Verkehrssicherheit in Blieskastel Ärger um Heckenschnitt am Kloster

Blieskastel · Die Stadt Blieskastel hat Anwohner an ihre Bürgerpflichten erinnert, ist ihren eigenen aber nicht nachgekommen. Die Gründe sind allerdings nachvollziehbar.

Die Hecken der Anwohner im Bereich des Blieskasteler Klosters sind geschnitten (links), die Stadt hat noch ihre Hausaufgaben (rechts) zu erledigen.

Die Hecken der Anwohner im Bereich des Blieskasteler Klosters sind geschnitten (links), die Stadt hat noch ihre Hausaufgaben (rechts) zu erledigen.

Foto: Erich Schwarz

„Den Schuh müssen wir uns anziehen, das ist nicht gut koordiniert“, gibt auch Blieskastels Stadtpressesprecher Uwe Brengel unumwunden zu. Die Geschichte eines städtischen Missverständnisses von Anfang an: In der engen Straße „Herrmann-Josef-Becker-Weg“ in der Nähe des Klosters (und dort auch noch in anderen Seitenstraßen) sind die Grundstücke meist durch hohe Hecken zur Straße begrenzt. Und die momentane Witterung bringt es mit sich, dass die Pflanzen auch sehr schnell sprießen und wachsen. Und dadurch werden die ohnehin schmalen Durchfahrten noch enger. Dies führt dazu, dass Rettungswege, aber auch die Durchfahrt für Fahrzeuge der Entsorgung nicht gut passierbar sind oder sogar nicht mehr durchfahren werden können. Meist ist es ein Unternehmen aus der Entsorgungsbranche, dass Missstände bei der Stadt meldet. Eine Verwaltungsmitarbeiterin der Stadt nimmt die Beschwerden des Entsorgers an, man nimmt die Stellen in Augenschein und schreibt den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern einen Brief, dass die Hecken zurückzuschneiden seien. Sogar das Bistum Speyer hatte eine E-Mail von der Stadt erhalten, weil auch öffentliche Wege im Besitz des Klosters nicht mehr breit genug waren. Das Zurückschneiden der überwuchernden Hecken wird dann von den Anwohnerinnen und Anwohnern mehr oder weniger schnell erledigt.

So tat es auch ein Leser unserer Zeitung, der dort ein Haus besitzt. Er weiß um die Enge der Straße, erst kürzlich, berichtet er, konnte ein Krankenwagen bei einem Notfall nicht ganz bis zur Wohnung der Kranken kommen. Also ist man als pflichtbewusster Bürger bemüht, die Hecken zu schneiden und die Durchfahrt breit genug zu halten. Der Aufforderung der Stadt ist man also nachgekommen, nur eine Hecke wurde nicht geschnitten: Man ahnt es, es ist die Hecke, die auf jenem Streifen steht, der in städtischen Besitz ist.

Und Pressesprecher Uwe Brengel will das auch gar nicht schönreden: „Da hat die Abstimmung nicht geklappt, das ist einfach schlecht gelaufen. Man kann da auch die Bürgerinnen und Bürger verstehen.“ Aber die Erklärung der Verwaltung ist gleichwohl einleuchtend: Nach dem Hochwasser sind noch immer nicht alle Schäden beseitigt, es müssen zum Beispiel immer noch Sandsäcke vom Radweg weggebracht werden. Auch mit der Vor- und Nachbereitung der Wahlen hat der Baubetriebshof alle Hände voll zu tun, ja man arbeitet bis an die personellen Grenzen: „Es steht keiner rum und hat nichts zu tun“, unterstreicht der Pressesprecher. Die Arbeiten der Männer und Frauen des Baubetriebshofes erfolgen nach einer Prioritätenliste, die vom Verwaltungschef, Bürgermeister Bernd Hertzler, vorgegeben wird. Und durch diese nicht planbaren Ereignisse wie eben das Pfingst-Hochwasser, blieben bestimmt Dinge dann einfach unerledigt, oder es gab einfach Lücken in der sonst nach Zeitplan geregelten Abfolge. Aber diese Woche, so wurde versprochen, will man die Hecken zurückschneiden.