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Band Junge KAoten aus Blieskastel hofft auf Auftritte

Bandportrait : Die Band Junge KAoten hofft auf Auftritte

Viele Monate keine Proben und schon gar keine Konzerte: Die sieben Nachwuchs-Musiker aus der Region sehnen die Normalität herbei.

Die Corona-Pandemie ist für Bands schlichtweg eine Katastrophe. Nicht nur, dass die Musiker wegen der verschiedenen Lockdowns nicht auftreten konnten. Auch fehlen dadurch wichtige Einnahmen zur Finanzierung von Technik oder Probenräumen. Für Nachwuchsbands kommt eine weitere Herausforderung hinzu: der noch fehlende Bekanntheitsgrad. Veranstalter buchen sie nicht, weil sie noch unbekannt sind. Wenn sie aber nicht auftreten können, startet ein Teufelskreis. Wir haben deshalb mit der Blieskasteler Jugendband Junge KAoten gesprochen, wie sie mit dem Corona-Thema klarkommen.

Eigentlich gehen die Ursprünge bei der Truppe auf eine frühere Schulband des Homburger Johanneums zurück, die sich 2017 neu formiert hat. Mittlerweile kamen noch Musiker hinzu und der Bassist wechselte. Seit 2020 ist die Band immerhin zu siebt: Aiden Richardson (Bass), Ben Schmitt (Saxophon), Malik Spengler (Gitarre), Paul Zwick (E-Piano), Pascal Klappot (Schlagzeug), Leni Grieser (Gesang/Gitarre) und Emilie Laschke (Gesang/Trompete/Hornet). „Jeder Einzelne von uns ist einzigartig. Wir sind alle generell musikalisch begabt – einfach sieben Musikgenies“, gibt sich Leni Grieser mehr als selbstbewusst. Sie hat die Band allerdings inzwischen kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Ihr folgt Annika Scholl (15) als Sängerin nach.

„Wir lernen aber schon noch dazu“, bemerkt Ben Schmitt. Derzeit bestimmen Cover-Titel aus den Bereichen Deutsch-Pop, Softrock und Blues das Programm. Daft Punk, Queen, Nirvana traut man ihnen auf den ersten Blick wegen ihres Alters nicht zu. Doch erste Eigenkreationen aus dem Bereich Progressiv-Rock werden bereits geprobt. Man versucht den Spagat zwischen softeren Titeln und Rock hinzukriegen, so der Saxofonist. Eine große Hilfe ist dabei auch die markante Soul-Stimme von Emelie Laschke. Bevor es Titel auf die Setlist schaffen, wird dann eifrig diskutiert. Das war in den Zeiten der Lockdowns gar nicht machbar, da man sich nicht treffen durfte. Gleichzeitig sorgte die Kontaktsperre dafür, dass man nicht proben konnte. Online-Meetings halfen etwas darüber hinweg, waren aber nicht das Gleiche. „Musik im Zimmer zu Hause macht keinen Spaß“, fand Leni Grieser. Eine kurze Probe gab es, dank Unterstützung der Stadt Blieskastel, in der Bliesgau-Festhalle: mit Test, Maske, offener Tür und Abstand und ohne Publikum. Jedoch auch ohne Gesang, Bläser und nur ein Lied. Etwa sechs Termine waren 2020 geplant, dann kamen die Absagen der Veranstalter. „Der Neustart war schwierig, da es keine Auftritte gab“, pflichtet Thomas Schmitt bei. Der Lautzkircher ist der einzige Erwachsene, der indirekt dazu zählt, und managt die Band. Ohne Gage in einer Kneipe, wo niemand zu hört, das kann jeder, so der „Kaschdler Stallbock“. Die Eltern unterstützen die Jugendlichen tatkräftig beim Transport und den Verträgen. Auch haben sie eine Anlage für 5000 Euro gekauft, die die Kids nun per Darlehen über die Gagen abstottern.

Es falle ihm schwer, da Sohn Ben dabei ist, sich nicht einzumischen. Dennoch betont Thomas Schmitt, dass er sich aus dem Künstlerischen raushält. Die meist kurzfristigen Absagen und Terminverschiebungen auf 2022 haben Auftritte in weite Ferne verlegt, was die Motivation nicht gerade steigerte. Auch das wechselhafte Wetter dieses Sommers hat Gigs erschwert. Ende August war es dann aber so weit: der erste Auftritt seit einem Jahr. Nun hofft man auf passende Corona-Bestimmungen für den Winter. Die Leute beobachten sie beim Auftritt zunächst meist etwas kritisch, so Leni Grieser. Frei nach dem Motto: „Was soll da nur bei rauskommen?“. Immerhin sind sie alle nur 13 bis 16 Jahre alt. Passenderweise heißt die noch nicht terminierte Reihe auch „KAos-Tour“. Sie hoffen auch auf populäre Bands, die sie als Vorband beim Auftritt verpflichten. Doch auch die können kaum auftreten. „Wir haben beim Auftritt keinen Druck. Es ist viel Leidenschaft und Spaß dabei“, beschreibt Pascal Klappot (Schlagzeug) die Hintergründe. „Wir wollen keine Partyband sein“, so Leni Grieser. Stattdessen ist es ihnen wichtig, ganzjährig und auch mal indoor abends aufzutreten.

Die Band gibt ein Benefizkonzert am Freitag, 15. Oktober, um 18.30 Uhr am Biotop in Beeden im Rahmen der DMKS-Aktion „Elias will gesund werden“.

Kontakt: https://eventzone.de/junge-kaoten; facebook.com/JungeKaoten