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Auf dem Stellenmarkt wird die Luft für Jobsuchende dünner

Auf dem Stellenmarkt wird die Luft für Jobsuchende dünner

Saisonbedingt, schreibt die Agentur für Arbeit in ihrem jüngsten Rapport, ist die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach einem Job ist, in der Region leicht gesunken. Aber weniger freie Stellen bereiten Sorge.

Ukraine, IS-Terror, Ebola. Die Nachrichten aus aller Welt sind düster dieser Tage, und so ist auch die wirtschaftliche Entwicklung offensichtlich fragil. Experten erwarten einen Abschwung und mehr Kurzarbeit (die SZ berichtete). Im regionalen Arbeitsmarktbericht schlägt sich dies denn auch nieder, wenn Landes-Arbeitsagentur-Chef Jürgen Haßdenteufel die aktuellen Zahlen trotz niedriger Arbeitslosenquote mit einem "zwar/aber" kommentiert: "Für die kommenden Wochen rechnen wir zwar saisonbedingt mit einem weiteren leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen aber einen grundsätzlichen Trendwandel am regionalen Arbeitsmarkt nicht erwarten."

Die gute Nachricht lautet also: Weniger Menschen sind derzeit ohne Job. Die Statistik der Agentur für Arbeit weist für St. Ingbert 1110 Arbeitssuchende aus, für die Geschäftsstelle Blieskastel (Stadt Blieskastel , Gersheim, Mandelbachtal) insgesamt 746. In beiden Geschäftsstellen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Kreisweit spricht der jüngste Bericht von einem deutlichen Rückgang um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf derzeit knapp über 4000 Personen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Menschen in Arbeitsmarkt-Maßnahmen, Ein-Euro-Jobber oder kurzfristig Arbeitsunfähige nicht als arbeitslos gelten. Mit ihnen lag die Unterbeschäftigung im September kreisweit bei 5430 Menschen.

Was den Arbeitsmarkt-Experten weniger schmeckt, ist das Angebot an Arbeitsmöglichkeiten, das über die Arbeitgeber hereinkommt. Die meldeten nämlich mit 300 neuen Gesuchen im September 25 Prozent weniger als noch im August und 30 Prozent weniger als vor einem Jahr. Am meisten Bewegung ist in der Zeitarbeitsbranche . Daneben registrierte die Arbeitsagentur im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsbereich, dem Gastgewerbe, Handel und Baugewerbe größeren Bedarf an Arbeitskräften.

Jobs haben zudem Menschen aus allen Personengruppen gefunden. Im Arbeitsmarktbericht heißt es in Bezug auf die kreisweite Situation: "Im September waren 1950 Frauen arbeitslos gemeldet, 5,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit der Männer ist gegenüber September 2013 um 7,0 Prozent auf 2144 gesunken."

Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren waren demnach etwa 400 arbeitslos gemeldet. Das waren 15 Prozent weniger als im August und zwölf Prozent weniger als im September 2013. In der Altersgruppe der Über-50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit nach den jüngsten Zahlen um 1,3 Prozent auf 1490 gesunken.