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300 000 Euro kostet eine neue Brücke über den Niederwürzbacher Weiher

Machbarkeitsstudie zu einem Projekt in Niederwürzbach liegt vor : 300 000 Euro kostet die Brücke über den Würzbacher Weiher

CDU Blieskastel dringt jetzt auf einen schnellstmöglichen Neubau. Eine Machbarkeitsstudie hierzu kam jetzt im Bauauschuss zur Sprache.

Es war Ende August, als „Die Partei“ unsere Leser zum Schmunzeln brachte. Die Partei – das ist die Truppe, die in schöner Regelmäßigkeit mit etwas skurrilen Vorschlägen um die Ecke kommt. So teilte deren Kreisverband Saarpfalz mit, dass die Stadt Blieskastel per Stellenausschreibung einen Moses sucht. Der soll seinerzeit der Legende nach, auf der Flucht vor den Ägyptern, das Meer geteilt haben. Der Kaschdeler Moses oder sein weibliches Pendant hätte die ehrenvolle Aufgabe, den Niederwürzbacher Weiher zu teilen, damit man wieder trockenen Fußes den Rundwanderweg nutzen kann. Denn wie sich inzwischen in unserer Region herumgesprochen haben dürfte, kann die hölzerne Brücke über das Gewässer nicht mehr genutzt werden.

Und nun die freudige Mitteilung für alle, die sich gerne im Naherholungsgebiet rund um das Gewässer aufhalten. So teilt die CDU Blieskastel mit, dass das gesperrte Teil über den Würzbacher Weiher durch eine neue Brücke ersetzt werden soll. Das sei das „erwartungsgemäße Ergebnis“ einer Machbarkeitsstudie, die jetzt im Bauausschuss vorgestellt worden sei. Die CDU sieht sich in ihrer Forderung bestätigt und dringt nun eine rasche Umsetzung. Innenminister Klaus Boullion hatte im Sommer auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Jutta Schmitt-Lang 100 000 Euro Zuschuss in Aussicht gestellt (wir berichteten). 

Als Ersatz für das schwer beschädigte Teil schlägt die Studie nach Angaben der Christdemokraten eine Brücke in Holzbauweise „nach dem neuesten Stand der Technik“ vor. Auf Stahlpfählen soll sie demnach gegründet sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich laut Mitteilung im Bauausschuss auf rund 300 000 Euro. Aber auch andere Ausführungsvarianten seien denkbar. Insgesamt sei das Ergebnis wenig überraschend für die CDU. Die von den Grünen ins Spiel gebrachte Floßfähre sei im Übrigen erst gar nicht untersucht worden, heißt es des Weiteren. CDU-Fraktionsvize Patrick Hüther fordert, dass die Brücke jetzt rasch geplant und nächstes Jahr fertiggestellt wird. „Die Stadt braucht nun schnell eine konkrete Planung, um Förderanträge zu stellen“, so Hüther abschließend.

Petra Linz, die Ortsvorsteherin von Niederwürzbach, ruft derweil in Erinnerung, dass die Holzbrücke über den Würzbacher Weiher im November 2018 aufgrund der Ergebnisse einer Überprüfung gesperrt worden sei. Eine Entscheidung für das weitere Vorgehen, so etwa die Initiierung einer Machbarkeitsstudie, sei von der damaligen Bürgermeisterin nicht getroffen worden, „vielmehr gab es kurz vor der Kommunalwahl durch eine Reduzierung der nutzbaren Restbreite ab Mai 2019 bis längstens Ende 2019 eine Öffnung. Zum Jahresende 2019 schlug dann auch noch ein umgestürzter Baum auf die Brücke.“

Das Ergebnis der von Bürgermeister Hertzler im Februar 2020 initiierten Machbarkeitsstudie eröffne jetzt erstmals eine klare Perspektive, in welcher Bauart die Brücke neu errichtet werden könne. Ausgeschlossen worden sei sowohl eine Sanierung als auch ein Neubau aus Aluminium, da erste Variante nicht wirtschaftlich und letztere nicht finanzierbar sei. „Die nun vorgeschlagene Variante, eine Stahlgründung mit dem Aufbau in Holz“, so Linz, „ist wirtschaftlich und für die Stadt finanzierbar“ – sofern die Zuschusszusage aus dem Innenministerium erfüllt werde und weitere Zuschüsse fließen, auf die man dringend angewiesen sei. Von der CDU-Opposition erwarte sie, Linz, zur Manifestierung ihrer Forderung eine Zustimmung zum kommenden Doppelhaushalt der Stadt Blieskastel, zumal in den vergangenen Haushalten – trotz Kenntnis der Ergebnisse der Brückenüberprüfung – keine Geld für die Brücke in den Haushalt eingestellt worden sei. Die jetzige Forderung für eine rasche Planung und die Fertigstellung im kommenden Jahr erstaunt die Ortsvorsteherin, da es noch keinen Haushalt 2021/22 gebe. Petra Linz: „Sollten jedoch rasche Planungen, verbunden mit der Prüfung von Fördermöglichkeiten, durchgeführt werden, was ich sehr begrüßen würde, dann unterstütze ich eine Intervention bei Innenminister Boullion auf der Grundlage der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, unabhängig vom noch nicht verabschiedeten Haushalt, die Kosten hierfür zu übernehmen.“