Abschied einer Schulleiterin im Bliesgau

Abschied einer Schulleiterin : Abschied mit Schokolade und Sonnenhut

Großer Bahnhof für Gerlinde Garcia Caso, die 20 Jahre lang Leiterin zweier Grundschulen war.

Nach 37 Dienstjahren endete jetzt die berufliche Laufbahn von Gerlinde Garcia Caso, die 20 Jahre lang Leiterin zweier Grundschulen war. Zur Verabschiedung in der Turnhalle in Erfweiler- Ehlingen gab es von den Grundschülern ein buntes Programm mit Liedern, Theaterstücken und Übergabe von Geschenken, auch vom Kollegium, von Bürgermeister Gerd Tussing und den Ortsvorstehern Stephan Piorko (Ommersheim) sowie Michael Abel (Erfweiler-Ehlingen).

„Gerlinde Garcia Caso war eine Rektorin mit ganz klaren Vorstellungen und Richtlinien, es war all die Jahre eine gute und harmonische Zusammenarbeit“, stellte Michael Abel heraus. Den beruflichen Weg nach dem Studium und der Prüfung zum Lehramt an Grund- und Hauptschulen ließ Schulrätin Iris Becker Revue passieren. „Gerlinde Garcia Caso arbeitete zunächst sieben Jahre als Erzieherin, danach an Grund- und Hauptschulen (1982- 1997), ehe sie als Schulleiterin ihre Ideen einbrachte.“

Nach den Liedern und Beiträgen der Schülerinnen und Schüler – mit Lehrerin Daniela Rubeck an der Technik – gab es vom Nachwuchs für die Neu-Pensionärin Kleingeld für Urlaub und  Freizeit, eine Kamera für Schnappschüsse, Schokolade für stressfreie Tage, Blasenpflaster für Wanderungen und einen Sonnenhut für ein stets schattiges Plätzchen. „Als Schulleiterin hat der Aufwand stetig zugenommen, alleine durch die bürokratischen Vorgaben des Ministeriums. In Erfweiler konnte ich Neues einführen, etwa im Wechsel des Schulfestes im Sommer mit einer Projektwoche oder dann mit einer Fastnachtsveranstaltung. Und ein Spendenlauf im Erfweiler Wald erbrachte stolze 7000 Euro. Nicht zu vergessen die Aktivitäten des Schul-Fördervereins um Sandra Nowack und dessen Beteiligung am Dorffest, die Bläsergruppe in Zusammenarbeit mit dem MV Ommersheim sowie das Sportabzeichen, das alle Kinder ablegten. Ohne das nette Kollegium mit den elf Lehrkräften wäre dies aber nicht möglich gewesen“, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung die gebürtige Blieskastelerin. „In Kaschtl bin ich jedoch für alle die Ehefrau von Jose, bekannt durch seine Tätigkeit in der Gastronomie. Er ist in Leon in Castillien geboren, kennengelernt habe ich ihn auf neutralem Boden in der Schweiz“, erzählte uns die 66-Jährige und Josef ergänzt lächelnd, so wie man ihn kennt: „Ich arbeitete damals im Hotel am Thuner See in Spiez, wo auch die Weltmeister-Elf von 1954 wohnte. Gerlinde kam in den Semesterferien dorthin in den Servicebereich, für den ich – welch ein Zufall – den Dienstplan erstellte. Das war 1973, ich 23 und sie 20 Jahre jung“, blickt Jose zurück. Der Liebe wegen zog er dann nach Blieskastel. Nach der Hochzeit machten die Söhne Patrik und Manuel 1977 und 1980 das Familienglück perfekt. „Patrik praktiziert seit Jahren als Unfallchirurg mit eigener Praxis in Palma de Mallorca, und Manuel ist als Informationselektroniker Bauleiter einer Göppinger Gruppe. Jetzt ist genügend Zeit, Beide öfter zu besuchen, dazu will ich mit Gerlinde den Jakobsweg laufen, den ich bereits vor Hape Kerkeling lief“, sagte uns Jose, der als spanischer Dolmetscher in den 80er Jahren für die beiden argentinischen FC-Homburg Akteure Rudolfo Cardoso (heute HSV Hamburg)  und Sergio Marciel (+) fungierte und diese zum Tennisspielen beim FC Bliestal Blickweiler brachte. Dort war Gerlinde lange Jahre Vorsitzende und bis letztes Jahr aktiv.

Das Ehepaar freut sich auf neue Eindrücke in der alten Heimat von Jose in Spanien, auf Besuche der Kinder und andere Reisen. „Die Geschenke zum Abschied müssen ja genutzt werden“, verabschiedeten sich die Garcias für drei Monate aus dem Bliestal.

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