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Wohin fahren die Saarländer in Urlaub?

Urlaubsfreuden : Die schönsten Wochen des Jahres

Die Stadt ist leer, wo liegen die Homburger derzeit am Strand? Wir fragten bei Experten nach und erfuhren: Mallorca, Türkei und Spanien.

Wie macht man Urlaub? Diese Frage wäre vor 100 Jahren anders beantwortet worden als heute. Und dann auch nur von einer Oberschicht, die sich Urlaub überhaupt leisten konnte. Man saß auf der Terrasse an der frischen Luft, speiste üppig und ging ein wenig auf der Promenade spazieren. Vielleicht absolvierte man auf Anraten der Ärzte auch einige Bäder. Ansonsten zog man sich zum Dinner sorgfältig um und pflegte das gesellschaftliche Leben. Nachzulesen bei Thomas Mann.

Heute fahren viel mehr Leute in Urlaub als vor 100 Jahren. Entsprechend vielfältig sind die Angebote: von Ballermann bis Beautyfarm. Nur eines wollen die meisten Urlauber nicht mehr:  üppige Mahlzeiten, stundenlanges Umziehen und steife Vornehmheit auf Schritt und Tritt. Das ermittelte das BAT-Freizeitforschungsinstitut in seiner jüngsten Tourismus-Analyse.

Und dann wäre die nächste Frage: Wo macht man Urlaub? Dazu haben wir Dirk Hoffmann vom Homburger Reisebüro Sonnenklar gefragt. „Es gibt keine großen Überraschungen“, sagt er, „wir haben das schon im Frühjahr gemerkt. Bei den Flugreisen ist die Türkei wieder ganz vorne dabei, ebenso das spanische Festland und die Balearen“. Griechenland werde zwar auch gut gebucht, „aber eher von denjenigen, die ohnehin überzeugte Griechenland-Urlauber sind“.

Es sei nicht mehr so, wie vor zwei Jahren, dass Urlauber wegen Erdogans Anfeindungen bewusst der Türkei den Rücken kehrten und nach Griechenland auswichen: „Die Türkei bietet einfach ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Hotels sind modern, die Büffets üppig, das Wasser und die Strände superschön.“ Die meisten Urlauber hätten mit Politik nichts am Hut, sondern wollten sich einfach erholen, „der Urlaub ist eine persönliche Auszeit“, so Hoffmann.

Bei denjenigen, die nicht fliegen wollen, stehen nach wie vor Österreich, Norditalien und Frankreich hoch im Kurs. Wobei Frankreich eher eine saarländische Besonderheit ist, denn im übrigen Deutschland, besonders rechts des Rheins, gilt Frankreich nicht gerade als Klassiker für den Sommerurlaub.

Beliebt sind bei den Homburgern auch Ziele, die von Saarbrücken aus angeflogen werden können, zum Beispiel Kos, Rhodos oder Kreta. Und natürlich die Kanaren und Mallorca. „Die Saarländer mögen ihren Flughafen und wollen größere Flughäfen möglichst vermeiden“, so Hoffmanns Erfahrungen, „schon wegen der Parksituation.“ Nach Ensheim könne man sich von Verwandten bringen und abholen lassen, „das ist alles viel familiärer“.

Die Travel-Plattform ab-in-den-urlaub.de wollte übrigens auch wissen, wo die Saarländer in diesem Jahr ihren Urlaub verbringen und hat die gebuchten Reisen ausgewertet. Dabei auch hier ganz oben auf der Liste: Spanien, die Türkei, Griechenland und Ägypten.

Auf Platz eins findet sich direkt der absolute Klassiker: Mallorca mit 17,2 Prozent. Es folgt die Türkische Riviera auf dem zweiten Platz mit 15 Prozent. Danach reiht sich mit einigem Abstand Hurghada in Ägypten mit 4,8 Prozent ein.

Neben einer besonderen Vorliebe für weitere Ziele in Spanien mit Katalonien (4,3 Prozent), Teneriffa (zwei Prozent), Fuerteventura (knapp zwei Prozent), Gran Canaria (1,5 Prozent) und Ibiza (ein Prozent) reisen die Saarländer gerne auf die griechischen Inseln (elf Prozent).

Der Traum vom idyllischen Sommer: Diese Alm liegt hoch über dem Zillertal, fernab von Lärm und Hektik. Man kann mit dem Auto anreisen, die Familie hat Platz und muss sich nicht um einen Liegestuhl streiten. Foto: dpa-tmn/Sebastian Kretz
Luxus-Ferienclubs, hier Hillside Beach bei Dalaman, sollen Gäste in die Türkei locken. Foto: SZ Foto: Christine Maack
Die  Faraglioni-Felsen von Capri sind der Traum vom Italien-Urlaub schlechthin. Trotzdem ist Capri kein Massenziel, sondern fein und teuer geblieben. Foto: dpa-tmn/Hilke Segbers

Weitere gefragte Urlaubsländer sind Bulgarien, Tunesien und Italien. Italien, so Dirk Hoffmann, sei ein Dauerbrenner, „vor allem Südtirol, die oberen Adria-Strände in der Nähe von Venedig oder die Strände der toskanischen Küste.“ Weiter im Süden, Richtung Sorrent und Capri, „da nimmt man wieder ein Flugzeug, das machen viele, aber es ist kein Massenziel.“ Fernreisen verkauft das Reisebüro auch, „aber hier sind es nicht die Familien, sondern Paare, die sich was gönnen wollen. Die sind allerdings meistens nicht auf die Ferien angewiesen.“