Auf Krücken durch den Bliesgau

Beim 13. Bliesgau-Halbmarathon waren am Samstag Läufer und Organisatoren gleichermaßen zufrieden. Eine Läuferin bewältigte die auch über schneebedeckte Höhenlagen führende Strecke auf eine besondere Art und Weise.

Insgesamt 207 Läufer nahmen am vergangenen Samstag am Bliesgau-Halbmarathon des TV Bierbach teil. Zunächst machten sich um 9 Uhr bei Temperaturen weit unter null Grad die 155 "Bliesgau-Genießer" auf den Weg. Ihnen folgten 20 Minuten später die 52 "Bliesgau-Flitzer". Beide Gruppen trafen sich nach 13 Kilometern am zweiten Verpflegungspunkt und liefen dann zusammen in Richtung Zielpunkt an der Lautzkircher Schulturnhalle zurück.

Der Lauf ohne Zeitmessung war erneut startgeldfrei. Unterwegs konnten sich die Teilnehmer an zwei Versorgungsstellen stärken. Im vergangenen Jahr machten den Läufern noch Glatteis und dichter Nebel zu schaffen. Jetzt durften sie sich über schneebedeckte Höhenlagen und viel Sonnenschein freuen.

Am Verpflegungspunkt in Biesingen stärkte sich auch Bettina Keilen, die unter Mithilfe von Krücken den Lauf absolvierte. Die 50-Jährige aus Merzig lief quasi auf vier Beinen: Sie stieß sich mit den Krücken ab, setzte das linke Bein auf, schwang dann wieder auf die Krücken und setzte das rechte Bein auf. "Ich kann nicht ohne Krücken laufen. Ich habe eine chronische Komplexinstabilität und eine halbseitige Lähmung", erklärte die Merzigerin. Das hindert sie aber nicht daran, regelmäßig an Laufveranstaltungen teilzunehmen. "Natürlich muss man gerade heute noch etwas mehr als sonst aufpassen, da es unterwegs einige glatte Stellen gibt. Es ist daher etwas schwierig, aber es geht. Ich laufe bereits seit 2011 mit den Krücken", ergänzte Keilen. An diesem Samstag will sie beim Ultramarathon über 50 Kilometer in Rodgau unter sechs Stunden bleiben.

Genau wie Keilen lobte auch Oliver Spurzem die Organisation des Laufs. Der 40-jährige Zweibrücker war zum zweiten Mal beim Bliesgau-Halbmarathon dabei. "Der Streckenverlauf ist klasse. Und heute bei dem tollen Sonnenschein kann man auch den Blick auf die herrliche Landschaft genießen", meinte der Triathlet und ergänzte: "Für mich ist das hier ein optimaler Einstieg in die neue Saison. Ich bereite mich in den nächsten Monaten auf die Weltmeisterschaften auf Hawaii vor."

Auch Christoph Becker aus dem Organisationsteam war zufrieden. "Es sind optimale Witterungsbedingungen. Lediglich der kalte Ostwind lässt einem die eigentlichen Temperaturen deutlich kühler vorkommen. Das sind gefühlte minus 20 Grad."