Wintereinbruch sorgt für Chaos

Es ist zwar Dezember, doch mit Eis und Schnee rechneten gestern die Wenigsten. Zumal der Wetterdienst keine winterlichen Eskapaden vorhersagte. Die Autofahrer wurden kalt erwischt. Blechlawinen quälten sich durch die Straßen.

Wer konnte, der ließ Auto Auto sein und genoss die schönen Seiten des unerwarteten Wintereinbruchs in unserer Region.

So mancher wurde am Mittwochmorgen durch eher ungewöhnliche und wenig schöne Geräusche aus dem Bett geschmissen, wahlweise durch die Sirenen der Feuerwehr und der Polizei oder durch das Kratzen von Schneeschaufeln auf den Gehwegen. Über Nacht hatte sich die Region in Weiß gekleidet, von Wettervorhersagen völlig unbeeindruckt, bescherte der Winter uns den ersten Schnee. Und das gleich in respektablen Mengen.

Dieser Wintereinbruch sorgte am Morgen im gesamten Saarland für Chaos auf den Straßen. Insbesondere in der Region Homburg schleppten sich Autoschlangen durch die Straßen. Viele kamen deshalb zu spät zu ihrem Arbeitsplatz. Auch der Unterricht in den Schulen war beeinträchtigt, weil Busse und Pkw nicht rechtzeitig am Ziel ankamen. In der Homburger Innenstadt sorgt zudem die kurzfristig eröffnete Baustelle in der Richard-Wagner-Straße mit Sperrung einer Fahrbahn für zusätzlich Belastung, so dass sich der Verkehr über das Nadelöhr Bahnbrücke bis über die gesamte Erbach-Umgehung bis nach Jägersburg quälte.

"Sich quälen" war dann auch bei denen angesagt, die auf den Autobahnen rund um Homburg, Bexbach und Kirkel das erste echte Verkehrschaos der Wintersaison erlebten. So war am frühen Morgen in Höhe von Limbach auf der Autobahn A 6 in Fahrtrichtung Mannheim ein Lkw ins Schleudern gekommen und hatte sich quer gestellt. Philip Keil, Pressesprecher der zuständigen Kirkeler Feuerwehr: "Der Unfall ereignete sich gegen 5 Uhr. Um 5.10 Uhr war der Löschbezirk Limbach vor Ort. Grund dafür war, dass Treibstoff ausgelaufen war." Der Fahrer des Lkw, so Keil, sei beim Unfall verletzt und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht worden. Und: "Es sind rund 300 Liter Diesel-Kraftstoff ausgetreten." Auch die sorgten gestern für die rund 15 Einsatzkräfte des Löschbezirks Limbach und Mitarbeiter des Landamtes für Umwelt und Arbeitsschutz für Sorgen - war doch nicht klar, wohin der Dieselkraftstoff durch einen Schacht unmittelbar am Unfallort geflossen war.

Die halbseitige Sperrung der Autobahn A 6 sorgte in der Folge für einen kilometerlangen Stau in Richtung Neunkircher Kreuz und darüber hinaus. Und dieser Stau hatte bis in den Vormittag hinein Bestand, steckte doch das angeforderte Bergungsfahrzeug selbst auf einer von Saarlands Autobahnen fest. Erst gegen 10.30 Uhr konnte der Unfall-Lkw geborgen werden.

Und auch in der Gegenrichtung nach Saarbrücken lief bis gegen kurz nach 10 Uhr wenig bis nichts. Grund dafür war ebenfalls ein Lkw-Unfall, hier hatte es in der Nacht um kurz nach 2 Uhr zwischen Waldmohr und Homburg gekracht. Gleich drei Sattelschlepper waren in die Karambolage verwickelt. Die Homburger Polizei : "Auf Grund von starkem Schneefall in der Nacht verlor ein Lkw-Fahrer bei nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr in die Leitplanke." Der Auflieger des Fahrzeugs habe sich quer gestellt und blockierte die gesamte Fahrbahn.

"Ein nachfolgender Lkw-Fahrer konnte sein Fahrzeug zwar noch rechtzeitig anhalten, wurde aber von einem weiteren Sattelschlepper gestreift, der dann neben dem quer stehenden Lkw in die Mittelleitplanke fuhr. Glücklicherweise kam es zu keinem Personenschaden." Über die Höhe des entstandenen Sachschadens bei den beiden Unfällen gab es am Mittwoch noch keine näheren Informationen.