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Auch im Bliesgau hat das Gastgewerbe gelitten

Die Pandemie hat auch hier zugeschlagen : Und es knirscht im Gastgewerbe

Einige Anbieter von Unterkünften in unserer Region klagen über mäßige Übernachtungszahlen.

Die Corona-Krise hat der Gastronomie, aber auch Hotelbetreibern und Anbietern von Ferienwohnungen deutschlandweit schwer zugesetzt. Sie gehören zu den großen Verlierern 2020. Etwa 60 Prozent der Betreiber in Deutschland sehen die Krise inzwischen als Existenzbedrohung an, sie kämpften ums wirtschaftliche Überleben. Bis Juni verzeichneten Hotels und andere Ferienunterkünfte ein gewaltiges Minus, weil die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr gewaltig einbrachen. Seit der Lockerung im Mai bessert sich die Lage zwar langsam, aber viele Befragte gaben an, dass sie im Vergleich zum Vorjahr nur rund die Hälfte an Einnahmen hatten, obwohl Millionen Deutsche ihre Ferien im eigenen Land verbrachten.

Wir hörten uns in Blieskastel und Umgebung bei einigen Gastgebern und Anbietern von Unterkünften um. Edeltraud und Siegfried Heß betreiben die Ferienwohnung „Katja“ in Mimbach. „Wir sind seit Pfingsten zum Glück wieder durchgehend belegt. Zwei Stammgäste aber auch viele neue Gäste haben Übernachtungen gebucht.“ Meist seien es Paare aus ganz Deutschland, aber auch aus dem benachbarten Belgien und den Niederlanden, die ihre Ferien hier verbringen. „In der Regel sind es Naturfreunde, die gerne wandern oder die Gegend mit dem Fahrrad erkunden“ erzählt Edeltraud Heß.

Zwei weitere Vermieter von Ferienwohnungen in Blickweiler und Lautzkirchen haben ihren Betrieb in den letzten Wochen eingestellt. Als Gründe wurden die geringe Nachfrage, aber auch gesundheitliche und familiäre Probleme genannt.

In einem großen Haus in Blieskastel bietet Karin Bertsch gleich sechs Ferienwohnungen an. Sie äußert sich recht optimistisch. „In den ersten Monaten des Jahres hatten wir natürlich auch viele Absagen von Feriengästen. Nur die Langzeitmieter, die hier beruflich übernachten, wie beispielsweise Arbeiter oder Monteure, waren geblieben. Seit Juni sind wir nun aber wieder durchgehend ausgebucht. Die zweiwöchige Sommerakademie hat uns auch erneut viele Gäste beschert, die meisten aus Deutschland. Meistens bleiben sie etwa eine Woche, manche auch länger. Auch für die nächste Zeit sind keine Lücken im Buchungskalender – zum Glück.“

Nicht ganz so entspannt ist die Lage beim Hotel zur Post in Blieskastel. Hotel-Chef Wolfgang Hauck erzählt: „Während des Lockdown stand unser Haus mit seinen zwölf Zimmern leer. Nach der Öffnung im Mai kamen die Gäste nur langsam wieder zurück. Im Juli haben wir nicht ganz das Vorjahresniveau erreicht. Dafür waren die Buchungszahlen im August schon fast wieder im Normalbereich.“ Vor allem seien immer häufiger Fahrradtouristen aus dem gesamten Bundesgebiet zu Gast, die den Bliesradweg oder den Saarlandradweg entlang fahren. Meist handelt es sich hier um Tagestouristen mit einer oder zwei Übernachtungen, die kurzfristig buchen. „Das macht den Ausblick auf die nächsten Wochen schlecht planbar“, erklärt Hauck. „Im letzten Jahr hatten wir einen Rekord-September. Da kamen auch gerne größere Gruppen, die frühzeitig bei uns angefragt hatten. Aktuell sieht der September schwach aus und ein Trend ist schlecht erkennbar. Wir hoffen, dass noch viele Gäste sich melden, die kurzfristig bei uns übernachen möchten. Ansonsten sieht das Jahresergebnis sehr schwach aus.“ Die Hygieneauflagen bereiten den Anbietern keine Probleme. „Wir achten auf die Abstandsregeln und weisen auf die Maskenpflicht hin“ erklären alle.

Fazit: Das Übernachtungsgewerbe steht weiterhin vor einer Bewährungsprobe. Eine zweite Corona-Welle wäre für etliche Gastgeber eine Katastrophe. Die Krise ist noch nicht vorbei – viele haben Angst vor wirtschaftlichen Engpässen oder gar einer Pleite, wegen der Einbrüche im Frühjahr aber auch wegen der unsicheren Zeit, die noch kommt.