Bahn saniert in Niederwürzbach Ärger am Bahnübergang in Niederwürzbach

Wartungsarbeiten am Gleisnetz führten und führen in den nächsten Tagen zu Sperrungen. Betroffen sind auch Alschbach und Lautzkirchen.

Der Bahnübergang in der Kirkeler Straße in Niederwürzbach ist weitaus länger gesperrt als geplant. Derzeit sind alle Beteiligten um eine schnelle Lösung bemüht. Die Sperrung wurde vorsorglich bis zum 14. Dezember verlängert.

Der Bahnübergang in der Kirkeler Straße in Niederwürzbach ist weitaus länger gesperrt als geplant. Derzeit sind alle Beteiligten um eine schnelle Lösung bemüht. Die Sperrung wurde vorsorglich bis zum 14. Dezember verlängert.

Foto: Erich Schwarz

„Der Ärger bei den Leuten im Dorf ist riesig“, konnte Niederwürzbachs Ortsvorsteherin Petra Steinbach in den letzten Tagen feststellen. Der Grund: Nach Wartungsarbeiten am Gleisnetz in Niederwürzbach waren nacheinander die beiden Bahnübergänge im Dorf für Fußgänger und Fahrzeuge gesperrt. Inzwischen ist der Bahnübergang am Weiher wieder geöffnet. Der Bahnübergang in der Kirkeler Straße bleibt indes für den Durchgangsverkehr und auch für Fußgänger weiter gesperrt.

Der Grund: Bei den Gleisarbeiten wurden die Schienen so verlegt, dass sie jetzt aus dem Straßenbett etwa drei Zentimeter herausragen. Die alten Gummimatten dort sind abgenutzt und nicht mehr hoch genug. In diesem Zustand ist das sowohl für die Fußgänger eine Stolperfalle und auch ein Hindernis oder Hemmnis für den Durchgangsverkehr. Die Anwohner sind wütend, auch das in der Nähe ansässige Geschäft Diewald klagt über massive Umsatzeinbrüche.

Wie Andreas Motsch, SPD-Vorsitzender und Ortsratsmitglied in Niederwürzbach, im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilte, ist die Sperrung des Bahnübergangs ein ganz großes Thema im Ort, das überall diskutiert werde. Denn gerade einmal ein paar Meter weiter hatte im Sommer eine andere Baustelle die Gemüter ebenfalls erhitzt. Durch Bauarbeiten am Hauptsammler durch den Entsorgungsverband Saar (EVS) hatte es eine wochenlange Straßensperrung gegeben. Und damals wie auch jetzt muss der gesamte innerörtliche Verkehr über die Marx- und die Dammstraße umgeleitet werden. Aber während man bei der EVS-Baustelle (verbotenerweise) durchfahren konnte, und auch die Fußgänger nicht eingeschränkt waren, ist ein Überqueren des Bahnübergangs nun gänzlich unmöglich, und wohl auch lebensgefährlich.

Wie Ortsvorsteherin Petra Steinbach weiter mitteilte, bemühe man sich um eine Lösung, aber bei den verschiedenen Zuständigkeiten ist die Sachlage sehr schwierig. Der zuständige Baustellenleiter ist vertraglich gehalten, sich nicht zu der Situation zu äußern. Die ausführende Baufirma Monti ist nur für den Gleisbau zuständig, die Firma Felmeden aus Alsenz für die Gummimatten am Bahnübergang. Die Beschaffung neuer Gummimatten ist offensichtlich sehr kostspielig. Die Firma könne deshalb nur aktiv werden, wenn die Deutsche Bahn als Bauherr und Auftraggeber grünes Licht erteilt, um die Situation am Bahnübergang zu entschärfen. Und das kann dauern.

Mehrere Szenarien geistern nun durch die Gerüchteküche. Der Bauleiter kann nur erläutern, dass man sich die Sperrung bis zum 14. Dezember hat vorsorglich genehmigen lassen. Diese Genehmigung der Sperrung wurde vom Ordnungsamt der Stadt auf Anfrage der Firma erteilt. Im Ordnungsamt teilte man dazu mit, dass der Bahnübergang erst wieder geöffnet werden könne, wenn die Unfallgefahr beseitigt sei. Insofern sei auch die Verlängerung der Sperrung zwingend gewesen. So weit der Sachstand am Montagmorgen. Dann am Nachmittag die Wendung: Nach Mitteilung von Ortsvorsteherin Petra Steinbach („Ich habe heute in der Sache schon 15 Telefonate geführt“), sei nun eine andere Lösung gefunden worden. Die Subunternehmerfirma Felmeden wird sogenannten Kaltasphalt auf dem Bahnübergang aufbringen anstatt der Gummimatten. Ab dann soll der Bahnübergang auch sofort befahrbar sein. Wie das Ordnungsamt weiter mitteilte, sei die Sperrung der Bahnübergänge an der Abzweigung nach Alschbach (seit letztem Wochenende) und die am Lautzkircher Bahnhof (am kommenden Wochenende ab Freitag, 1. Dezember bis Montag 4. Dezember) vom Saarpfalz-Kreis als zuständiger Behörde genehmigt worden. Die Sperrung in Lautzkirchen genau zum Zeitpunkt des Adventsmarktes habe man nicht verhindern können, schließlich würden solche Baumaßnahmen der Deutschen Bahn schon etwa drei Jahre im Voraus geplant.

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