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Klimaschutz: Akku-Leistung als Ersatz für den Benzinmotor 

Klimaschutz : Akku-Leistung als Ersatz für den Benzinmotor 

Blieskasteler Waldarbeiter steigen für ein Pilotprojekt auf umweltfreundliche, elektrisch betriebene Motorsägen um.

Im Hinblick auf Klima- und Gesundheitsschutz führt die Stadt Blieskastel in Kürze ein neues Pilotprojekt durch. Sowohl zur Waldpflege als auch zur Holzernte werden bislang bundesweit überwiegend nur Motorsägen und andere Arbeitsgeräte mit Verbrennungsmotoren eingesetzt. „Trotz Verwendung von Bio-Kraftstoffen stellt dies bedingt durch den Motorenlärm sowie die bei der Verbrennung entstehenden Abgase nach wie vor nicht nur eine nicht unerhebliche Belastung der Umwelt, sondern auch eine erhebliche gesundheitlichen Belastung der Mitarbeiter dar“, heißt es aus dem Rathaus. Durch die Ausstattung der beiden im Blieskasteler Stadtwald tätigen Forstwirt-Gruppen mit elektrisch betriebenen Motorsägen und Arbeitsgeräten ließen sich die bei Kraftstoffverbrauch üblichen negativen Erscheinungsmerkmale deutlich minimieren. Lärm, Kohlendioxid-Ausstoß und umweltbelastende Abgase würden reduziert, die gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter werde erheblich verringert, eine Bodenkontaminierung durch auslaufende Kraftstoffe gänzlich vermieden.

Doch die Akkukapazitäten seien begrenzt und die Abhängigkeit von Stromnetz und Ladezyklen sei nach wie vor gegeben. Die Stadtverwaltung beabsichtige daher die Anschaffung von zwei sogenannten Energiewagen, die sowohl mit elektrisch betriebenen Motorsägen als auch mit elektrisch betriebenen forstüblichen Arbeitsgeräten ausgestattet sind. Diese mobilen Energiespeicher würden nachts durch einen tagsüber per Solaranlage aufgeladenen Groß-Akku mit Energie versorgt. So könnten verbrauchte Akkus im Wechselbetrieb jederzeit wieder aufgeladen und eingesetzt werden. Die Umwelt freue es, zumal auch die Ernte des regenerativen Rohstoffes Holz somit durch den Einsatz regenerativer Energie erfolge. „Zur Finanzierung der Maßnahme wurde ein Leader-Antrag gestellt. Nach Prüfung der Antragsunterlagen hat das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz diesem nunmehr entsprochen und eine Zuwendung in Höhe von 77 250 Euro in Aussicht gestellt. Der Betrag finanziert sich aus Mitteln des Landes (19 312,50 Euro) und der EU (57 937,50 Euro, Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes „ELER“). Der Eigenanteil der Stadt Blieskastel liegt noch bei 25 750 Euro“, so die Stadtverwaltung. Die Übergabe des Zuwendungsbescheides erfolgte im Beisein von Vertretern der Lokalen Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau im Bürgergarten. Staatssekretär Roland Krämer betonte bei der Scheckübergabe an die Bürgermeisterin, die Bedeutung solcher Projekte im Hinblick auf Nachhaltige Waldwirtschaft sowie der Vorreiterfunktion des Projektes im Biosphärenreservat. Nach dem Projektstart sei eine einjährige Begleitstudie durch die Mitarbeiter des städtischen Forstbetriebes geplant, um Angaben und Kennziffern in Bezug auf Einsatzbedingungen bei unterschiedlicher Witterung, Reparaturquote, Betriebsstunden und Verbrauchsdaten festzuhalten. Von diesen Erfahrungen würden weitere Kommunen und Betriebe profitieren. Das Thema berge nicht zuletzt unter Gesichtspunkten von Klima- und Gesundheitsschutz großes Potential und sei derzeit bundesweit einzigartig.