Beigeordnete waren Thema in Stadtrat Blieskastel

Stadtrat Blieskastel : Die Zukunftspläne des Wassersommeliers

Der Stadtrat Blieskastel strich einen Tagesordnungspunkt hinsichtlich eines Vorhabens im Niederwürzbacher Allmend.

Wenig spektakulär verlief die erste Stadtratssitzung unter dem neuen Bürgermeister Bernd Hertzler. Er beschränkte sich aufs Moderieren und machte keine inhaltlichen Einlassungen, die Rededuelle lieferten sich in erster Linie die Fraktionsvorsitzenden. Und obwohl so brisante Themen wie die Aufgabenverteilung und vor allem die Aufwandsentschädigungen für die Beigeordneten auf der Tagesordnung standen, herrschte ein weitgehend sachlicher Ton vor.

Viel zitiert wurden an diesem Abend jene Aussagen des damaligen Oppositionsführers Guido Freidinger, der in einem SZ-Bericht die Verwaltung und die damaligen Mehrheitsfraktionen bei der Beigeordneten-Bezahlung zum Sparen ermahnte. CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Schmitt zitierte dann auch noch aus dem Protokoll jener Sitzung, in der Freidinger von „vielen Häuptlingen und wenigen Indianern“ in der Verwaltung sprach. Achim Jesel, Fraktionschef der SPD im Rat, unterstrich, dass man die Verwaltung nun effizienter machen wolle. Zudem spare man eine Leitungsstelle ein. Wobei sich aufmerksamen Beobachtern nicht so ganz erschließt, was gespart wird, wenn dieser Mitarbeiter weiter beschäftigt und damit auch bezahlt werden muss. Die Opposition kritisierte zudem, dass mit Brigitte Adamek-Rinderle sozusagen „eine dritte Beigeordnetenstelle“ geschaffen werde. Die frühere Beigeordnete von Bündnis90/Die Grünen wird zukünftig „Beauftragte für Kultur, Biosphäre und Tourismus“. CDU-Fraktionschef Holger Schmitt betonte ausdrücklich, dass man an der Qualifikation von  Adamek-Rinderle in diesem Bereich nicht zweifle, man erkenne indes nicht die Sinnhaftigkeit der Schaffung dieser Beauftragten-Stelle.

Die CDU hatte zuvor auch die Aufgabenverteilung der Beigeordneten kritisiert: „Ich bezweifle, dass dies zu einer Verflachung der Hierarchie in der Verwaltung führt.“ Man stimmte aber pro Aufwandsentschädigung und hielt sie für „angemessen“. Marius Hittinger von der Freien Fraktion hob ausdrücklich etwa die Qualifikation von Guido Freidinger in dem Aufgabengebiet „Soziales“ hervor. Zudem arbeite er sicherlich mehr, als die Aufwandsentschädigung bringe. Aber: „Sie hätten Ihren Worten von 2014 heute Taten folgen lassen können.“ Gemeint war ein Verzicht auf ein Aufwandssalär.

Abgesetzt von der Tagesordnung wurde ein Punkt, der offensichtlich schon jetzt in Niederwürzbach die Gemüter erhitzt. Der Wassersommelier Thomas Mück („Heimatquelle“) will das frühere Sängerheim des Männergesangvereins „1860“ Niederwürzbach für seine Zwecke reaktivieren. Mück füllt derzeit Würzbacher Quellwasser im Würzbacher Wald sozusagen von Hand ab und vertreibt es in der Gastronomie. Er wollte das ehemalige und derzeit leerstehende Sängerheim als Abfüll- und Lagerstation nutzen. Zudem wollte er kleine Seminarräume für „Wasserseminare“ installieren. Hierfür müsste Mück einige Verwaltungshürden nehmen, schließlich wurde das Sängerheim seinerzeit ohne Baugenehmigung errichtet und es besteht von daher kein Bestandsschutz.

Ein Würzbacher meinte zudem am Rande der Stadtratssitzung, Mück verdiene „zu wenig mit seinem Wasser, deshalb will er jetzt auch noch Seminare abhalten. Das werden die Anwohner im Allmend nicht mitmachen“. Die Hütte der Sänger befindet sich am Ende der engen Sackgasse im Allmend. Achim Jesel hatte in der Stadtratssitzung die Absetzung des Tagesordnungspunktes damit begründet, dass der Wassersommelier erst mal überlegen solle, was er da eigentlich will.

Bislang wird das Wasser für die Heimatquelle noch ziemlich mühsam weil in Handarbeit abgefüllt. Foto: Erich Schwarz

Thomas Mück indes erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich weiß eigentlich schon ganz genau, was ich dort will“. Er habe zunächst nur an eine Abfüll- und Lagerstation gedacht. Aber die Stadt habe dann von ihm ein nachhaltiges Konzept verlangt, habe quasi diese Seminare ins Spiel gebracht. Aber er sieht das Problem: „Die Würzbacher stehen dieser Sache skeptisch gegenüber, und wenn man das bis ans Ende denkt, übersteigt das auch meine finanziellen Möglichkeiten.“ Derzeit fülle er alle paar Wochen sein Wasser „in homöopathischen Dosen“ ab, das sei ziemlich zeitaufwendig und anstrengend.

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