Ausstellung der Fotofreunde Homburg-Zweibrücken im Saalbau in Homburg

Ausstellung : Fotofreunde sind fasziniert vom „Malen mit Licht“

Ausstellung zum 60. Vereinsgeburtstag: Die Fotofreunde Homburg-Zweibrücken zeigen einen Querschnitt ihrer Arbeit.

60 Jahre Fotofreunde Homburg-Zweibrücken – dieses Jubiläum wird mit 60 Bildern gefeiert. Diese sind in der Galerie des Saalbaus zu sehen und ergeben zusammen eine höchst abwechslungsreiche und hochwertige Schau. So ganz genau stimmt das mit dem Jubiläum allerdings nicht, denn vor 60 Jahren gab es die Homburger Fotofreunde schon seit ein paar Jahren.

Aber im Jahr 1959 trat der Verein dem Verband Deutscher Amateurfotografen-Vereine und hatte somit eine weitere Stufe im Vereinsleben erklommen. Der Pfälzer Teil des Vereins kam erst 1973 dazu. Damals gestalteten die Fotofreunde mit ihrem Zweibrücker Pendant, der Sezession der Zweibrücker Lichtbildfreunde, eine gemeinsame Ausstellung bei der Kreissparkasse. Im Zuge dessen beschlossen die Fotografen, die Vereine zusammenzulegen. Zum ersten Vorsitzenden der Fusion wurde Norbert Weber aus Waldmohr gewählt – der 79-Jährige war bei der Ausstellungseröffnung ebenso anwesend wie sein Nachfolger, der langjährige Vorsitzende Raimund Thul aus Breitenbach.

Seit 2016 steht Sandrino Luchini dem Verein vor. „Wie vor 60 Jahren will unser Club den Mitgliedern und den Fotointeressierten den Weg von der Knipserei zum künstlerisch wertvollen Bild zeigen“, sagte er in seiner Ansprache. Auch die Jugend wolle man fürs Fotografieren gewinnen, aus diesem Grunde habe man vor zwei Jahren einen Schülerwettbewerb in der Paul-Weber-Schule organisiert. Besonders freute sich Luchini über die Anwesenheit seiner beiden Vorgänger.

Der Beigeordnete der Stadt Homburg für Kultur, Raimund Konrad, erklärte zunächst den Wortsinn von Fotografie: Das hieße im eigentlichen Wortsinne „Malen oder Schreiben mit Licht“. „Es gibt sie tatsächlich, die Lichtmaler, und eine ganze Reihe von ihnen haben heute ihre Werke ausgestellt.“ Konrad zeigte sich angetan von der großen Vielfalt der Ausstellung. Manche der Bilder seien „out of camera“, also genau so, wie sie aus der Kamera herauskamen, ohne jegliche Nachbearbeitung – das finde er am beeindruckendsten.

So war das beispielsweise bei einem Schnappschuss von Mathias Blum, der den Sprung des Models Selina Kremer in der verregneten Karlsbergstraße perfekt abgelichtet hat – eines der Highlights der Ausstellung. Leider war das Bild für Blum ein sehr teures, denn er hatte keinen Regenschutz auf der Kamera und musste sich deshalb wenig später eine neue kaufen.

Ganz anders arbeitet Helmut Duhl, dessen Werke zum Teil gar nicht als Fotografie erkennbar sind. „Ich bin der Meinung, wer heute ein Bild eins zu eins macht, der hat verloren“, lautet sein Credo. Ein an Picasso erinnerndes Schwarz-Weiß-Porträt hat Duhl aus Fotos einer Porzellanmaske montiert.

Der ehemalige Vorsitzende Thul dagegen besticht mit wundervollen Landschaftsaufnahmen des Piemont. Zur Auswahl der Bilder sagte er, man habe jeden aktiven Fotografen des Clubs würdigen wollen und nicht einfach die 60 besten Bilder aus einem gemeinsamen Pool auswählen. „Dann wäre vielleicht jemand nicht dabei gewesen. Das wollten wir nicht.“ Er habe es wie sein Nachfolger Luchini immer so gehandhabt, dass man die Mitglieder dort abholt, wo sie mit ihrem Können gerade stehen. Thul freut sich auch darüber, dass mittlerweile sechs Frauen dem einstigen Männerclub angehören: „Die haben einen ganz anderen Fotografie-Ansatz und sind einfach eine Bereicherung für den Club.“

Von den 35 Mitgliedern seien etwa 20 aktiv, erzählte Luchini. Jeden Mittwoch trifft sich der Club in der Paul Weber-Schule, wo er einen eigenen Raum nur für sich belegen darf. Neben Club-Abenden gebe es auch Themenabende, wo es um spezifische technische Probleme gehe. Und jeden Monat wird das Monatsbild prämiert, da stimme jedes Mitglied mit einem Plastikchip fürs seinen Favoriten. „Das ist manchmal hart, denn es sind oft fünf tolle Bilder dabei“, so Luchini. Für einen Beitritt in den Club brauche es nicht viel, nur: „Wenn ein Anfänger kommt, werden wir ihm nicht sagen, wie er seine Kamera bedienen soll. Das sollte er schon wissen.“

Die Ausstellung läuft bis 7. Juli. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 15.30 bis 18.30 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 17 bis 19 Uhr.

Mehr von Saarbrücker Zeitung