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Anlage des Distanzsteins zum Kirchheimer Hof nimmt Konturen an

Entfernung von der Straßeneinfahrt bis zu einem Herrenhaus auf dem Kirchheimer Hof : Distanzstein zum Kirchheimer Hof nimmt allmählich Konturen an

An der Auffahrt zum Kirchheimer Hof wird derzeit eine Anlage hergestellt, in deren Zentrum sich ein Distanzstein befindet, auf dem die Zahl 1,185 Kilometer zu lesen ist. Dabei handelt es sich um die genaue Entfernung von der Straßeneinfahrt bis zu einem Herrenhaus auf dem Kirchheimer Hof, das dem aus der Provence stammenden französischen Adeligen Baron Benoit Auguste Alexandre Jacomin de Malespine gehörte.

Dieser hatte ihn im Jahr 1829 gekauft.

Mitarbeiter der Neuen Arbeit Saar (NAS) erstellen gerade eine Umfriedung des Distanzsteines, die anschließend mit Cortenstahl verkleidet werden soll. Um Interessierten die Geschichte nahezubringen, so beschloss der Ortsrat Breitfurt, soll hierzu eine Infotafel an der Straße aufgestellt werden. Die eigentliche Idee geht auf den Kulturreferenten des Saarpfalz-Kreises, Andreas Stinsky, zurück.

Gemeinsam mit dem Kreis, dem saarländischen Umweltministerium und der Stadt Blieskastel sollen auch die notwendigen Mittel von rund 6000 Euro für Konzeption und Herstellung von Anlage und Tafel aufgebracht werden. Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost hat Ortsvorsteher Matin Moschel während der Festivitäten zur 750-Jahr Feier eine entsprechende Förderung zugesagt.

Der Distanzstein wurde 2019 wiederentdeckt und von Mitarbeitern des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim freigelegt, nachdem er Jahrzehnte lang fast vollständig von der Böschung überdeckt worden war. Er dürfte zwischen 1872 und 1893 aufgestellt worden sein. Damals gehörte der Bliesgau zum Königreich Bayern, in dem 1872 das bayerische Fuß durch das metrische System abgelöst wurde.

Der besonders um den Hofausbau bemühte Baron Alexandre Jacomin de Malespine verstarb 1893. Als Sohn des ersten Besitzers bestimmte er 1847 die Geschicke des Hofes und schuf mit viel Aufwand einen Landschaftspark nach englischem Vorbild. Auch ging der Bau des nach ihm benannten Alexanderturms auf ihn zurück. Heute ist er eine Ruine, nachdem der 26 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Kahlenberg, am 9. September 1939 durch die deutsche Wehrmacht gesprengt worden war. 1893 erbte der Baron Emile de Bobics den Hof, der bereits zehn Jahre später verstarb. Danach fiel der Hof an die Stadt Zweibrücken. Heute ist er wieder in Privatbesitz.