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Außergewöhnliches Pfingstzeltlager in Corona-Zeiten

Man muss in der Not nur gute Ideen haben : Ein Pfingstzeltlager der richtig lauschigen Art

Was machen Pfadfinder an Pfingsten? Natürlich ein Pfingstzeltlager. In den jetzigen Zeiten ist dies jedoch aus diversen Gründen eine zu große Herausforderung an viele Teams, die in den vergangenen Jahren diese Zeltlager mit viel Liebe aber auch hohem logistischem Aufwand organisiert haben.

Und so kam, was kommen musste. Wie die Sommerfreizeiten, die zeitlich sogar noch eine Weile weiter weg liegen, wurden vielerorts auch die Pfingstlager abgesagt. Das Risiko einer erneuten Ansteckungswelle ist vielen noch zu groß. Also kein Pfingstlager, oder fast keines. Denn so ganz will oder kann ein waschechter Pfadfinder auf die unmittelbare Berührung mit der Natur nicht verzichten.

Das haben sich auch die Georgspfadfinder in Niederwürzbach gedacht. Als Alternative zum großen Pfingstlager luden die Pfadfinderstämme deshalb dazu ein, das Zelt im eigenen Garten aufzubauen und kurzerhand dort zu campieren. Im Kreis der eigenen Familie oder alleine. Wer wollte, konnte davon ein Bild schicken. So entstand doch irgendwie ein großes, aber dezentrales Pfingstlager mit allem Drum und Dran: Schlafen unter freiem Himmel oder im Zelt, Wanderungen, grillen, Lagerfeuerromantik.

Das ist das Ehepaar Geisinger mit seinem Hund Wolf. Foto: Giesinger

„Es ist irgendwie ein schönes Gefühl zu wissen, dass andere das an anderen Orten jetzt auch machen“, so ein kleiner Jungpfadfinder: „Man spürt halt, dass man irgendwie zusammengehört.“ „Es wäre doch einfach zu schade, würden wir das Pfingstzeltlager einfach ersatzlos ausfallen lassen. Die Idee dazu kam von den Hasseler Pfadfindern. Wir fanden die Idee toll und haben sie aufgegriffen“, erzählt Susanne Geisinger, der Stammesvorstand der Georgspfadfinder. Als solche muss man natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. Deshalb zeltete sie mit Ehemann und Hund Wolf auch im eigenen Garten und schickte ein Bild von sich rund. „Aber es ist doch schon etwas anderes, wenn wir wieder alle zusammen ins Zeltlager fahren können. Die Gemeinschaft und das Miteinander fehlen uns sehr“, so Geisinger. Deshalb freuen sich die Pfadfinder auch schon darauf, wieder ins richtige Zeltlager fahren zu können, auch wenn das jetzt noch länger auf sich warten lassen muss. Für das Pfingstfest 2020 galt aber das alte Sprichwort „Not macht erfinderisch“ und bescherte allen Teilnehmern trotzdem ein schönes Pfingstwochenende mit viel frischer Luft, Natur, Sonne und guter Laune.