Alle Einwohner sollen erwähnt sein

Der Arbeitskreis Heimatgeschichte Aßweiler ist derzeit dabei, ein Familienbuch der Orte Aßweiler, Biesingen und Seelbach zu erstellen. Erscheinen soll es im Herbst. Das Team der Heimatforscher ist in der Endphase auch auf die Unterstützung der Bürger angewiesen.

Es ist eine umfangreiche Arbeit, die den Arbeitskreis (AK) Heimatgeschichte bereits seit zehn Jahren beschäftigt und die gegen Jahresende mit dem Erschienen des Buches ihren erfolgreichen Abschluss finden soll. "Alle derzeit ansässigen Einwohner von Aßweiler , Biesingen und Seelbach sowie deren Vorfahren sollen im Buch erfasst werden", erzählte unserer Zeitung Horst Witte vom AK. "Eine große Zahl der Vorfahren konnten wir nach Recherchen in Kirchen- und Standesamtsbüchern bereits zusammentragen." Neben Klaus Vogelgesang und Hans Amrich aus Speyer ist Heinz Bohr eine unentbehrliche Hilfe. "Wir arbeiten eng zusammen, wobei Heinz Bohr derzeit täglich acht bis zehn Stunden am Computer Daten zusammenträgt. Allein 350 Mal war Heinz Bohr im Lautzkircher Pfarramt zur Einsicht in dortige Kirchenbücher", lobt Horst Witte seinen Würzbacher Kollegen.

,,Standesämter und deren Urkunden sind um 1800 von Napoleon eingeführt worden, vorher kannte man nur die Kirchenbücher, bei denen alle Daten von Familien zusammengetragen sind", erklärt Heinz Bohr. Schon während seiner Berufstätigkeit als Fernmeldemonteur habe den 62-Jährigen die Familienforschung fasziniert. Die stolze Zahl von 50 873 Familiendaten hat der Arbeitskreis bisher für das Aßweiler Familienbuch im Bohr- Computer gespeichert, täglich werden es mehr. Interessant: Als die Orte noch zu Bayern gehörten, durfte der Mann erst nach Berufsabschluss und Militärzeit heiraten.

Sehr schwierige Auswertung

Die Auswertung alter Daten sei oft sehr schwierig, da viele Urkunden in Sütterlinschrift oder Latein ausgestellt seien. Nach dem Bundespersonenstandsgesetz können persönliche Daten ohne Einwilligung der Beteiligten nur 110 Jahre nach der Geburt, 80 Jahre nach der Eheschließung und 30 Jahre nach dem Tod erforscht und verwandt werden. "Daten aus Todesanzeigen in der SZ oder im ,Merkur' dürfen jedoch aufgeschrieben werden", weiß Heinz Bohr. Probleme bereite dem AK die Erfassung neuerer Daten, da das Datenschutzgesetz heute den Zugriff auf aktuelle Namen und Daten verwehre. Daher sei hier der AK auf die Mitwirkung der Einwohner angewiesen. "Nur die Personendaten von heutigen Einwohnern, die ihre Zustimmung dazu erteilen, dürfen von uns ins Familienbuch eingetragen werden", erklärt Horst Witte, neben Horst Helle wöchentlicher Gast in der "Hauptzentrale" Bohr zum Redigieren. "Wer also Wert darauf legt, dass seine Familie - mit Eltern und Kindern - komplett im Buch aufgeführt wird, muss diese Angaben selbst an uns weitergeben." Die Familien sollten sich aussprechen und dann entscheiden, ob eine Nennung im Familienbuch gewünscht wird. Dies gelte auch für die Neubürger der drei Orte. Der AK hofft auf Unterstützung seines Vorhabens, damit das Familienwerk seinem Namen gerecht werden könne. Ansprechpartner sind die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatgeschichte Aßweiler .

Zum Thema:

Auf einen BlickDem Arbeitskreis Heimatgeschichte Aßweiler gehören Horst Witte, Erich Heib, Wolfgang Müller und Horst Helle an. Heinz Bohr aus Niederwürzbach hilft mit. Er ist mit der umfangreichen Erfassung der Daten betraut. Infos bei Horst Witte, Telefon (0 68 03) 528. hh