem Ortstermin mit diesen Experten in der Au eingefunden (wir berichteten).

Zunächst wird in der Stellungnahme des LUA darauf verwiesen, dass die bisher von der Stadt (vornehmlich Bauhof) zur Entspannung der Hochwasserlage durchgeführten Maßnahmen als zulässig einzustufen waren. Zugleich warnt die Expertin, dass bei „weiterreichenden Maßnahmen“ die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten seien. Es sei wichtig, dass ein „schlüssiges und umsetzbares Konzept“ zur Umsetzung weiterreichender Maßnahmen erstellt werden müsse.

Die Anwohner hatten offensichtlich vorgeschlagen, den zweiten Biberdamm einzureißen und auch eine Umsiedlung der Biber vorgeschlagen. Dies, so Schneider, müsse zunächst geprüft werden und verstoße wohl auch gegen bestehende Gesetze, Vorschriften und Verordnungen. Man gibt zu bedenken, dass auch eine mögliche Umsiedlung der Biber nicht erfolgsversprechend sei, weil entweder diese dann zurückkehren würden, oder sich zeitnah neue Biberfamilien ansiedeln würden. Auch habe Bürgermeister Bernd Hertzler die Umsiedlung der Biber zunächst ausgeschlossen. Überhaupt verwies Claudia Schneider darauf, dass die Stadt Blieskastel die „Unterhaltspflichtige am Würzbach“ in die Verantwortung genommen werden müsse.

Die Abteilungsleiterin stellt rückblickend fest, dass die umgesetzten Maßnahmen zwar erfolgreich gewesen seien, die Biber indes mit „verstärkten Dammbau-Aktivitäten“ reagiert hätten. Dies hätte man aber aus fachlicher Sicht auch genau so erwarten können.

Als Resümee erklärt die Expertin, es „verdichtet sich der Eindruck, dass mit der bisherigen Maßnahmenumsetzung eine Situation erreicht werden konnte, dass der Abfluss des Würzbachs in die Blies gewährleistet werden konnte“. Nach Einschätzung der Fachleute bedeute dies, „dass die Biber-Baumaßnahmen…zunehmend ihre Bedeutung für den Wasserstand in den Gärten der Anwohner verlieren“. Gleichwohl könne man derzeit noch nicht einschätzen, ob die bisher umgesetzten Maßnahmen zum gewünschten Erfolg führen würden oder ob langfristig noch weitere Maßnahmen umgesetzt werden müssten. Die Stadt Blieskastel solle „eine externe gutachterliche Einschätzung“ einholen, „die die verschiedenen Optionen wie unter anderem auch die (von den Anwohnern) angeregte Umsiedlung der betroffenen Biber-Familie prüft und ein langfristig schlüssiges und praktikables Konzept erarbeitet, das die bestehenden naturschutzrechtlichen Vorschriften berücksichtigt“, so Claudia Schneider.