Abschlussparty der Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule Blieskastel

Diese Schüler haben’s geschafft : Jetzt geht es für alle Schüler in eine neue Lebensphase

Es war ziemlich heiß am Donnerstagabend in der Bliesgau-Festhalle. Aber man darf annehmen, dass die Hitze den jungen Leuten recht gleichgültig war. Sie, die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl Gemeinschaftsschule in Blieskastel, haben (endlich) ihren Schulabschluss in der Tasche, und das sollte im Rahmen einer großen Abschlussfeier gebührend gewürdigt werden.

Insgesamt haben 15 Jungen und Mädchen den Hauptschulabschluss erreicht, davon acht Schülerinnen und Schüler den sogenannten „Qualifizierten Hauptschulabschluss“, der es ermöglicht, noch einen Mittleren Bildungsabschluss zu erlangen. Elf Schülerinnen und Schüler erreichten den Mittleren Bildungsabschluss, davon 13 mit der Möglichkeit, aufs Gymnasium zu wechseln. Insgesamt weitere 47 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen haben die Berechtigung erlangt, in der zehnten Klasse weiter zu lernen.

Maxime Hussong und Benjamin Jung führten gekonnt und locker durch das Programm. Maxime Hussong sprach von einer „aufregenden und erfahrungsreichen Zeit mit Höhen und Tiefen“. Man habe Wissen und Kenntnisse erweitern können, habe gelernt, sich gegenseitig Respekt zu zeigen. „Wir haben den Vorsatz, die Welt zu verbessern, besser als sie jetzt ist“ unterstrich die Schülerin. Für Schulleiterin Sylvia Behet war es die letzte Abschlussfeier, geht sie doch in wenigen Monaten in den Ruhestand. Sie erinnerte in ihrer Rede daran, dass sie die heutigen Abschlussschüler beim Schuleintritt „am Beginn einer Reise“ sah. Mit dem heutigen Tag sei man nun an einem wichtigen Etappenziel angelangt. Selbst bei bester Reiseplanung seien indes oftmals Hindernisse zu bewältigen, manch einer habe Zwischenstopps eingelegt. Es seien durchaus auch individuelle Reisewege eingeschlagen worden, manch einer sei gar „im falschen Abteil gelandet“. Und auf dieser Reise habe es so manche Stolpersteine und Hindernisse gegeben, auch Verlockungen und Ablenkungen.

Eltern und Lehrer hätten auf der langen Reise als „wichtige Wegweiser“ fungiert. Man habe versucht, die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer Gemeinschaftsschule zu erziehen, gerade auch im Sinne der Namensgeber der Schule, der Geschwister Scholl. „Es werden Power, Elan und Teamfähigkeit von euch gefordert werden, aber ihr solltet dabei menschlich, fair und gerecht bleiben.“ Man habe nun die Freiheit von Zwängen, aber auch die Freiheit, selbst etwas zu unternehmen, zu gestalten.

Brigitte Adamek-Rinderle, Beigeordnete der Stadt Blieskastel, erinnerte sich an ihren Schulabschluss. „Freiheit – gepaart mit Wehmut“ habe sie und sicherlich auch die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag verspürt. Sie sollten Lust und Neugier auf Neues entwickeln. Als Mitglied der Grünen durfte bei Adamek-Rinderle auch der Ausflug zu den „Fridays for future“ und Greta Thunberg nicht fehlen und ein Verweis auf den Klimawandel: „Seid engagiert, mischt euch ein, seid unbequem“, rief sie den Schülerinnen und Schülern zu. Wobei es egal sei, ob man das „im Großen“ tue, oder einfach nur „im Kleinen“, im Wohnort oder in einer Stadt. Schließlich sei es ein „tolles Ziel, gemeinsam im Team etwas zu erreichen“. Die Abschlussfeier hatte mit einem Empfang im Foyer der Bliesgau-Festhalle begonnen und die Schüler hatten die altehrwürdige Halle sehr schön geschmückt. Und zwischen den Redebeiträgen gab es eindrucksvolle Dia-Shows, dabei mitunter sehr lustige Bilder von Motto-Tagen und Klassenausflügen.

Den gesamten Abend hatten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam unter der Regie von Aaron Döring geplant und organisiert. „Er ist fast schon wie ein junger Kollege“, gab es da Lob von den Lehrerinnen und der Schulleiterin für den bisherigen Schulsprecher.

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