Alle Register des Könnens gezogen

Niederwürzbach. Über zwei Stunden herrschte gespannte und begeisterte Aufmerksamkeit in der vollbesetzten Würzbachhalle, in die der MGV Liederkranz zum Jubiläumskonzert eingeladen hatte. Mit von der Partie waren QuerBeat aus Erfweiler-Ehlingen, das Akkordeon-Ensemble Würzbach und die drei Chöre des gastgebenden Vereins

Niederwürzbach. Über zwei Stunden herrschte gespannte und begeisterte Aufmerksamkeit in der vollbesetzten Würzbachhalle, in die der MGV Liederkranz zum Jubiläumskonzert eingeladen hatte. Mit von der Partie waren QuerBeat aus Erfweiler-Ehlingen, das Akkordeon-Ensemble Würzbach und die drei Chöre des gastgebenden Vereins. Mit dem Titel "Würzbachtal", einer Komposition des Chorleiters Dieter Schnepp, und "Ich ging einmal spazieren" von Friedrich Silcher eröffnete der Männerchor das Konzert. "Rot sind die Rosen" sang der Frauenchor, das Lieblingslied des Vorsitzenden Helmut Kröll, der locker und informativ durch das Programm führte und die Gäste begrüßte, unter ihnen Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, Ortsvorsteher Dieter Klöckner und der Vizepräsident des saarländischen Chorverbandes, Werner Zeitz. Klöckner, einerseits Repräsentant des Ortes, wirkte andererseits als Interpret in den Reihen des Akkordeon-Ensembles im letzten Teil des Konzertes mit. Die Sopranistin Heike Muys, ein Eigengewächs des Chores, sang als Solistin "Wir haben tausend Lieder" mit dem Frauenchor und "Land des Friedens" mit dem gemischten Chor. Beide Kompositionen stammten aus der Feder Schnepps, während Kröll, der solistisch mit der Mundharmonika wirkte, für den Text verantwortlich zeichnete. Der zweite Teil des Konzertes gehörte dem Chor QuerBeat. Unter der Leitung von Heike Scholz interpretierten die Sängerinnen und Sänger aus Erfweiler-Ehlingen im ersten Segment des Auftritts moderne Musical-Melodien aus "Les Misérables" und "König der Löwen". Ganz den Comedian Harmonists war das zweite Segment gewidmet, eine Reminiszenz an die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Bei den frech-frivolen Titeln schwelgte die Halle in Erinnerungen, visuell unterstützt durch Bilder, die per Beamer von Hansi Stolz an die vier mal drei Meter große Leinwand während des gesamten Konzerts begleitend projiziert wurden.Akkordeon trifft Stimme "Akkordeon trifft Stimme" so hätte der dritte Teil, als Höhepunkt des Konzerts, betitelt werden können. Zunächst zauberte das Orchester, mit Hilfe von Beamer und Leinwand, Westernstimmung auf die Bühne mit Old Shatterhand und "Die glorreichen Sieben", wobei Moderator Kröll mit Mundharmonika und Cowboyhut das Ambiente gelungen verstärkte. Bei Offenbachs "Barkarole" (Frauenchor) und "Adiemus" (gemischter Chor) untermalte das Orchester die Singstimmen ohne zu dominieren und schaffte so einen homogenen Klangkörper, der seinesgleichen im Umfeld an der Saar sucht, wie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener am Ende der Veranstaltung begeistert urteilte. Mit "Tanz in der Taiga" und den "Ungarischen Tänzen Nr. 5 und 6" von Johannes Brahms zogen die Frauen und Männer um Dirigent Schnepp noch einmal alle Register ihrer Akkordeons und ihres Könnens. Dazwischen interpretierten die Sänger mit dem Orchester die Titelmelodie des Jubiläumskonzerts "Ein Traum vom Glück", eine zärtliche Komposition des verliebten Brahms, dem Zauber dieses Liedes konnte sich das Publikum nicht entziehen. Dem Nachmittag, der viel zu schnell zu Ende ging, verlieh der gemischte Chor mit dem Titel "Feuerwerk" den passenden Abschluss und die Zugabe "Die Rose" beendete ein wunderschönes Konzert des 105 Jahre alten Vereins. red