Alte Freunde spielen für die Kirche

Von 1987 bis 1995 war er Dirigent des Musikvereins seines Heimatorts Ballweiler. Drei Jahre später folgte das Dirigat der Bergkapelle: Bernhard Stopp spielte mit seinem Orchester für die Ballweiler Kirche. Zur Zugabe gab's stehende Ovationen.

. Beim Krimi gibt es den flapsigen Spruch, wonach der Täter immer wieder an den Tatort zurückkehren würde. So ähnlich verhält es sich auch mit Bernhard Stopp. Der Dirigent der Bergkapelle der RAG an der Saar war am Samstagabend mit seinen Musikern zum Benefizkonzert in die Katholische Pfarrkirche St. Joseph nach Ballweiler gekommen. Dort gab das Orchester ein Benefizkonzert für die Kirche.

Stopp stammt selbst aus dem Blieskasteler Stadtteil und ist hier immer noch des Öfteren bei seinen Eltern zu Besuch. Zudem: Ballweiler und der frühere Bergbau - das sind keine Dinge, die sich fremd sind. Noch heute zeugt die Grubenlore im Ort und die Figur der heiligen Barbara in der Pfarrkirche von dieser Tradition.

Bereits 2006 war die Bergkapelle - wie Udo May in seiner Begrüßung bemerke, das älteste Orchester des Saarlandes und der Region - schon einmal hier. Doch der "Ballweiler Bub" (May über Stopp) Bernhard Stopp hat auch musikalisch in der Vergangenheit in Ballweiler Spuren hinterlassen. Von 1987 bis 1995 war er Dirigent des Musikvereins. Drei Jahre später übernahm Stopp das Dirigat der Bergkapelle. Diese spannte den Bogen ihres Programms am Samstag mehr als weit. So war es denn nicht verwunderlich, dass man mit der "Festmusik der Stadt Wien", ein imposantes Werk aus dem Hause Richard Strauss , dem vor 151 Jahren verstorbenen Komponisten, seine Aufwartung machte. Eine Klanggewalt, wie man sie selten erlebt.

Eigentlich sei das weitere Strauss-Stück, nämlich "Allerseelen", für Klavier und Gesang gedacht, verwies Stopp in seiner Moderation. "Es wird aber an nichts fehlen", kündigte der Orchesterleiter an und behielt dabei Recht. Er scheint ein Fan von Gordon Jacob's William Byrd zu sein. Bereits beim letzten Konzert in Ballweiler vor neun Jahren kamen deshalb zwei der vier Sätze der gleichnamigen Suite zur Geltung. "Wahnsinn!", hörte man hinterher einen Mann begeistert rufen. Beim weiteren Streifzug durch die Musikgeschichte kam man in den Barock. Das Concerto in F für Sopranblockflöte von Guiseppe Sammartini sorgte für das Solo von Bernhard Stopp, während Heike Ehlen das Orchester dirigierte. Mit dem für einen besinnlichen Herbstabend passenden Stück schien man den Nerv der Besucher getroffen zu haben, wie am langen Applaus erkennbar war.

"Corsian Litany" von Vaclav Nelhybel sei zwar etwas morbid und spröde, aber es ging, kündigte Stopp leicht grinsend an. In der Tat waren die korsischen Begräbnislieder speziell. Dies auch durch den dramatischen Trommelwirbel und das stilisierte Totenglöckchen. Hinsichtlich der Klangvielfalt konnte hier aber das Orchester zeigen, was es alles kann. Mit Mussorgskys "Das große Tor von Kiew" aus "Bilder einer Ausstellung" gab die Bergkapelle einen Vorgeschmack auf ein weiteres Konzert am 6. Dezember in Saarbrücken, ehe der Abend in Ballweiler mit Alfred Reeds "Praise Jerusalem" zu Ende ging. Stehende Ovationen goutierte man mit "Lied ohne Worte" von Rolf Rudin.