„2016 wird nicht einfacher“

„Wir brauchen Wohnungen“, sagte Innenminister Klaus Bouillon in seiner Rede beim CDU-Neujahrsempfang in Niederwürzbach. Er sehe darin den Grundstein zur Integration, noch wichtiger etwa als Sprachkurse. Bouillon dankte allen ehrenamtlichen Helfern.

Die Zahl der Gäste beim Neujahrsempfang der CDU Niederwürzbach war rekordverdächtig. Das DRK-Haus schien fast aus allen Nähten zu platzen, weitaus mehr Gäste als etwa in den vergangenen beiden Jahren konnte CDU-Ortsvorsitzender Michael Wons begrüßen. Und das war sicherlich dem Gastredner geschuldet: Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon ist nicht nur im Saarland sozusagen zu einem "Star" in Sachen Integration von Flüchtlingen geworden, die Resonanz auf die Arbeit des früheren St. Wendeler Oberbürgermeisters ist auch überregional sehr hoch.

Er weiß, dass er ein Macher ist, aber er bekennt sich auch zu seinen Wurzeln. "Da sagt meine Frau, es ist schon wieder eingebrochen worden in der Nachbarschaft. Was macht ihr da in Saarbrücken eigentlich?", stellt er plastisch heraus. Aber bei allen Erfolgen, die auch dem Saarland bundesweit zu einem großen Imagegewinn verholfen haben: "Es wird auch 2016 nicht einfacher", prognostiziert der Innenminister . Zwar habe man im Saarland ein bestens funktionierendes Lager in Lebach, auch die Integrationsbemühungen seien von Erfolgen gekrönt. Aber sein Appell: "Wenn alle Saarländer mithelfen, dann kann uns das gelingen." Und scherzhaft: "Wir haben die Chance, das alles zu regeln, wenn alle das machen, was ich will". Neben dem hervorragenden Management des Lebacher Lagers sieht Bouillon auf zwei Feldern Erfolge: Man habe mit finanziellen Zuschüssen Anreize zum Schaffen von Wohnraum gesetzt, und auch die Garantie von langfristigen Mieten zeige Erfolge. Denn für den Innenminister gibt es eine ganz klare Aufgabe: "Wir brauchen Wohnungen !", so seine Forderung.

Denn diese seien der Grundstein zur Integration, zunächst noch wichtiger als alle Sprachkurse und Arbeitsangebote für die Flüchtlinge . Und er beruhigt die Parteifreunde und Bürger aus Niederwürzbach : "Wir leben hier im Saarland auf einer Insel der Glückseligen. Die Bürger haben doch kaum ein Problem mit Flüchtlingen", unterstrich der St. Wendeler Macher. Ganz anders als etwa im Ruhrgebiet oder in Berlin, wo es "keinen Freizeit- oder Schulsport mehr in Hallen gibt, weil diese alle belegt sind", erläuterte der Minister . Dennoch wies er darauf hin, dass im Saarland die Flüchtlingsdiskussion alle anderen politischen Themenfelder überdecke.

So sei im Bund-Länder-Finanzausgleich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klar, dass der Bund bei dem vorgeschlagenen Finanzausgleich mitmacht", wagte sich der Minister weit aus dem politischen Fenster. Polizeipräsenz und Kommunalpakt waren weitere Stichpunkte seiner Rede. Und zudem die interkommunale Zusammenarbeit, die auch Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener in ihrer Ansprache heraushob. Hier führte sie das Zusammenlegen der Standesämter von Blieskastel, Gersheim und dem Mandelbachtal an. Sie dankte wie zuvor auch schon der Minister allen amtlichen und ehrenamtlichen Helfern für die Mitarbeit bei der Lösung der Flüchtlingsproblematik.

Den Fokus auf den Terror im Nachbarland Frankreich legte dann der Maire Marcel Vogel aus Ormersviller im traditionellen Schlusswort des CDU-Neujahrsempfangs.