Beste Fastnachts-Unterhaltung bei den „Kerbcher“ in Bierbach

Kostenpflichtiger Inhalt: „Kerbcher“ Bierbach : Beste Fastnachts-Unterhaltung bei den „Kerbcher“

Die Bierbacher Karnevalisten boten in der Pirminiushalle wie seit Jahren gewohnt ihrem Publikum eine klasse närrische Kost.

Wenn Obelix einen Hinkelstein quer über die Bühne wirft, und der legendäre Freddy Mercury von Queen sein „We will rock you“ stampft, dann ist man mitten im Geschehen der Fasenacht der Bierbacher Kerbcher. Verwirrend? Dann wollen wir mal sortieren: Erste Sitzung der Bierbacher Kerbcher in der „energetisch sanierten Pirminiushalle“, aber nur außen, zumindest hörte man das so. Es bleibe noch viel zu tun, dies selbstverständlich auch ein Thema für den „Hausmeister“ (Volker Welsch). Aber dazu später. Zunächst Einmarsch pünktlich um 20 Uhr der teuflisch schönen Elferrätinnen mit Oberteufel Alexander Lück. Der agierte wie immer souverän, lockerte die närrischen Gäste zunächst mit einem Lied und stimmte damit auf den unterhaltsamen Abend ein. Es war die erste von drei Sitzungen der Kerbcher, inzwischen hat man ein treues Stammpublikum, das schon von Anfang an begeistert mitgeht. Und nach der Garde war es einmal mehr Claudia Wachs, die als erste Büttenrednerin das Eis brechen sollte. Aller Anfang ist schwer, das musste sie auch bei ihren Online-Einkäufen feststellen. Und als ihr am Ende der Mann im Lotto-Laden auch noch „Sex“ aus 49 anbot oder anfragte, ob sie heute schon gerubbelt habe, gab es riesigen Applaus vom Publikum.

Erster tänzerischer Glanzpunkt dann der Schautanz „Bohemian Rapsody“ mit den unvergessenen Hits der Gruppe Queen und einer sehr professionellen Choreografie. Dies trifft auch auf den zweiten Tanz der exzellent agierenden Tanzgruppe zu: Man ließ die glorreichen Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auferstehen, das Publikum war aus dem Häuschen. Nicht aus dem Haus wollten in diesem Jahr Sigrid Wilhelm und Marion Schwarz. Sie hatten ihre Clownsrolle abgestreift, aber weil das Publikum wartete, mussten beide von den Bühnenschiebern sozusagen mit „Gewalt“ auf die Bühne „gezwungen“ werden. Auch ihr Vortrag absolut professionell, unvergleichlich Mimik und Gestik dieser beiden Damen. Als sie sich „Laune der Natur“ oder „Querschläger der Evolution“ gegenseitig „beschimpften“, gab es tosenden Applaus. Dann zeichnete sich ab, dass „hochattraktive Männer im besten Alter“ nun die Halle rocken sollten: Nach ihrem grandiosen Erfolg auf der Weltbühne auf dem Blieskasteler Paradeplatz gelang es den – man gibt sich nun international – „Cheesefies“, auch in der Pirminiushalle für beste musikalische Unterhaltung zu sorgen. Der Auftritt der Käsfies ist unverzichtbarer Bestandteil der Bierbacher Sitzungen und ebenso Garant für beste Fastnachtsstimmung.

Eine geradezu fernsehreife Leistung dann auch vom „Hausmeister“ Volker Welsch, der nach einem Jahr schöpferischer Pause erneut zur Hochform auflief. Er ließ das närrische Auditorium an seinem Kampf mit der neuen Technik teilhaben („gehma bloß fort met der nei Technik“), und spätestens als er erklärte, dass man bei 158 Whatsapp-Nachrichten mit 36 Wörtern auskommt, fand sich jeder Anwesende irgendwo in diesem Vortag wieder. Höhepunkt der Rede war die Beschreibung der Männergrippe, wobei er den „buh“-rufenden Frauen glaubhaft erläuterte, dass Männergrippe „schlimmer wie Kinderkriegen“ sei.

Kein Auge blieb trocken beim Männerballett, das in den Gestalten von Asterix, Obelix, Troubadix, Miraculix und anderen Protagonisten der beliebten Comic-Reihe nach Bierbach gekommen war, um auch hier den für die Römer zermürbenden Kampf zu gewinnen. Hier schlüpfte Oberteufel Alex Lück gar in die Rolle des Imperators Cäsar. Und bei der Theatergruppe „Mächtig viel Theater“, im 22. Bühnenjahr bei den „Kerbchern“ dabei, erfuhr man bei der „Sendung mit der Maus“ von Cheferklärer Armin (Eckes Geißel), wie eine Kappensitzung funktioniert. Das Rätsel, ob die teuflischen Elferrätinnen der Kerbcher nun Elfen oder Elwetritsche waren, konnte auch Erklärer Armin nicht ganz aufhellen. Am Ende noch weitere Höhepunkte, etwa mit Felix Schäck, der inzwischen sogar mit einem Soloprogramm als Comedian auftritt. Und wenn nach der Sitzung der Tontechniker im sozialen Netzwerk postet, dass es bei der Bierbacher Sitzung die besten Wiener Würstchen aller Kappensitzungen überhaupt gibt, dann haben die Kerbcher wohl alles richtig gemacht.

„Cordula Grün“ war auch in diesem Jahr Stimmungslied Nr. 1 in Bierbach. Foto: Erich Schwarz
Elferratspräsident Alex Lück mit seiner kleinen "Teufelinnen". Foto: Erich Schwarz
Unvergesslich die Hits der Rockgruppe Queen, szenisch dargestellt von der Tanzgruppe der "Kerbcher". Foto: Erich Schwarz
Selbst die legendären Helden Asterix und Obelix und weitere Gallier hatte es zur Kappensitzung der „Kerbcher“ nach Bierbach verschlagen. Foto: Erich Schwarz
Volker Welsch in seiner Paraderolle als „Hausmeister“ traf den Nerv des Publikums. Foto: Erich Schwarz

Wer Lust auf die Bierbacher Kappensitzungen am kommenden Freitag oder Samstag hat: Karten gibt es noch unter der Hotline (0151) 10 37 36 46.