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Wie die Galileo-Schule Bexbach im Corona-Modus läuft

Schulleiterin Gaby Schwarz berichtet : Die Schulen laufen im Corona-Modus

Unterricht findet derzeit zu Hause statt. Auch an der Galileo-Gemeinschaftsschule in Bexbach hat man sich auf die neue Situation eingestellt.

Am Dienstag nach Ostern haben im Saarland dann auch offiziell die Osterferien begonnen. Diesem Termin sehen Schüler traditionell eigentlich mit Freude entgegen. In diesem Jahr ist es allerdings anders, seit vier Wochen ist man bereits im Corona-Modus, wie Leiterin der Galileo-Gemeinschaftsschule in Bexbach, Gaby Schwarz, in einer Pressemitteilung erläutert. Man sitze zu Hause, der gewohnte Tagesablauf, der regelmäßige Kontakt mit Freunden, Mitschülern und Lehrkräften sei behördlich untersagt.

Seit fast vier Wochen sind alle Schulen bundesweit geschlossen. Keine Schule – kein Unterricht? Keinesfalls. Natürlich sei man von der Dynamik der Ereignisse auch zunächst förmlich überrollt worden, berichtet Schwartz weiter. An jenem Freitag, es sei tatsächlich auch noch der 13. gewesen, hätten sich die Ereignisse überschlagen. Eilig habe man es noch geschafft, einen Brief an alle Eltern und Erziehungsberechtigten zu verteilen, in dem man den Eltern die Situation erklärt habe. Diese wurden gebeten, möglichst eine E-Mail an die jeweiligen Klassenlehrkräfte zu verschicken. Wichtig sei es gewesen, so Schwartz, „sicherzustellen, dass wir möglichst viele Elternhäuser nicht nur telefonisch, sondern auch per E-Mail kontaktieren können“.

So besteht bis zum heutigen Tag ein reger Austausch zwischen den einzelnen Fachlehrern, Schülern und Eltern der Galileo-Schule. Man sei sich bewusst, dass die aktuelle Situation ein hohes Maß an Verantwortung und Kreativität von allen Beteiligten fordere, zumal die Situation in den Familien mitunter schwierig sei. Nicht jedes Elternhaus habe einen funktionierenden Internetanschluss, auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Online-Arbeitsplätze sei oft begrenzt, gerade wenn auch die Eltern im Home-Office arbeiteten. „Wir nehmen wahr, dass der Kontakt zu Elternhäusern, Schülerinnen und Schülern bis dato hervorragend gelingt, dass alle gut miteinander vernetzt sind. Die Kommunikation mit Eltern und Schülern per E-Mail, per Post, per Telefon oder auf sonstigem Weg und vor allem über eine Online-Plattform funktioniert sehr gut“, stellt die Bexbacher Schulleiterin fest.

Trotz der Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie gebe es auch einen positiven Nebeneffekt: Das Kollegium habe sich sehr gut auf die neue Situation eingestellt. „Es ist schön, in persönlichen Gesprächen zu erfahren, wie sehr sich unsere Lehrkräfte weiterhin auch gegenseitig unterstützen. Die Organisation des häuslichen Lernens setzt auch kreative Kräfte frei und treibt die Digitalisierung und das Lernen mit neuen Medien voran. Ein Arbeitsschwerpunkt des Schulleitungsteams und der Lehrkräfte ist die Organisation des Lernens mit Unterstützung von Lernplattformen und die Einrichtung von Materialbörsen, was gut funktioniere“, so Gaby Schwartz.

Ohne den persönlichen Kontakt mit den Lehrern und schulisches Lernen in der Schule mit Anleitung, Beratung, Hilfestellung und Rückmeldung stelle das Arbeiten zu Hause die Kinder und Jugendlichen vor besondere Herausforderungen. Deshalb habe die Bildungsministerin  angeordnet, dass aufgrund der aktuellen schulischen Ausnahmesituation und der unterschiedlichen nicht vergleichbaren häuslichen Rahmenbedingungen die häuslich erbrachte Leistungen nicht benotet werden dürften: „Auf eine Benotung dieser unter außergewöhnlichen Umständen während der Schließung der Schulen erbrachten häuslichen Leistungen muss ebenso verzichtet werden wie auf Sanktionen bei nichterbrachten Leistungen oder eventuell nicht eingehaltener Abgabefristen.“ Daher gäben die Lehrkräfte aktuell den Schüler/-innen lediglich eine wertschätzende und ermutigende Rückmeldung über die bisherigen Arbeitsergebnisse.

Welche Lernerfolge das aktuelle „Homeschooling“ bringt und wie lange diese Situation so fortgeführt werden muss, ist noch offen. Offiziell enden die saarländischen Osterferien nach dem Sonntag, 26. April. In welcher Form der Unterricht danach wieder aufgenommen werden kann, wird derzeit geprüft. Vorläufig ist die Schule bis Ende der Osterferien geschlossen.

Besonders prekär sei die Situation in den Abschlussklassen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. In Kürze stünden die Abiturprüfungen sowie der schriftliche Teil der Prüfungen des mittleren Bildungsabschlusses sowie des Hauptschulabschlusses an. Besonders hier seien Spannung und Nervosität bei den Schülern und Schülerinnen deutlich spürbar.

„Mich erreichen täglich neue Informationen, die wir sehr zeitnah an alle Mitarbeiter und Elternhäuser weitergeben“, so Schwartz. Die Schulleiterin verweise auf das Motto der Schule „Gemeinsam gelingt es!“, gerade in der aktuellen Krisensituation seien der Zusammenhalt und die intensive Vernetzung besonders wichtig. Bleibt abzuwarten, ob die Schulen tatsächlich nach den Osterferien wieder öffnen, oder ob das Risiko am Ende doch zu groß und der Preis zu hoch wäre.